Reiki-Grade

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Reiki I:

Reiki I ist die Basis der Reiki-Seminare. Dort geschieht das Wesentliche: durch 4 Reiki-Einstimmungen wird Reiki ein Leben lang in den Händen aktiviert.
Das Seminar besteht aus einem praktischem Teil, in dem Reiki aktiviert wird, und wir lernen, uns mit Reiki zu behandeln und einem theoretischen Teil, in dem wir unter anderem besprechen, wie Reiki in den Westen gekommen ist, welche Charakteristiken Reiki hat, wie Reiki wirkt, was Reiki nicht ist. Es soll eine Vorstellung davon vermittelt werden, wie diese universelle Energie wirkt. Schon nach dem ersten Tag ist der Reiki-Seminarteilnehmer dazu in der Lage, sich selbst Reiki zu geben.
Es bedarf keiner besonderen Vorkenntnisse oder Fähigkeiten, jeder kann Reiki bekommen und anwenden. Es werden auch Kinderseminare angeboten. Das empfohlene Alter für Kinderseminare ist zwischen 6 und 12 Jahre. Für Teenager können spezielle Teenagerseminare gegeben werden.
Reiki II:

Mindestens 2-4 Monate nach Reiki I, um mit Reiki Erfahrungen zu sammeln.
Im Reiki II Seminar lernen Sie die Fernbehandlung, d.h. eine Methode, um Reiki über Zeit und Raum schicken zu können.
Außerdem erlernen Sie zusätzliche Techniken, um im täglichen Leben mit Reiki arbeiten zu können oder auch ganz gezielt etwas für Ihr persönliches Wachstum zu tun, d.h. den Fragen „Wer bin ich ?“ und „Was will ich?“ näherzukommen.
Reiki II Techniken sind ein zusätzliches Hilfsmittel im täglichen Leben und zur persönlichen Entwicklung.
Das wichtigste ist nach wie vor die Eigenbehandlung. Sie wird von Reiki II nicht ersetzt.

 

Meistergrad Reiki 3A (A für Ambassador, Botschafter des Reiki)

Mindestens 6 Monate nach dem Reiki II Seminar, unter anderem, um mit allen dort vermittelten Techniken gut vertraut zu sein. Der Unterricht geht über 3 Tage und dauert mindestens 8 Stunden pro Tag.
Reiki 3A ist für das persönliche Wachstum, nicht zum Unterrichten. Es gibt Menschen, die auf den Meistergrad eingestimmt werden möchten, ohne Reiki-Seminare und –Vorträge geben zu wollen. Auch wenn sie nicht unterrichten, erreichen sie mit diesem Grad Botschafter–Funktion für Reiki.
Das Seminar dauert 3 ganze Tage und fördert drastisch das persönliche Wachstum.
Nach diesem Seminar sind Sie in der Lage, Herzeinweihungen zu geben, d.h. Reiki für eine gewisse Zeit in den Händen anderer zu aktivieren.
Vor einem Reiki 3A-Seminar wird ein Interview mit dem 3A-Kandidaten gemacht, um für beide Seiten sicherzustellen, dass der richtige Zeitpunkt für diesen Schritt gekommen ist und um die Beweggründe des Bewerbers zu verstehen. Eine Akzeptanz zum 3A-Seminar bedeutet, dass der Bewerber auch für die Reiki-Meister-Ausbildung angenommen ist.

 

Reiki-Meister

Es ist die Entscheidung, Reiki zu unterrichten und weiter verbreiten zu wollen. Es bedarf einer mindestens einjährigen Ausbildung, um unter anderem die Fähigkeit zu erlangen, die Seminare gemäß dem Reiki-Network-Standard zu unterrichten. Es gibt dazu einen Ausbildungsplan, den Sie auf der internationalen Informationsseite des Networks einsehen können (reiki-network.net/ „Ausbildung zum Meister-Lehrer“).
Reiki-Meister-Lehrer
Nach mindestens 2 Jahren aktiver Unterrichtszeit besteht die Möglichkeit, Reiki-Meister-Lehrer zu werden, d.h. 3A Seminare zu geben und selbst Reiki-Meister auszubilden.
Jede Reiki-Stufe ist in sich abgeschlossen.

Reiki Geschichte

Usui Gokai

Reiki, das System der natürlichen Heilung, ist von Herrn Dr. Usui wiederentdeckt worden. Er gab dieser harmonisierenden, nicht erschöpfenden Energie den Namen Reiki.

REI KI = Universelle Energie

Er bezeichnete diese Energie als universell, weil er festgestellt hatte, dass bei einer Reiki-Behandlung nicht die eigene Energie abgegeben wird. Dies ist ein besonderes Charakteristikum von Reiki.
Um die Wiederentdeckung von Reiki, ranken sich Legenden, auf die wir hier nicht näher eingehen wollen. Dr. Usui lebte von 1862 bis 1926 in Japan. Nachdem er Reiki entdeckt hatte, arbeitete er mit dieser Energie in den Slums von Kyoto und kam dort zu der Erkenntnis, dass es wichtig ist, den Menschen die Möglichkeit der Selbstverantwortung zu geben. Es reichte also nicht aus, die Menschen mit Reiki zu behandeln, sondern es war wichtig, ihnen Reiki als Instrument in die Hände zu geben, selbst etwas für sich zu tun. Er entwickelte deshalb die Reiki-Seminare, in denen er die Menschen auf Reiki einstimmte. Er systematisierte diese Seminare in 1. Grad, 2. Grad und Meistergrad. Von da an bereiste er Japan und gab Reiki-Seminare. Das wichtigste dabei ist, Selbstverantwortung zu übernehmen. Reiki bedeutet Unabhängigkeit. Er hat ein Werkzeug weitergegeben, damit die Menschen sich selbst mit Reiki behandeln können.
Während seiner Arbeit traf er Dr. Chujiro Hayashi, ein Admiral im Ruhestand. Dieser wurde einer seiner treuesten Anhänger und später von Herrn Usui als sein Nachfolger bestimmt. Dr. Hayashi richtete in Tokio eine Reiki-Klinik ein.
In diese Klinik kam Hawayo Takata, eine junge Witwe aus Hawaii, die sehr krank war. Ihr tat Reiki so gut, dass sie letztendlich Dr. Hayashi davon überzeugen konnte, sie als Reiki-Meisterin auszubilden. Sie sollte das Werk von Herrn Hayashi fortsetzen. Der 2. Weltkrieg verhinderte, dass sie in Tokio die Klinik weiterleiten konnte. Deshalb unterrichtete Frau Takata Reiki in den USA . Von 1960 bis 1980 bildete sie 22-28 Reiki-Meister aus, so dass auf diese Weise Reiki zu uns nach Europa gekommen ist

Mehr zum Thema Reiki-Grade

Was ist Reiki ?

Reiki healing

Woher kommt Reiki ?
Niemand weiß das so genau……..
Aber seit Menschengedenken glauben viele Völker an die Existenz einer alles durchdringenden Lebenskraft und -energie, die einen förderlichen Einfluß auf die Lebensqualität hat.
Das Wort Reiki ist der japanische Ausdruck für ‚Universale Lebensenergie‘ (Rei – Universale, Ki – Energie).
Mehr dazu können Sie unter Reiki-Geschichte finden

Was beinhaltet eine Reiki -Behandlung?
Während einer Reiki-Behandlung fließt die harmonisierende Reikienergie aus den Händen des Behandlers in den Körper des Patienten. Dieser Fluß entsteht durch das sanfte und leichte Auflegen der Hände des Behandlers. Reiki unterscheidet sich von Massage und anderen Therapien, denn die Hände werden ruhig gehalten und es kann durch Kleidung oder einen Gipsverband behandelt werden. Der Energiefluß ist sehr fein. Die meisten Patienten verspüren während der Behandlung Wärme oder leichtes Prickeln und sind anschließend sehr ausgeglichen und entspannt.
Eine Reiki-Behandlung, deren physiologischer Nutzen mit dem von vier bis fünf Stunden tiefem Schlaf verglichen werden kann, dauert meist eine Stunde, wobei die Hände etwa alle fünf Minuten auf eine neue Position gelegt werden.

Die Schönheit von Reiki ist die Einfachheit

Reiki …..
fördert das persönliche Wachstum.
fließt bei jeder Berührung von der Hand.
ist nicht manipulierbar, geht immer zur größten Disharmonie im Körper.
hebt den Grad der Wahrnehmung, der Selbst-Liebe und des Selbstbewußtseins.
ermöglicht, Verantwortung für Gesundheit und Wohlbefinden zu übernehmen.
mindert Streß- und Spannungsgefühle.
steigert Energie und Vitalität.
beschleunigt die natürlichen Heilvorgänge .
macht Hände zu einem dauerhaften ‚Erste-Hilfe-Kasten‘
unterstützt die rasche Heilung von Verletzungen wie Schnittwunden, Verbrennungen, Prellungen, Stichen als auch Sportverletzungen und post-operativen Vorgängen.
kann mit allen orthodoxen und alternativen Methoden kombiniert werden, ergänzt diese und steigert ihre Effektivität.
bringt die Person als Ganzes wieder in einen Zustand von Harmonie und Gleichgewicht.
hilft einen Weg zu finden, ausgeglichen und glücklich zu leben.
ist sehr wirkungsvoll in der Behandlung von Tieren und verstärkt das Pflanzenwachstum.
gehört zu keiner Glaubensrichtung, Religion oder Kult und widerspricht in keinster Weise dem Glauben des Einzelnen.
Wie kann ich Reiki erlangen?
Die einzige Möglichkeit, Reiki zu erlangen, ist durch einen „Einstimmungsvorgang“, den ein qualifizierter Traditioneller Reiki Meister ausführt. Dabei wird Reiki in den Händen aktiviert.
Niemand kann die Reikienergie von Natur aus nutzen oder aus einem Buch lernen. Du hast kein Reiki, wenn Du mit Reiki behandelt wurdest.
Es bedarf keiner besonderen Fähigkeiten, um Reiki zu bekommen.
Ein jeder, jeden Alters und Hintergrundes kann Reiki erhalten und lernen.
Es gibt verschiedene Reiki-Grade. Jeder Grad ist in sich abgeschlossen.

Mehr dazu unter Reiki-Grade.

Ungarische Mythologie

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Türkische Mythologie

Die türkische Mythologie spiegelt die große Vielfalt unterschiedlicher Religionen wider, zu denen sich die Türken im Laufe ihrer Geschichte bekannten. Sie ist vor allem vom Tengrismus geprägt, dem alttürkischen Glauben. Eine wichtige Rolle spielen dabei stets heldenhafte Herrscher, der heilige Wolf, die Ebenen der Unterwelt und der Oberwelt in denen verschiedene übermächtige Wesen existieren, Riesen, Ungeheuer, und die heiligen Zahlen 3, 7, 9 und 40.

Asena

Hauptartikel: Asena-Legende

Die Legende der Wölfin Asena ist die älteste bekannte Legende der türkischen Mythologie (älteste Version 330 v. Chr.). Es ist die tragische Geschichte der Tue’kue, die bis auf einen einzigen schwerverletzten kleinen Jungen durch einen feindlichen Angriff ausgerottet werden. Der Junge überlebt mit abgetrennten Händen und Füßen in einem Moor. Die Wölfin Asena findet den Jungen, säugt ihn und sichert somit den Fortbestand des Volkes.[1]

Heldensagen

Oghus-Epos

Einer der bedeutendsten aller türkischen Sagen ist die Sage über Oghus, da sich viele der heutigen Turkvölker im Westen Zentralasiens als Nachkommen der Oghusen sehen.

Sie handelt vom Leben des Oghus Khan, von seiner Geburt bis zur feierlichen Aufteilung seines Reiches unter seinen sechs Söhnen. Diese Sage enthält viele wichtige Hinweise auf die frühe türkische Geschichte. Sie liefert Erklärungen über die Herkunft mancher Stämme wie z. B. der Kiptschaken. Sie erzählt auch von einem großen Krieg zwischen Oghus‘ Armee und der Armee seines Vaters.

Manas-Epos

Das zentrale Werk der kirgisischen Literatur ist das große Manas-Epos, erheblich länger als die Odyssee und seit etwa 1000 Jahren durch mündlicher Überlieferung bewahrt und weitergeformt. Es besingt die Taten des mythologischen Helden Manas und seiner Nachkommen, die im 10. Jahrhundert im Kampf mit den benachbarten Uighuren die kirgisische Freiheit bewahrten.

Stammesmythen

Ergenekon-Sage

Die Ergenekon-Sage ist ebenso weit verbreitet unter den Turkvölkern. Sie handelt von einer großen Krise der alten Türken. Nach der Sage sollen die Türken sich nach einer großen Niederlage, geführt von einem Wolf, in einem sehr schwer zugänglichen Tal namens Ergenekon niedergelassen haben. Erst nach vielen Generationen wird dieses Tal zu eng für das Volk und sie suchen nach Wegen, dieses Tal zu verlassen. Letztlich schmelzen Schmiede einen Berg aus Eisenerz, und das Volk kommt wieder mit alter Stärke zurück in die Steppe und verkündet bei allen Völkern, dass die Göktürken wieder ihren alten Platz eingenommen haben.

Kirk kiz

(deutsch: Vierzig Mädchen)

Die Kirk-kiz-Sage beschreibt den Ursprung der Kirgisen. Die Tochter des Sari Khan (er regierte den Westteil des Göktürkenreiches), macht in Begleitung ihrer 39 Dienstmädchen einen Ausflug zu einem verzauberten Bergsee. Am Ufer des Sees berühren sie den weißen Schaum, der angespült wird. Davon werden sie allesamt schwanger. Der Khan schickt sie in einen Wald, dort gebären sie ihre Kinder, und nennen sich fortan Kirkkizlar, die „vierzig Mädchen“. In der gesamten Osttürkei gibt es aber eine ganze Reihe verschiedener „Vierzig-Mädchen-Sagen“ die auf wichtige Orte hinweisen, die man „Vierzig Mädchen“ nennt.

Dokus oghus-On uighur

(9 Oghusen-10 Uighuren/ aber auch die Kinder des Baumes) Legende über den Ursprung der Uighuren.

Göç

(Vertreibung/Umzug)

Dies ist eine Überlieferung, die sehr viele Informationen über Ansicht und Lebensweise der alten Türken enthält. Es handelt davon, dass die chinesischen Feinde herausfinden, dass die Türken ihre Kraft aus einem Felsen entnehmen, den sie als heilig verehren. Ein Botschafter der Chinesen überbringt dem türkischen Khan eine chinesische Prinzessin als Frau, um freundschaftliche Beziehungen zwischen den Völkern aufzubauen. Als Geschenk darf sich der Botschafter etwas aussuchen. Er entscheidet sich für den heiligen Felsen, den die Türken seit 40 Generationen als heilig verehren. Die Chinesen gießen Essig auf den Felsen und machen einen Feuer um diesen. Der Felsen zerspringt in tausend Teile. Diese Teile werden sofort auf Ochsenkarren weggebracht und an alle Zauberer Chinas verteilt. Die Steine bringen überall, wo sie hingelangen Macht, Glück und Segen.

Im Land der Türken aber nimmt der Himmel plötzlich eine seltsame gelbliche Färbung an. Die Vögel hören auf zu singen, die Pflanzen fangen an zu welken, und unter den Türken verbreiten sich Seuchen. Aus der Natur hören sie plötzlich die Stimmen der Yer Su (Erd- Wassergeister). Sie rufen „..zieht um, zieht um..“ („gööc gööc..“). Diese Stimmen verstummen erst, nachdem die Türken monatelang weitergezogen sind.

Lyrik

Jäger Binegger

Der Jäger Binegger ist ein großer Jäger, der in seinem Stamm sehr geachtet wird. Doch nachdem er den großen Fehler macht der heiligen Maral nachzustellen, die eigentlich die Waldgöttin in Gestalt eines Hirsches ist, wird er auf furchtbare Weise bestraft.

Die Geschichte ist in viele kurze Strophen gefasst, die sich reimen. Es wird auch als Liedtext in der traditionellen Volksmusik verwendet. Sänger singen die Geschichte aus der Perspektive Bineggers und Sängerinnen aus der Perspektive der Waldgöttin.[2]

Schöpfungsmythen

Es gibt unter den Turkvölkern mehrere unterschiedliche Sagen über die Schöpfung. Bei den sogenannten Nordtürken ist vor allem die vom Gott Kaira Khan verbreitet.

Am Anfang gab es nichts außer einem riesigen Meer namens Talay. Es gab kein Land, keine Sonne, Mond oder Sterne. Kaira Khan und ein Mensch fliegen über das Wasser (in manchen Quellen in Gestalt von Schwänen oder schwarzen Wildgänsen, oder auf diesen reitend). Der Mensch hält sich für etwas Besseres als den Gott, er neckt ihn mit kleinen Späßen. Er spritzt ihm das Wasser des Meeres ins Gesicht und taucht ins Wasser, um ihm seinen Mut zu demonstrieren. Er verliert die Kontrolle und ertrinkt fast. Der Gott rettet ihn aus dem Wasser und lässt plötzlich einen Felsen aus dem Meer auftauchen. Sie setzen sich darauf.
Kaira Khan versteht, dass er Land erschaffen muss. Er befiehlt dem Menschen, ins Wasser zu tauchen und aus dem Grund Sand zu holen. Der Mensch ist hinterlistig und undankbar, er ahnt das Vorhaben des Gottes und versteckt beim Holen des Sandes in seinem Mund (bzw. im Schnabel) auch ein wenig für sich selbst, um sich sein eigenes Land zu erschaffen. Er folgt dem erneuten Befehl des Gottes und verstreut den Sand auf dem Wasser. Plötzlich entstehen Inseln, die rasant wachsen und zum Land werden. Aber auch der Sand im Mund des Menschen beginnt sich zu mehren. Seine Backen werden immer dicker, er droht zu ersticken und zu sterben. Kaira Khan befiehlt ihm, den Sand auszuspucken, damit er nicht stirbt. Aus dem Ausgespucktem entstehen (hässliche, überflüssige) Berge auf dem schönen Land, das vorher nur weite ebene Steppe war. Kaira Khan spricht: Du hast gesündigt und wolltest mich betrügen. Die Gedanken der Völker, die mich verehren, werden rein sein, und sie werden sich am Sonnenlicht erfreuen. Dein Name soll Erlik werden. Die Menschen, die Sünde begehen, sollen dein Volk werden. Kaira Khan lässt einen riesigen Baum auf einem Hügel mit neun Ästen wachsen. Unter diesem Baum sitzen Törüngey und Eje, die Urahnen aller Menschen.[3]

Dede-Korkut-Geschichten

Hauptartikel: Dede Korkut

Das Dede-Korkut-Buch aus dem 11. Jahrhundert umfasst zwölf Sagen der Oghusen. Darunter sind Stammesmythen, Heldensagen und herzzerreißende Liebesgeschichten. Es stammt aus der frühen islamischen Zeit der Türken, in der die tengristischen Elemente in der türkischen Kultur noch überwogen haben. Es wird angenommen, dass sogar die meisten dieser Geschichten aus der vorislamischen Zeit stammen und erst nachträglich mit islamischen Elementen ausgeschmückt wurden.

  • Bogac Khan, der Sohn von Dirse Khan
  • Die zeremonielle Plünderung des Hauses von Salur Kazan
  • Bamsi Beyrek, der Sohn von Kam Büre Bey
  • Die Gefangenschaft des Uruz Bey, Sohn von Kazan Bey
  • Deli Dumrul, Sohn von Duha Koca
  • Kan Turali, Sohn von Kanli Koca
  • Yigenek, Sohn von Kazilik Koca
  • Basats Kampf mit Tepegöz
  • Emren, Sohn von Begil
  • Segrek, Sohn von Uschun Koca
  • Die Gefangenschaft von Salur Kazan
  • Der Konflikt zwischen den inneren und äußeren Oghusen[4]

Der Wolf

Der Wolf wurde auch deshalb als heilig verehrt, weil er seinen Kopf beim Heulen Richtung Himmel erhebt. Darin sah man eine Art Verbindung des Wolfes mit dem heiligen Himmel Tengri.

Der Wolf als heiligstes und höchstes Totem-Tier der Türken spielt in vielen Sagen und Mythen eine wichtige Rolle. Die Türken sahen den Wolf als ihren Urahnen an.

Der Wolf ist das Tier, das in der alttürkischen Mythologie die bedeutendste Rolle zu spielen scheint. Wahrscheinlich hat sich die ursprüngliche Legende vom Ahnen-Wolf bei den Hsiung-nu (oder Hunnen) entwickelt, und zwar zu einer unbekannten, aber zweifellos sehr frühen Zeit. Shiratori schreibt, dass sie in vorchristlicher Zeit schon gut ausgebildet bei den Wu sun vom Išíq Qul und vom Ili erscheint, die Indoeuropäer oder Prototürken sind. Zwei Erzählungen machen uns mit ihr bekannt. Beide berichteten von einer Wölfin, die ein Findelkind säugt, und einem Raben, der über ihr kreist.[5]

Literaturhinweise

  • Käthe Uray-Kőhalmi, Jean-Paul Roux, Pertev N. Boratav, Edith Vertes: Götter und Mythen in Zentralasien und Nordeurasien. Klett-Cotta, Stuttgart 1999, ISBN 3-12-909870-4.
  • Mustafa Miyasoğlu: Dede Korkut Kitabı. ISBN 975-338-286-3. (türkisch)
  • Türk Mitolojisi, Murat Uraz: Mitologya Yayinlari. 1992. (türkisch)
  • Necati Demir, Danismed-Name: Part One-Four. (Critical Edition, Turkish Translation, Linguistic Analysis and Glossary, Facsimile) Departement of Near-Eastern Languages an Civilizations Harcand University, Havard 2002. (engl.)
  • Nercati Demir-M. Dursun Erdem, (Hazret-i Ali Destani/Hazret-i Ali Cenkleri/Satlik Gazi Destani/Saltik-Name) 4 Bände, Destan Yayinlari, Ankara 2007. (türkisch)
  • Necati Demir: Die weinenden Tannenbäume. Zwiebelzwerg Verlag, Willebadessen 2007, ISBN 978-3-938368-54-1.
  • Necati Demir: Der Sperling und ein Schluck Wasser. Zwiebelzwerg Verlag, Willebadessen 2009, ISBN 978-3-86806-044-7.
  • W. Ekkehard Scharlipp: Die frühen Türken in Zentralasien. Darmstadt 1992, ISBN 3-534-11689-5.
  • E. Ekkehard Scharlipp: Die alttürkische Literatur: Einführung in das vorislamische Schrifttum. Verlag auf dem Ruffel, 2005, ISBN 3-933847-14-1.
  • Deniz Karakurt: Türkische Mythologie Wörterbuch (Türk Söylence Sözlüğü), Türkei, 2011 (OTRS: CC BY-SA 3.0) (türkisch)

Weblinks

Quellenhinweise

  1. Jean-Paul Roux: Die alttürkische Mythologie, Stammesmythen. In: Käthe Uray-Kőhalmi, Jean-Paul Roux, Pertev N. Boratav, Edith Vertes: Götter und Mythen in Zentralasien und Nordeurasien. Klett-Cotta, Stuttgart 1999, ISBN 3-12-909870-4, S. 251.
  2. Murat Uraz, Türk Mitolojisi
  3. Murat Uraz, Türk Mitolojisi
  4. Dede Korkut Kitabi, Mustafa Miyasoglu
  5. Jean-Paul Roux: Die alttürkische Mythologie, Der Wolf. In: Käthe Uray-Kőhalmi, Jean-Paul Roux, Pertev N. Boratav, Edith Vertes: Götter und Mythen in Zentralasien und Nordeurasien. ISBN 3-12-909870-4, S. 204.



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Tibetische Mythologie

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Thrakische Mythologie

Thrakischer Peltast

Thrakische Gebiete (einschließlich Odrysen – links unten) – 5. bis 3. Jahrhundert v. Chr.

Thrakische Kunst. Rhyton aus dem Goldschatz von Panagjurischte

Die Thraker waren ein indogermanisches Volk bzw. eine Völkergruppe in der Antike.

Sie wurden schon in der Ilias des Homer erwähnt sowie von Herodot beschrieben. Thrakische Stämme siedelten auf dem Balkan, im eigentlichen Thrakien, in Rumänien, Moldawien, Serbien und Kosovo, Mazedonien, Bulgarien, Nordgriechenland, zwischen den nördlichen Karpaten und dem Ägäischen Meer und in Kleinasien, in Mysien, Bithynien und Paphlagonien. Sie seien das größte Volk nach den Indern, schrieb Herodot. Sie besaßen keine eigene Schrift, standen aber in engem Kontakt zu den Griechen und ihrer Kultur. Ihre Sprache war das Thrakische. In der Antike wurden sie auch Kikonen genannt, nach dem gleichnamigen thrakischen Stamm.

Antike Quellen

Als trinkfeste und raubeinige Haudegen wurden die Thraker von den Griechen beschrieben. Archilochos verwünschte einen Freund: „Schiffbruch soll er erleiden und in Salmydessa sollen ihn die Thraker holen … mit struppigem Schopf“.

„Er trinkt wie ein Thraker“ war ein beliebter abfälliger Spruch. So galt den Griechen auch Dionysos, der Gott des Weines, als thrakisch. Singen und Tanzen sowie Instrumentalmusik und Lyrik galten als Domäne der Thraker. Xenophanes beschrieb die Thraker als blauäugig und (rot-)blond.

Homer

In der Ilias (8. oder 7. Jahrhundert v. Chr.) werden die Thraker als Meister der Metallverarbeitung geschildert. Die Thraker seien vernarrt in Waffen und Pferde, berichtet Homer:

„Heimat schneller Rösser“, „Mutter der Schafe“, „Lanzenträger“ und „Streitwagenkämpfer“.

Sie kämpften auf der Seite Trojas. Wegen ihres reichen Schmuckes sollen sie auf dem Schlachtfeld hell wie die Sonne gestrahlt haben. Agamemnon trank schweren thrakischen Wein und der raue Nordwind Boreas kam von Thrakien her. Im zehnten Gesang der Ilias berichtet Odysseus vom Lager des König Rhesos:

Eioneus Erbe. Rosse sah ich noch nie so schön und so groß wie die seinen. Weißer als Schnee und im Lauf so schnell wie eilende Winde. Kunstreich ist sein Wagen aus Gold und Silber gefertigt. Und mit gewaltigen Waffen aus Gold, man sieht sie mit Staunen, rückte er an. Fürwahr, nicht sterblichem Manne gebührt es, solche zu tragen, sie sind bestimmt für ewige Götter.“

Homer: Ilias, 10

Deckenmalerei in thrakischer Grabkammer Ostruscha (etwa 4. Jh. v. Chr.), Bulgarien

Xenophanes von Kolophon

Zu körperlichen Merkmalen des Volkes schrieb Xenophanes von Kolophon (ca. 570-470 v. Chr.):

„Äthiopier sagen, dass ihre Götter Stupsnasen haben und schwarz sind; Thraker, dass ihre blauäugig und rothaarig sind.“

(Fragment B16) [1]

Der tendenzielle Rotstich der Haare wird durch das Bild der Deckenmalerei in der thrakischer Grabkammer Ostruscha verdeutlicht (siehe Abbildung).

Herodot

Zu Größe und Charakter des Volkes schrieb Herodot (ca. 490-424 v. Chr.):

„Das thrakische Volk ist nach dem indischen das größte der Erde. Wäre es einig und hätte es nur einen Herrscher, so wäre es unbesiegbar und meiner Meinung nach bei weitem das mächtigste Volk, das es gibt. Aber da das unmöglich ist und gewiß niemals von ihnen erreicht werden wird, so sind sie schwach. In jeder Landschaft haben sie einen besonderen Namen, doch sind die Sitten des ganzen Volkes durchweg dieselben.“

Und über die Begräbnissitten der Thraker:

„Der Leichnam, wenn der Tote ein reicher Mann war, wird drei Tage ausgestellt. Allerhand Opfertiere werden geschlachtet, und nachdem die Totenklage gehalten worden ist, wird ein Schmaus veranstaltet. Dann wird die Leiche verbrannt oder beerdigt, ein Grabhügel aufgeschüttet und ein Kampfspiel mit Kämpfen jeder Art abgehalten. Die höchsten Preise werden für den Einzelkampf je nach seiner Bedeutung ausgesetzt.“

Geographie

Der Siedlungsraum der Thraker war in verschiedene Landschaften gegliedert sowie vom Schwarzen Meer, der Ägäis und dem Marmarameer/Dardanellen umgeben. Im Westen liegt das Rhodopengebirge und im Norden die Strandscha (Yıldız)-Berge. Der Fluss Hebron (Mariza) trennt Westthrakien vom heute türkischen Teil. Östlich siedelten die historischen Thraker auch im Westen Kleinasiens.

Eine Vorstellung über den Siedlungsraum der Thraker gibt auch der Blick auf die heute als thrakisch bezeichneten Gebiete. Die Grenze Thrakiens Kap Emine an der bulgarischen Schwarzmeerküste führt nach Westen weiter entlang der Linie Golubec, Ichtimanska Sredna Gora und Schumnatica bis zum Berg Musala im Rilagebirge, von dort nach Osten über die Rhodopen (Videnica) zur bulgarisch-griechischen Grenze bei Kaintschal. In Griechenland verläuft sie entlang des Nestos nach Süden bis zur Ägäis.

Von Thrakern wurden auch die nördlichen Ägäis-Inseln Imbros, Samothrake und Thasos besiedelt.

Thrakische Völker und Stämme

Thrakische Siedlungen

Hauptartikel: Liste thrakischer Städte

Geschichte

Die Völkergruppe der Thraker entstand vermutlich aus nomadischen Stämmen indogermanischer Herkunft. Manche Autoren nehmen auch einen sehr starken autochthonen Anteil der Bevölkerung an, andere sprechen von Protothrakern. Die frühe Bauernkultur des Kerngebietes von Thrakien reicht bis ins 7. Jahrtausend v. Chr. zurück und wurde daher auch als das eigentliche Alteuropa angesehen. Manche Sprachwissenschaftler sehen hier sogar die Wiege des Indogermanischen, das sich von dort über Kleinasien (Hethiter) und die nördlichen Steppengebiete bis nach Nordindien sowie in nördlicher und westlicher Richtung ausgebreitet haben soll.[1]

Griechische Frühgeschichte

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Einige Forscher gehen davon aus, dass die Thraker auch für die Griechen eine Art Ur- oder Vorbevölkerung darstellen (Protogriechen). Vielleicht sind die Thraker bereits vor den Griechen auch auf das griechische Festland vorgedrungen. Dafür sprechen die starke Dominanz thrakischer Götter und Mythen im griechischen Pantheon, Berichte der Autoren des Altertums sowie Orts-, Flur- und Personennamen in Griechenland. Thrakische Stämme wanderten auch nach Kleinasien ein und besiedelten dort Bithynien, Paphlagonien und Mysien. Überhaupt galt den ältesten Griechen Thrakien als das gesamte Gebiet nördlich der griechischen Stämme bis zu den Skythen. Aus ähnlichen Gründen wurde immer wieder ein Zusammenhang zwischen den Thrakern, den Troern und den Phrygern angenommen. Sprachgeschichtlich konnte das nicht bestätigt werden. So nimmt man heute an, dass die Phryger im 12. Jahrhundert v. Chr. über Thrakien nach Kleinasien eingewandert sind. Zahlreiche Orts- und Stammesnamen sowie die Namen der vorgeschichtlichen Könige Phrygiens sprechen für diese Verbindung, so zum Beispiel Tantalus etwa 1300 v. Chr., Teuphrant um 1300 v. Chr., Teleph, Tarhont, Migdon etwa 1200 v. Chr. (siehe auch: Mythologie).

Älteste Stämme

Den Griechen der Antike galten die Thraker neben den Pelasgern, Lelegern und Karern als die Alten schlechthin. Sie traten in den Geschichten, Legenden, Mythen, den Orts- und Flurnamen sowie den Königs- und Stammesnamen allerorten im gesamten Griechenland zu Tage. So verwundert es nicht, dass manchmal auch nichtthrakische alte Stämme von den Griechen als thrakisch angesehen wurden. Die Zahl der thrakischen Stämme belief sich im Laufe der Zeit auf etwa 90. Manche von ihnen verschwanden, andere verschmolzen miteinander. Größere Bedeutung erlangten die Odrysen, die Bessen, die Thynen, die Geten, die Daker, die Serden, die Moesier und die Asten.

Griechische Kolonisation

Hauptartikel: Griechische Kolonisation

Innerhalb der Zeitspanne 12./11. Jahrhundert v. Chr. waren ethnische Gruppen verschiedenen Ursprungs vom Kaukasus, aus Anatolien und von der Balkanhalbinsel in den nordägäischen Raum vorgedrungen, unter ihnen zahlreiche thrakische Volksstämme, falls diese dort nicht schon autochthon waren. Zwischen dem Evros im Osten und dem Strymon im Westen erwähnt Herodot (I bis VII) im östlichen Küstenbereich die Kikonen, im Küstenbereich der Peraia die Sapierer, im Symvolon die Dersaier, im Marmaras-Tal die Pierer, im hohen Gebirgsland des Pangaion die Satren, die Bessen und Odomanten, westlich und nördlich des Pangaion imFlusstal des unteren Strymon und des Angites die Edoner, weiter nördlich die Paioner und Paiopler sowie im oberen Strymontal die Bryger.

Insbesondere von der Insel Thasos aus wurde das thrakische Gebiet am Fuße der Rhodopen ab dem 7. Jahrhundert v. Chr. von den Pariern kolonisiert. Sie gründeten auf Anhöhen befestigte Siedlungen und Akropolen, was von möglichen Unruhen und kriegerischen Auseinandersetzungen mit der Urbevölkerung zeugt. Die im Interessenbereich der thasitschen Griechen ansässigen thrakischen Stämme waren im Handel, in der Land- und Holzwirtschaft und im Bergbau tätig. Bergwerke und Erzhütten wurden damals möglicherweise bereits seit einigen Jahrhunderten an den verschiedensten Standorten von Thrakern betrieben und die gewonnenen Metalle verarbeitet und gehandelt worden.

Siehe auch: Thasitische Peraia

Perserkriege

Im Jahre 512 v. Chr. wurde Thrakien von den Persern unter Dareios erobert. 492 zog Mardonios und 480 Xerxes I. durch Thrakien nach Griechenland.

Im 5. Jahrhundert v. Chr., wahrscheinlich infolge der Perserkriege, bildeten sich bereits thrakische Territorialstaaten heraus. Über diesen Prozess schweigen die Quellen. Bekannt wurde das Reich der Odrysen, das sich ab etwa 428 v. Chr. längs des Nordägäischen Meeres vom Fluss Strymon bis zum Pontos Euxeinos (Schwarzes Meer) und zur Mündung des Ister (Donau) erstreckte. Laut Thukydides war Teres I. der erste odrysische König, der überregionale Macht in Thrakien errang. Im Peloponnesischen Krieg kämpften die Odrysen mit Erfolg als Verbündete Athens gegen dessen Feinde. Thrakische Küstenstädte traten dem Attischen Seebund bei. Der Sohn des odrysischen Königs Kotys I., Kersobleptes, hatte Ärger mit rivalisierender Verwandtschaft, ließ Bronzemünzen prägen, nahm jährlich etwa 200 Talente Gold und Silber als Steuern ein (etwa 500 kg Edelmetall) und war mit dem griechischen König Philipp von Makedonien befreundet. Als Kersobleptes offen mit Athen paktierte, nahm Philipp einen seiner Söhne gefangen und schickte sein Heer nach Thrakien.

Makedonische Provinz

Philipp II. von Makedonien eroberte 351 v. Chr. den Westteil Thrakiens und machte es zum Bestandteil seines Reiches. 341 v. Chr. folgte auch der Osten als makedonische Provinz. Strategen wurden für die Verwaltung eingesetzt. 335 v. Chr. wurden die Thraker von Alexander dem Großen erneut unterworfen. Lysimachos bildete schließlich eine Satrapie.

Hellenismus und Kelten

Um 281 bestand ein hellenistisches Thrakerreich. Um diese Zeit fielen die Kelten auf ihrem Rückzug von Delphi ein und gründeten ein Reich am Tylis, das von 278 bis 212 v. Chr. bestand. Philipp V. muss nach 197 die eroberten Gebiete Thrakiens herausgeben. Antiochos III. versucht daraufhin, die Küste in seleukidische Gewalt zu bekommen.

Die Chersonesos (Lysimachea, Bisanthe) wurde 189 v. Chr., Ainos, Maroneia 185/184 v. Chr. von Eumenes II. bedrängt, 170 v. Chr. Abdera belagert.

Römische Provinz

Hauptartikel: Thrakien (Provinz)

46 n. Chr. wurde Thrakien nach langer Gegenwehr eine Provinz des Römischen Reiches und blieb auch Bestandteil des Byzantinischen Reiches.

Wegen ihrer kämpferischen Geschicklichkeit und Furchtlosigkeit waren Thraker als Gladiatoren sehr begehrt und geschätzt (dieser Gladiatorentypus hieß thraex). Auch Spartacus, der berühmte Gladiator und Anführer des nach ihm benannten Sklavenaufstandes, soll Thraker gewesen sein.

Am Ende der römischen Zeit verschwanden die Spuren der Thraker als politische Einheit. Manche gehen davon aus, dass sie noch heute in der bulgarischen und rumänischen Bevölkerung weiterbestehen, siehe auch: Pomaken.

Die Könige Thrakiens

Mythische Könige

Historische Könige

  • Ende 6. Jahrhunderts v. Chr. Oloros (König der Dolonker), eines auf der Chersones ansässigen Stammes
  • Zweites Viertel des 5. Jahrhunderts v. Chr. Teres I. (König der Odrysen), Begründer des Odrysenreiches, sein Schwiegersohn Ariapites war König der Skythen.
  • Um 445–435 v. Chr. Sparadokos (Spartakos), Sohn des Teres I.
  • Drittes Viertel des 5. Jahrhunderts v. Chr. Sitalkes, Sohn des Teres I.
  • 440–424 v. Chr. Sitalkes, Sitalk, (König der Odrysen) Sohn Teres I., größte territoriale Ausdehnung, Erweiterung des Reiches bis nach Byzantion und von der Nordägäis bis an die Donau, schloss 431 einen Vertrag mit Athen
  • 424 bis um 410/05 v. Chr. Seuthes I., Sohn des Sparadokos, Enkel Teres, vermutlich Vater des Maisades, letzter bedeutender Odrysenherrscher, nach Xenophon Usurpator mit Hilfe der Griechen
  • Um 410 v. Chr. Maisades (Odryse), Teilreich am Marmarameer
  • um 410 v. Chr. Teres II. (Odryse), Teilreich westlich von Byzanz
  • 410–400 v. Chr. Maisades, Mesad, Vater des Seuthes II., wurde von den Persern aus den Gebieten der Thynier, Melanditen und Tranipsen vertrieben
  • um 400–390 v. Chr. Medokos, (König der Odrysen)
  • 390?–386 v. Chr. Seuthes II. Sohn des Maisades, vermutlich Enkel Seuthes I., verlor die Herrschaft, durch Aufstand der Thynier, Rückeroberung mit Xenophon
  • 386–359 v. Chr. Kotys I., Kotis (König der Odrysen, siehe auch Iphikrates, Schwiegersohn. Ein anderer Schwiegersohn war der griechische Feldherr Charidemos, der auch noch unter Kersebleptes Feldherr im thrakischen Heer war). Kotys scheint ein häufiger oder ehrenvoller Name in Thrakien gewesen zu sein. Kotys Engiston und Kotys Etbeos erscheinen als Stifter auf silbernen Phialen aus Alexandrovo, Vraca und Agighiol (Adzigiol).
  • 359–352 v. Chr. Amatokos (König der Odrysen, Vasall Philipp II.)
  • Ca. 359–341 v. Chr. Berisades (kleineres Königtum zwischen Odrysenreich und Makedonien, Maroneia und Eion)
  • 359–342 v. Chr. Kersebleptes, Kersobleptes (König der Odrysen), Sohn des Kotys I., wurde von Philipp entthront und herrschte nur noch östlich der Mariza
  • um 341 v. Chr. Patraios König der Päonen, Zeitgenosse Philipps
  • 352 bis etwa 300 v. Chr. Theres II. (König der Odrysen), Nachfolger Amatokos, Vasall Philipps, ließ eigene Münzen schlagen
  • 341–336 v. Chr. Philipp II. (König von Makedonien)
  • 336–323 v. Chr. Alexander der Große (König von Makedonien)
  • Um 330 Syrmos (König der Triballer)
  • 300–280 v. Chr. Seuthes III. (ca.330-280), vermutlich Dynast unter Alexander, sammelte die Thraker, zog von Makedonien aus gegen Lysimachos, gründete Seuthopolis
  • 306–280 v. Chr. Lysimachos (König und Statthalter von Thrakien), als Diadoch von Alexander Verwalter von Thrakien, ab 306 König. Zu dieser Zeit war Dromichaites König der Geten, Srojos Herrscher in Thrakien, prägte eigene Münzen
  • Um 300 v. Chr. Sadalas Kleinkönig der Nipsier, Nachbarn Mesembrias, Zeitgenosse des Lysimachos
  • 299–281 v. Chr. Arsinoë II. (Königin von Thrakien) (griechisch-makedonischer Abstammung)
  • Ca. 277–260 v. Chr. Skostokos
  • Zweite Hälfte des dritten Jahrhunderts v. Chr. Sadales (König der Asten (?)), im Nordosten Thrakiens
  • Ca. 225–218 v. Chr. Kavaros
  • um 200 v. Chr. Seuthes IV. (König der Odrysen)
  • Bis 184 v. Chr. Amadokos (Odryse), König (?) eines Teilstammes
  • Vor 181 bis nach 167 v. Chr. Kotys III. (König der Odrysen), Sohn des Seuthes IV., 178–168 Verbündeter des Perseus, nach 168 Bündnis mit Rom
  • Vor 179 bis nach 172 v. Chr. Abrupolis (König der Sapäer), Freund und Bundesgenosse Roms
  •  ???–??? v. Chr. Adaios
  •  ???–??? v. Chr. Charaspes
  • Mitte des zweiten Jahrhunderts v. Chr. Teres (König (?) der Odrysen), unterstützte Andriskos
  • Vor 150 bis 145/1 Diedylis (König der Kainer)
  • Um 147 v. Chr. Barsabas
  • 141 v. Chr. Zibelmios (König der Kainer), Sohn des Diedylis, von Untertanen getötet
  • Um 100 bis um 87 v. Chr. Kotys IV. (König der Asten), Begründer der odrysisch-asteischen Dynastie
  • Um 87 bis um 80 v. Chr. Sadalas I. (König der Asten), vielleicht Sohn des Kotys IV., unterstützte Sulla
  • Erste Hälfte des ersten Jahrhunderts v. Chr. Teres (Odryse), Teilfürst unter Kotys IV. und Sadalas I.
  • Erste Hälfte des ersten Jahrhunderts v. Chr. Amatokos (Odryse), Teilfürst unter Kotys IV. und Sadalas I.
  • Um 58–45/4 v. Chr. Kotys V. (König der Asten), Sohn des Sadalas I., unterstützte Pompeius
  • 45/4–42 v. Chr. Sadales II. (König der Asten), Sohn des Kotys V. vererbte sein Gebiet an Rom
  • Mitte des ersten Jahrhunderts v. Chr. Kotys I.
  • Ca. 48–42 v. Chr. Rhaskuporis I., Sohn des Kotys, Begründer der sapäischen Dynastie; Verbündeter des Pompeius, dann von Brutus und Cassius.
  • Um 42 v. Chr. Rhaskos, Bruder des Rhaskuporis I.
  • Um 42 bis um 31 v. Chr. Kotys II., Sohn des Rhaskuporis I., Schlacht bei Actium, hielt zu Marcus Antonius
  • um 31 v. Chr. bis um 12 n. Chr. Rhoimetalkes I., Sohn des Kotys II., Schlacht bei Actium
  • Um 31 v. Chr. Sadalas (III.)
  • 22(?)–11 v. Chr. Rhaskuporis II., Schwiegersohn des Rhoimetalkes I. im Pannonischer Aufstand auf Seiten der Römer
  • Um 12–19 n. Chr. Rhaskuporis III.
  • Um 12 bis vor 19 n. Chr. Kotys III.
  • 26 n. Chr. Rhoimetalkes II., auf Seiten der Römer
  • 38–45/46 n. Chr. Rhoimetalkes III.

Sprache

Hauptartikel: Thrakische Sprache

Die ausgestorbene thrakische Sprache, gelegentlich auch Dako-Thrakisch genannt, ist ein eigenständiger Zweig der indoeuropäischen bzw. indogermanischen Sprachen. Sie wurde gesprochen in Thrakien, einigen Ägäisinseln und im nordwestlichen Kleinasien. Eine nähere Verwandtschaft mit dem Phrygischen konnte nicht nachgewiesen werden. Ebenfalls ist die Verwandtschaft mit dem Griechischen unklar. Dialekte des Thrakischen waren Dakisch, Getisch und Moesisch. Es gibt einige Sprachdenkmäler, aber nur sehr kurze Inschriften in griechischer Schrift, so dass der Eindruck entsteht, dass das Thrakische kaum als Schriftsprache für längere Texte verwendet wurde.

Thrakische Kultur

Die Thraker hatten eine differenzierte Gesellschaft. Sie waren in Stämmen organisiert, die unter der Führung von Stammesfürsten und Königen standen. Ausgedehnter Handel verband sie mit der umliegenden Welt der Griechen, Perser, Skythen und weiteren Steppenvölkern, auch mit Kelten, Römern und sogar Ägypten.

Die thrakische Kunst, die einen langen und komplizierten Entwicklungsweg vom Anfang der Bronzezeit bis zum Ende der Antike hinter sich hatte, hinterließ bemerkenswerte Schätze, Grabstätten, Kultstätten, Städte (Seuthopolis). Zu den interessantesten Bauwerken der Thraker gehören Grabhügel, in denen die Herrscher und Stammesführer begraben wurden. Sie sind heute insbesondere in Süd-Bulgarien anzutreffen, wo sich zahlreiche solcher Grabanlagen erhalten haben. Sie werden leider zunehmend ausgeplündert und die Funde gelangen über Hehler in den internationalen Antiquitätenhandel.

Besonders populär in den 1990er Jahren wurde die Region der Tiefebene von Kasanlak (bekannt als die Tiefebene der Rosen), wo man neue Grabstätten, welche die Entwicklung der thrakischen Kultur zwischen dem 5. Jh. und 4. Jh. v. Chr. darstellen, entdeckte, sodass die Welt von einer sogenannten Tiefebene der thrakischen Zaren erfuhr.

Die Entdeckungen der Archäologen der letzteren wurden als Sensation empfunden. Beispiele sind das thrakische Kultzentrum Starosel (bei Chissarja, Region Plowdiw), Perperikon (bei Kardschali, in den Ostrhodopen), wo eine heilige Felsenstadt der Thraker entdeckt wurde, Beglik Tasch (bei Primorsko, Region Burgas), Tatul, die Schätze von Zlatinitza, Sinemoretz und viele andere.

Das Thrakergrab von Alexandrowo

Aus hellenistischer Zeit stammen besonders schöne Fresken im Thrakergrab von Alexandrowo bei Stara Sagora, das 2000 freigelegt wurde. Es sind sehr realistisch stilisierte Jagdszenen, wie sich kaum lebhaftere Darstellungen in der Antiken Welt finden lassen.

Schätze der Thraker

In Bulgarien und Rumänien wurden mit den Jahren zahlreiche Goldschätze gefunden (unter anderem in Krajova, Peretu, die Siedlungs- u. Grabhügel bei Chotnitza und Karanowo).

Der Goldschatz von Chotniza

Die ältesten thrakischen Schätze stammen aus der Stein-Kupfer sowie der Bronzezeit. Außer Goldgegenständen enthalten sie oft noch Kupfer- und Bronzebeile, -sicheln und -arbeitswerkzeug. Aus dieser Zeit stammt der 1955 in der Nähe des Dorfes Chotniza (Gemeinde Weliko Tarnowo) entdeckte Goldschatz. Die Ausgrabungen erfolgten 1956 und 2000–2007. Er wird in die zweite Hälfte des 5. Jahrtausends v. Chr. datiert und gilt als der älteste. Der Schatz enthält 44 Goldgegenstände, meist Armreife, Ringe und Amulette. In der zweiten Kampagne wurden weitere Goldartefakte, Schmuck, anthropomorphe und zoomorphe Figuren und Keramikgefäße sowie Steingeräte ausgegraben.[2]

Der Schatz von Dabene

Ein Schatzfund des Jahres 2005 ist der über 4000 Jahre alte Schatz aus der Bronzezeit. Er wurde im Sommer in Westthrakien bei dem Dorf Dabene gefunden. 15.000 Stückchen Gold, sogar Goldpulver fanden die Ausgräber, in dieser Zeit ein äußerst seltener Fund. 2006 wurde bei Ausgrabungen an gleicher Stelle neben mehr als 500 winzigen goldenen Ringen auch ein Dolch gefunden, der aus einer Platin-Gold-Legierung gefertigt war. Aufgrund der hohen Härte des Materials war der Dolch noch messerscharf, so dass man sich damit rasieren könnte – ein Zeugnis des hohen Stands der Metallverarbeitungskunst der Thraker.[3]

Der Goldschatz aus Waltschitran

Der thrakische Goldschatz von Waltschitran (auch Valtchitran) in der Nähe von Plewen ist der schwerste in Europa gefundene Goldschatz. Er wurde 1924 gefunden und wird gegen das Ende der Bronzezeit (16.–12. Jh. v. Chr.) datiert. Er besteht aus sechs Gefäßen und sieben Deckeln mit einem Gesamtgewicht von 12,5 kg purem Gold. Das größte Gefäß wiegt 4,5 kg und hat zwei verzierte Henkel. Ein weiteres Gefäß, eine große Tasse, diente zum Einschenken – höchstwahrscheinlich von Wein –, in drei kleinere, die nur dann gerade standen, wenn sie voll waren.

Der Goldschatz von Panagjurischte

Der Goldschatz von Panagjurischte

Der Goldschatz von Panagjurischte in Zentralbulgarien wurde 1949 entdeckt. Bestehend aus neun Gefäßen aus Gold beeindruckt die kunstvolle Verarbeitung. Sieben der Gefäße sind Rhytoi – drei davon haben die Form eines Frauenkopfes, zwei ähneln einem Damhirschkopf, einer einem Widderkopf und einer dem Vorderteil eines Ziegenbocks. Die Rhyton-Hälse sind mit Szenen aus der griechischen und thrakischen Mythologie verziert. Ferner gehört dazu eine Phiale, die mit vier konzentrische Friesen mit Köpfen von Schwarzafrikanern und Eicheln verziert ist. Die Henkel des größten Gefäßes, einer Amphora, sind als Kentaurenkörper ausgebildet. Das Zentralfries ist um die realistisch dargestellte Holzpforte eines thrakischen Tempels angeordnet. Im inneren Teil bereiten zwei Priester eine religiöse Zeremonie vor, vor der Tempelfassade kämpfen fünf Krieger. Datiert wurde der Schatz in das 4.–3.  Jahrhundert v. Chr. Man vermutet, dass er in der Region um Panagjurischte hergestellt wurde.

Der Silberschatz von Rogosen

Die meisten thrakischen Schätze stammen aus der Späteisenzeit. Der Schatz von Rogosen[4] (bei Wraza) ist der größte nach seiner verschiedenartigen Zusammensetzung – 108 Phialen, 54 Kannen, je ein Skyphos, Kothyle und Gobele. Von großer Bedeutung sind die Inschriften auf den Wänden der Gefäße mit den Namen thrakischer Herrscher und Städte. Die Gefäße sind mit floralen und geometrischen Ornamenten und Darstellungen von Menschen und Tieren verziert, einige davon in Szenen aus der thrakischen Mythologie gruppiert. Viele der Schmuckelemente sind vergoldet.

Der Schatz von Borowo

Hauptartikel: Schatz von Borowo

In der thrakischen Nekropole von Borowo, einer Kleinstadt im Norden Bulgariens, wurden fünf Silbergefäße entdeckt. Auf drei Rhytoi kann man Vorderteile der Körper einer fliegenden Sphinx, eines Pferdes und eines Stieres erkennen. Eine Schüssel mit zwei Henkeln ist mit Menschenköpfen verziert und stellt eine Tierkampfszene dar. Auf einem kleinen Kännchen-Rhyton sind Tänze und Festmäler von Göttern und Helden dargestellt. Drei der Gefäßen tragen Inschriften mit dem Namen des thrakischen Herrschers Kotys I.

Die Goldschätze von Zlatinitsa

Am 23. Juli 2003 bargen bulgarische Archäologen einen 2400 Jahre alten Schatz mit über 15.000 Goldobjekten aus der Thrakerzeit. Die Archäologen waren auf den Schatz gestoßen, als sie in der Nähe des Dorfes Zlatinitsa, etwa 300 km östlich der bulgarischen Hauptstadt, gruben. Die zufällige Begegnung der Wissenschaftler mit einer Bauersfrau war ausschlaggebend. Diese trug ein auffälliges Schmuckstück aus kleinen goldenen Ringen, welche ihr Mann auf den Feldern gefunden und zu einer Kette verarbeitet hatte.

Die Forscher fanden unter anderem eine goldene Krone, goldene Ringe, silberne Opferbecher sowie Teile von Rüstungen und Pferdegeschirr. Aufgrund der Grabbeigaben ist es wahrscheinlich, dass es sich um ein Königsgrab handelt. Die Leiche lag in einer großen holzgetäfelten Grube, zusammen mit zwei Pferden und einem Hund. Das Grab, bzw. die Beisetzung, konnte dank beigelegter griechischer Keramik auf die Zeit um 360 bis 370 v. Chr. datiert werden.

In dem Grab könnte der thrakische Herrscher Seutus bestattet sein, dessen Schreckensherrschaft vom griechischen Chronisten Xenophontes beschrieben worden ist. Seutus hatte sich vor 2500 Jahren selbst zum König gekrönt und die thrakischen Stämme mithilfe von griechischen Söldnern unterdrückt.

Die Ausgräberin und Archäologin Daniela Agre hingegen tippt auf König Kersobleptes, einen Ehrenbürger und Verbündeten Athens, Herrscher über das thrakische Odrysenreich, Sohn des großen Kotys I. (s. o.).

Die goldene Maske von Topoltschane

Goldmaske von Topoltschane

Der Archäologe Georgi Kitow fand im Juli 2007 eine goldene Grabmaske bei Ausgrabungen nahe dem Dorf Topoltschane unweit von Sliwen. Die goldene Prunkmaske wird einem thrakischen Herrscher zugerechnet. Zusammen mit wertvollen Ritualgefäßen, Keramik und anderen Grabbeigaben wurde die Maske in einer mit Holzwänden ausgestatteten Grabkammer entdeckt. Das Grab wird auf das 4. Jahrhundert v. Chr. datiert. Heute wird angenommen, dass dieses Grab dem thrakischen Herrscher Teres I., dem Vater des Sitalkes gehört.

Waffen

Die Waffen der Thraker waren von besonderer Form. Der Schild war rund und klein, das Schwert hatte eine gebogene Klinge.

Viehzucht

Die Thraker waren hauptsächlich Viehzüchter und lebten in den Gebirgen der Balkanhalbinsel aber auch in der Ebene, wo sie schon früh Städte gründeten. Thrakische Bezeichnungen aus der Viehzucht leben in der bäuerlichen Kultur des Balkan bis heute fort.

Mythologie

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  • Am Hebros, an den Ausläufen des Rhodopengebirges, soll es einen mythischen Kampf von Hera (Verkörperung der Rhodopen) und Zeus (Verkörperung des Balkangebirges) gegeben haben. Hier liegt aber auch der Ursprung des thrakischen Fruchtbarkeitskultes (orphischer Kult).
  • Als Gottheit der Jagd und der Fruchtbarkeit verehrte das thrakische Volk die Große Mutter und ihren jungfräulich geborenen Sohn. Beide sind unter verschiedenen Namen bekannt, so auch in Phrygien. Artemis, auch Bendis oder Axieros, auch Semele (trak. Zemelos = Erde), die große Muttergottheit, Göttin der Jagd und Fruchtbarkeit und Mutter der Natur (in Phrygien Kybele). Bendis, Göttin der Familie und des Geschlechts, stand eigentlich der Hera näher, wurde von den Thrakern aber mit Artemis gleichgesetzt.
  • Dionysos, Sohn der Semele, war bei den Griechen ebenfalls sehr beliebt, wegen der mit ihm verbundenen orgiastischen Kulte. Dabei wurde rohes Fleisch verzehrt, um sich den Gott einzuverleiben, und viel Wein wurde rituell getrunken (in Phrygien Sabazios).
  • Dionysos wurde die Nymphe oder Mänade Eryope zugeordnet.
  • Orpheus galt ebenfalls als Sohn der Bendis und gilt als Mythischer König aus dem Rhodopengebirge Thrakiens. Sein Großvater war Charops, sein Vater Oiagros, der Name eines Flussgottes. Nach anderer Überlieferung war der Berg Pierus in Südmakedonien Heimat des Orpheus und der Musen.
    Orpheus wird von der Wissenschaft als historische Figur gewertet. Er war möglicherweise ein Reformer des Dionysos-Kultes. Sein Mythos verkörperte die Unsterblichkeit der Seele und vereinte starke orientalische Einflüsse mit den thrakischen Wurzeln. Die Griechen schrieben ihm die Erfindung der Musik und des Tanzes zu. Sein Mythos von der Liebe zur Nymphe Eurydike ist mit der Unterwelt, dem Hades, verbunden. Mit seinem Gesang und dem Lyra-Spiel betört er Götter, Menschen und sogar die Tiere. Nach dem von den Griechen überlieferten Mythos warfen die Mänaden den Kopf des Orpheus in den Hebrus, der dann, immer noch singend, zur Insel Lesbos getrieben sein soll. Ovid berichtet, dass Orpheus, stets von einer Schar Nymphen begleitet, von thrakischen Frauen zerfleischt wird.
  • Apollon, schon Orpheus soll am Berge Pangaion ihn angebetet haben.
  • Kadmilos, Vegetationsgott auf Samothrake.
  • Axiersos und Axiersa als Götter der Unterwelt.
  • Eurydike, auch Agriope, oder Argiope, Thrakische Baumnymphe.
  • Boreas griech. Gott des Nordwinds, wurde bei den Thrakern gleichermaßen verehrt.
  • Eioneios Flussgott des Strymon der ursprünglich Eion oder Aioneios hieß. Er galt als Vater des Königs Rhesos.
  • Phyllis die Tochter des thrakischen Königs Sithon. Sie gab sich aus Gram über die lange Abwesenheit ihres Geliebten Demophon den Tod und wurde in einen blattlosen Mandelbaum verwandelt, der, von Demophon dann umarmt, Blätter trieb.
  • Der thrakische König Polymnestor tötete aus Habgier nach dem Untergang Trojas Polydoros, den reichbeschenkten Sohn Priamos, und warf seinen Leichnam ins Meer. Hekabe, seine Mutter, fischte ihn heraus, blendete aus Rache Polymnestor und tötet dessen Kinder.
  • Auch die Lapithen von Larisa, die den legendären Kampf mit den Kentauren führten, haben vermutlich thrakische Wurzeln. So gilt Butes, der Vater der Hippodameia, als König der Thraker. Die Lapithen gelten als Abkömmlinge des Apollon.
  • Ithys Sohn des thrakischen Königs Tereus mit der athenischen Königstochter Prokne. Er wird von seiner Mutter aus Rache zerstückelt und seinem Vater zum Mahl vorgesetzt.
  • Darzalas wurde von den Bewohnern Odessos verehrt.
  • Gebelaizes, auch Salmoxis genannt, wurde von den Geten verehrt.

Zahlreiche Mythen der Griechen um Herakles sind mit den Thrakern verbunden oder ranken sich um die mythischen Könige Kadmos, Lykurgos, Diomedes und Orpheus.

In hellenistischer Zeit wurde noch ein thrakischer Heros als Reiterkrieger verehrt.

Später hatte das Christentum in Thrakien ein leichtes Spiel, da die religiösen Komponenten, Mutter, Sohn, unbefleckte Empfängnis und Abendmahl hier bereits alte Tradition hatten.

Berühmte Thraker

  • Orpheus: Mythische Figur (Orpheus-Kult)
  • Eumolpos: Mythische Figur (der „schön Singende“), ein in Eleusis eingewanderter Thraker, Sohn des Poseidon und der Chione, einer Tochter des Boreas, als Sänger, Krieger, Priester der Demeter
  • Maron: mythischer Priesterkönig des Apollon. Die thrakische Hafenstadt Maroneia ist schon bei Homer für ihren Wein berühmt. Odysseus erhält dort vom Apollonpriester Maron, Sohn des Euanthes, seinen Wein (Odyssee 9, 40 ff.; 9, 196 ff.)
  • Spartacus: Gladiator in Rom und Anführer des Sklavenaufstands von 73 v. Chr.
  • Maximinus Thrax: 235–238 Römischer Kaiser
  • Justin I.: 518–527 Oströmischer Kaiser bäuerlicher dako-thrakischer Herkunft
  • Thrakische Magd: Eine unbekannte schlaue Frau, die in der Thales-Beschreibung des Sokrates vorkommt.
  • Sosias war ein thrakischer Sklave, der im Auftrag des athenischen Feldherrn Nikias 1000 Bergwerkssklaven in Laurion befehligte.
  • Thukydides hatte verwandtschaftliche Beziehungen nach Thrakien: Der Urgroßvater seiner Mutter, der Fürst Olores, hatte Bergwerke in dem gold- und silberreichen Pangaiongebirge in Thrakien.
  • Antisthenes, der Schüler des Sokrates und Vater der kynischen Philosophie, war mütterlicherseits thrakischer Herkunft.
  • Elpinike, die Schwester des athenischen Politikers und Staatsmanns Kimon, war eine Tochter der thrakischen Prinzessin Hegesipyle.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Kalin Porozanov (Institut für Thrakologie, Sofia): Indoeuropäer in Eurasien. In: Die Thraker. Das goldene Reich des Orpheus. Katalog Bundeskunsthalle Bonn. Zabern, Mainz 2004, ISBN 3-8053-3341-2.
  2. Der Goldschatz von Khotniza (engl.)
  3. Abenteuer Archäologie. Kulturen, Menschen, Monumente. 2005,4, S. 7 u. 2006,4, S. 8. ISSN 1612-9954
  4. Der thrakische Schatz von Rogosen offline=ja



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Südostasiatische Mythologie

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Slawische Mythologie‎

Datei:Bildstein Marienkirche Bergen.jpg

Bildstein in der St.-Marienkirche in Bergen auf Rügen. Es stellt mutmaßlich einen Priester des Gottes Svantevit dar, nach anderer Interpretation jedoch den Grabstein des Fürsten Jaromar I.

Die slawische Mythologie beschreibt die Mythen und die religiösen Vorstellungen der slawischen Völker vor ihrer Christianisierung und ihr Fortdauern in Form „heidnischer“ Bräuche in christlicher Zeit. Überliefert ist ein polytheistisches System mit einer Vielzahl von Gottheiten, Naturgeistern und Naturkulten, das Übereinstimmungen mit der ursprünglichen indogermanischen Religion aufweist und Einflüsse benachbarter Kulturen erkennen lässt.

Quellen

Die Kenntnis der slawischen Glaubenswelt stammt aus vier Hauptgebieten:

  • Schriftliche Dokumente, die mit Methoden der Geschichtswissenschaft untersucht werden können, wie Chroniken, Urkunden oder kirchliche Traktate, sind im Wesentlichen aus der Spätzeit des 10. bis 12. Jahrhunderts überliefert, auch wenn der älteste Bericht des Prokopios von Caesarea bereits aus dem 6. Jahrhundert stammt. Im 10. Jahrhundert beschrieben arabische Reisende wie Ahmad Ibn Fadlān das slawische Gebiet. Detaillierte Schilderungen der Götter und Kulte der Elb- und Ostseeslawen finden sich in den Chroniken des Thietmar von Merseburg, bei Saxo Grammaticus und in der Chronica Slavorum des Helmold von Bosau. Die vorchristliche Religion der Böhmen beschrieb Cosmas von Prag, die Nestorchronik und das Igorlied legen Zeugnis vom Kult der Kiewer Rus ab.
  • Die Archäologie liefert Erkenntnisse über Kultstätten und Begräbnisriten, aber auch andere Bereiche des religiösen Lebens werden beispielsweise durch Funde von Waffen, Masken oder Schmuck erhellt.
  • Die Ethnographie hat im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts einen reichen Fundus an Material über Volksbräuche und Glaubensvorstellungen gesammelt, die zum Teil auf vorchristliche Überlieferung zurückgeführt werden konnten.
  • Die Sprachwissenschaft beschäftigt sich schließlich mit den überlieferten Bezeichnungen von Göttern und religiösen Begriffen und ermöglicht Vergleiche der lokalen Kulte untereinander und mit anderen Sprachgebieten.

Beziehungen zu anderen Kulturen

Der augenfälligste Hinweis auf die Verbindung der slawischen zur indogermanischen Mythologie ist der Kult des Donnergottes, der bei den Slawen Perun genannt wurde. Zahlreiche andere Parallelen bestehen auch zur Mythologie der Iraner, Balten, Germanen, Kelten und den antiken Kulturen der Griechen und Römer. Beispiele dafür sind Orakelkulte, die Totenverbrennung oder die Vielköpfigkeit der Götterbilder. Die Sprachwissenschaft hat auch gemeinsame Wurzeln von Götternamen und anderen religiösen Bezeichnungen herausgearbeitet. Es ist aber nicht immer zweifelsfrei erkennbar, ob die Übereinstimmungen der gemeinsamen indogermanischen Basis entstammen oder aus späteren Kulturkontakten herrühren.

Kosmogonie und Kosmologie

Der Schöpfungsmythos der Slawen ist ausgeprägt dualistisch. Eine gute und eine böse Macht heben die Erde aus dem Meer empor und lassen sie wachsen, wobei die gute Macht für die fruchtbaren Landstriche, die böse für Ödland und Sümpfe verantwortlich ist. Die beiden Mächte treten als Gott und Teufel auf, aber auch das Bild zweier Vögel ist überliefert, die Sand vom Meeresgrund picken und herauftragen. Auch an der Erschaffung des Menschen sind das Gute und das Böse gleichermaßen beteiligt: Göttlichen Ursprungs ist die Seele, der Teufel schafft den Körper und damit die Grundlage für alle Schwächen und Krankheiten bis hin zum Tod.

Die Vorstellung der Welt ist personifiziert. Der Himmel, die Erde und die Himmelskörper werden als übernatürliche Wesen vorgestellt. Der Erde ist die Göttin Mokosch, dem Himmel der Gott Svarog zugeordnet. Unter den Himmelskörpern genoss neben Sonne und Mond besonders die Venus kultische Verehrung.

Götter

Hauptgötter

Dass die lokalen Götterkulte einen gemeinsamen Ursprung haben, belegt unter anderem das Wort bog für Gott, das sich in allen slawischen Sprachen findet. Aus dem ursprünglichen slawischen Pantheon sind vier Hauptgötter bekannt:

  • Svarog, Schöpfer allen Lebens, Gott des Lichtes und des himmlischen Feuers, Himmelsschmied
  • Svarožić, auch Dažbog, der Sohn von Svarog, Sonnengott, Vermittler des göttlichen Lebens auf der Erde, Spender des Guten
  • Perun, Gott des Gewitters, des Donners und der Blitze, Kriegsgott und oberster Gott der Slawen, sowie
  • Veles, ursprünglich Beschützer der Toten, Gott des Viehs, der Fruchtbarkeit, des Reichtums, später auch Gott des Rechts

Svarog erscheint als Gott-Vater, der nach der Erschaffung der Welt untätig bleibt und die Macht an die jüngere Göttergeneration abgibt. Der oberste aktive Gott und Weltenherrscher ist Perun, der von Prokopius sogar als einziger Gott der Slawen angeführt wird. Neben ihm stehen der Sonnengott Svarožić und der Fruchtbarkeitsgott Veles. Diese Aufteilung entspricht der funktionalen Dreiteilung indogermanischer Gottheiten nach der Theorie von Georges Dumézil.

Götter der Ostslawen

Neben den Hauptgöttern wurden in allen slawischen Gebieten regionale und lokale Gottheiten verehrt. Für die Kiewer Rus berichtet die Nestorchronik, Fürst Vladimir I. habe 980 sechs Idole aufgestellt. Neben Perun und Dažbog handelt es sich um:

  • Stribog, mutmaßlich ein Windgott
  • Chors, wahrscheinlich eine Mondgottheit
  • Simargl, ein Gott in Tiergestalt, dessen Zuständigkeit unklar bleibt, und
  • Mokosch als einzige Göttin im Kiewer Pantheon, die „feuchte Mutter Erde“, Göttin der Fruchtbarkeit und der Weiblichkeit, Beschützerin der Schafe und des Spinnens und Webens

Ob der mehrfach in russischen Quellen erwähnte Trojan als ein Gott, ein mythischer Held oder ein Dämon anzusehen ist, bleibt unklar. Oft wird er mit dem römischen Kaiser Trajan in Verbindung gebracht, der auch bei den Sarmaten und Alanen vergöttlicht wurde. In serbischen Sagen erscheint Zar Trojan als dreiköpfiger Dämon, der Mensch, Vieh, und Fische verschlingt.

Götter der Elb- und Ostseeslawen

Im Gegensatz zu den anderen slawischen Stämmen haben die Elb- und Ostseeslawen unter dem Druck christlicher Missionare einen organisierten Tempelkult mit einer eigenen Priesterkaste entwickelt. Die ursprünglichen Naturgottheiten wurden bei ihnen zu Stammesgöttern, oft bekamen sie auch neue Funktionen zugewiesen. In ihren Tempeln fanden Orakelriten statt, die über den Ausgang von Kriegen oder zukünftige Ernten Auskunft gaben. Die Hauptgötter der drei mächtigsten Stämme waren:

Aus einigen Regionen sind außerdem Nebengötter bekannt. Die Ranen verehrten Rugievit, Porevit und Porenutius, in Wolgast und Havelberg ist der Kult des Jarovit belegt, die Wagrier ehrten Prove und Podaga, die Polaben Siwa. Auf dem Gebiet der Lausitzer Sorben liegen zwei Berge namens Bieleboh und Czorneboh. Czorneboh (der schwarze Gott) wird von Helmold von Bosau erwähnt, Bieleboh (der weiße Gott) ist sein hypothetischer Gegenspieler. Diese geographischen Bezeichnungen stammen jedoch aus späterer Zeit.

Naturgeister und Dämonen

Die Dämonolatrie, also der Kult der Naturgeister und Dämonen, nahm in der vor- und außerchristlichen slawischen Religion einen breiten Raum ein. Während die Götterkulte bald nach der Christianisierung verschwanden, hielt sich der Glaube an die niederen Wesen, die die Naturkräfte verkörpern, bis in die Neuzeit. Viele der ursprünglichen Naturgeister wurden dabei im Volksglauben zu Gespenstern.

Elementargeister

Die Verehrung der vier Elemente Erde, Wasser, Luft und Feuer findet sich im gesamten slawischen Gebiet. Bezeichnend ist dabei die Personifizierung: Es wurden meist nicht die Elemente selbst, sondern die in ihnen wohnenden Wesen verehrt.

Als Erdgeister galten Wesen, die Felsen, Grotten, Steine und Berge bewohnten. „Heilige“ Berge waren zum Beispiel Sobótka in Schlesien, Říp und Milešovka in Böhmen, Radhošť in Mähren und Bieleboh und Czorneboh in der Lausitz. Berggeister traten als Gruppen in Gestalt von Nymphen auf – Kosmas nennt sie Oreaden – oder als Einzelwesen. Oft waren es Riesen wie Rübezahl oder der russische Svjatogor, oder Zwerge wie die Permoniki, die von den Bergleuten verehrt und gefürchtet wurden. Ein materielles Zeugnis der Steinkulte sind die Schalensteine, die in Weißrussland bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts zu rituellen Handlungen verwendet wurden.

Wassergeister fanden sich in Seen, Brunnen, Quellen und Flüssen. Zauberkräftige Seen, die als Orakel fungierten, erwähnt Thietmar von Merseburg aus dem Gebiet der Daleminzier und Redarier, Opfer für Quellen und Brunnen werden aus Böhmen im 11. Jahrhundert, aus Russland noch im 13. Jahrhundert bezeugt. Die Wassergeister, als Vilen oder Rusalken bekannt, waren ebenso wie die Bergnymphen weibliche Gruppenwesen, der männliche Wassermann war dagegen ein Einzelgänger.

Zu den Luftgeistern zählen die Winddämonen und ihr Bruder Djed Moros, der winterliches Wetter bringt. Die Mutter oder Frau des Windes, Meluzína, warnte vor Unglücken und Naturkatastrophen. Ein sehr böses, im ganzen slawischen Gebiet bekanntes Luftwesen war die Baba Jaga, die auf einer Feuerwalze durch die Luft flog und sich von Menschenfleisch ernährte.

Im Feuerkult wurde dem Herdfeuer besondere Achtung entgegengebracht, rituelle Feuer gehörten zum Fest der Sommer- und Wintersonnenwende. Unter den Feuerdämonen finden sich Drachen und kleinere fliegende Wesen, die oft aus einem Ei ausgebrütet werden konnten. Im Zusammenhang mit dem Ahnenkult stehen die Irrlichter, Seelen von Verstorbenen, die lebende Menschen in die Irre führen.

Vegetationsdämonen, Zeitgeister und Schicksalsdämonen

Vegetationsdämonen bewachten das Getreide auf dem Feld und das Wild in den Wäldern. Sie führten Wanderer in die Irre oder verursachten, wie Hejkal, Lärm im Wald. Vielfach sind „heilige“ Bäume bezeugt, die nicht gefällt werden durften, weil sie von einem Geistwesen bewohnt waren. In enger Beziehung zu den Vegetationsdämonen stehen Zeitgeister, die bestimmte Zeitabschnitte schützten. Allen Slawen war die Mittagsfrau bekannt, ähnliche Geister waren auch dem Abend und der Mitternacht zugeordnet.

Die Ostslawen kannten den Kult des Rod, der die Menschenseelen zur Geburt auf die Erde schickt. Die weiblichen Schicksalsdämonen, die meist zu dritt auftreten und das Los eines Neugeborenen bestimmen, sind dagegen in ganz Europa bekannt, zum Beispiel als Nornen bei den Germanen. Auch die Personifizierung von Krankheiten und Tod trat in vielen Variationen auf.

Hausgeister

Der Kult der Hausgeister ist seit dem 11. Jahrhundert belegt und reicht bis in die heutige Zeit. Hausgeister als Beschützer eines jeden Hauses waren manchmal die Seelen der Vorfahren, manchmal Zwerge oder Tiergestalten, besonders Schlangen. Das Verbot, eine Schlange im Haus zu töten, damit kein Unglück über die Bewohner komme, war allgemein verbreitet. Archäologisch bezeugt sind Nahrungs-, Tier- und Menschenopfer in Fundamenten, die ebenfalls den Schutz neuerbauter Häuser sicherstellen sollten.

Totenkult und Jenseitsvorstellungen

Im Augenblick des Todes verließ nach Auffassung der Slawen die Seele den Körper und entwich aus dem Haus durch ein Fenster, das deswegen geöffnet sein musste, oder durch ein Loch in der Wand. Sie verblieb anschließend entweder dauerhaft am Ort, oder ging nach einer Weile ins Jenseits ein. Sowohl der Fährmann, der die Toten gegen Entgelt in die Unterwelt überführt, als auch die Brücke, die zu überschreiten ist, waren bekannt.

Der tote Körper wurde verbrannt. Viele Quellen bezeugen, dass die Slawen die Witwenverbrennung praktizierten. Ab dem 8. bis 9. Jahrhundert setzte sich unter Einfluss des Christentums die Körperbestattung durch. Dieses war eine Voraussetzung für den später weit verbreiteten Glauben an Vampire, Nachtalbe, Werwölfe und andere menschliche Dämonen; allerdings wurden auch lebende Menschen verdächtigt, sich im Schlaf zu verwandeln.

Kultobjekte und Rituale

Ort der Verehrung waren im Allgemeinen heilige Haine, einfache Opferstätten unter freiem Himmel oder Opfersteine. Tempel existierten nur im elb- und ostseeslawischen Raum sowie in der späten Kiewer Rus. Überregional bedeutende Tempel waren Rethra, das Hauptheiligtum der Liutizen, das archäologisch noch nicht nachgewiesen werden konnte, und das Heiligtum des Svantovit in der Jaromarsburg auf Rügen. In den Hafenstädten der Pomoranen, besonders in Wollin und Stettin, gab es mehrere Tempel, die verschiedenen Göttern geweiht waren. Ein nicht in schriftlichen Quellen nachgewiesenes Heiligtum wurde im mecklenburgischen Groß Raden aufgedeckt. Die archäologischen Befunde stützen jedoch die Beschreibungen der Tempel anderorts.

Die Götter und Geister wurden seit der Frühzeit bildlich dargestellt. Die Götzenbilder waren aus Holz oder Stein, die Hauptgötter erhielten nach schriftlichen Quellen auch Idole aus Gold und Silber. Obwohl bis zu 3 Meter hohe Statuen gefunden wurden, sind die häufigsten Funde kleine Figuren, die sogenannten Taschengötter. Den Stammesgöttern waren Insignien zugeordnet, die ihre Macht unterstrichen und oft im Krieg mitgeführt wurden: Fahnen, Lanzen, Schwerter und andere magische Waffen. Ein Charakteristikum slawischer Idole ist die Vielköpfigkeit. Viele Götter wurden mit zwei, drei, vier oder sieben Köpfen dargestellt.

Die Kulte waren mit Ausnahme der unter dem Druck der christlichen Nachbarn stehenden Elb- und Ostseeslawen kaum organisiert. Ein eigener Priesterstand hat sich nur dort nachweislich herausgebildet, vor allem bei den Stämmen der Liutizen, Obodriten und Ranen, die bis zu ihrer politischen Unterwerfung nicht zum Christentum übertraten. Dagegen sind in allen slawischen Gebieten Zauberer, Hexen und Wahrsager bekannt, die als Einzelpersonen die Kulte und magischen Rituale ausübten.

Als Elemente der Götterverehrung sind vor allem Opfer, Orakel und rituelle Festmahle belegt. Die wichtigsten öffentlichen Riten waren mit der Agrarmagie verknüpft, so das Fest der Sommer- und Wintersonnenwende oder des Frühlingsanfangs. Sie haben sich zum Teil in Form von Volksbräuchen wie der Verbrennung der Morena oder dem Iwan-Kupala-Tag bis in die Neuzeit erhalten.

Dynastische Mythen und Heldensagen

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Die drei Bogatyr. Gemälde von Wiktor Michailowitsch Wasnezow, 1898

Mythische Erzählungen über die Herkunft des Stammes und der herrschenden Dynastie haben sich aus Polen, Böhmen und der Kiewer Rus erhalten. Die tschechischen Sagen erzählen über den Urvater Čech und seine Nachfolger, die legendären Vorfahren der Přemysliden-Dynastie. Die russischen Legenden kennen wiederum den Urvater Rus. Der polnische Fürst Krak, Gründer der Stadt Krakau und Drachentöter, und der ebenso legendäre Herzog Lech galten in Polen als Begründer des geordneten Staatswesens. Die Entstehung von Kiew wird den drei Brüdern Kyj, Schtschek und Choriw zugeschrieben, deren ältester, Kyj, ebenfalls als Drachenbekämpfer auftrat. In dem sorbischen Lied Wójnski kěrluš, welches vermutlich bis in das 10. Jahrhundert hinein datiert, wird von einem Stammesführer zur Zeit der Ungarneinfälle berichtet.

Jüngeren Datums sind die russischen Bylinen und die südslawischen Heldenlieder. Die Bylinen schildern die Kämpfe gegen die Tataren. Die sagenhaften russischen Helden, die Bogatyri, als deren bekanntester Ilja Muromez gilt, kämpfen dabei gegen menschliche Feinde, Drachen und andere böse Mächte. Der größte Held der bulgarischen, serbischen und makedonischen Heldenlieder ist Fürst Marko, Teilnehmer an der Schlacht auf dem Amselfeld 1389. Die ost- und südslawischen Heldenlieder beziehen sich zwar meist auf historische Begebenheiten, verarbeiten aber zahlreiche ältere mythologische Motive.

Literatur

  • Aleksander Brückner: Die Slaven (Religionsgeschichtliches Lesebuch; 3). 2. Aufl. Mohr, Tübingen 1926.
  • Leonhard Franz: Falsche Slawengötter. 2. Aufl. Verlag Rohrer, Brünn 1943.
  • Aleksander Gieysztor: Mitologia Słowian. 3. Aufl. WUW, Warschau 2006, ISBN 978-83-235-0234-0.
  • Michael Handwerg: Die slawischen Götter in Pommern und Rügen (Pommern; 3). Edition Pommern, Elmenhorst 2010, ISBN 978-3-939680-06-2.
  • Karl H. Meyer: Die slawische Religion. In: Franz Babinger u.a. : Die Religionen der Erde. Ihr Wesen und ihre Geschichte. Münchner Verlag, München 1949.
  • Leszek Moszyński: Die vorchristliche Religion der Slaven im Licht der slavischen Sprachwissenschaft. Böhlau, Köln 1992, ISBN 3-412-08591-X (Slavistische Forschungen; 61).
  • Zdeněk Váňa: Mythologie und Götterwelt der slawischen Völker. Die geistigen Impulse Ost-Europas („Svět slovanských bohů a démonů“). Verlag Urachhaus, Stuttgart 1992, ISBN 3-87838-937-X.

Weblinks

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Römische Mythologie

Weihe-Altar zu Ehren von Jupiter und Juno im Historischen Museum der Pfalz in Speyer

Die Römische Mythologie beschäftigt sich mit den Vorstellungen der antiken römischen Mythographen über die Welt der Götter und Heroen. Die ursprüngliche römische Bauernreligion wurde vornehmlich von Personifikationen der Natur und von Naturereignissen beherrscht (z. B. Tellus „Erde“, Ops „Ernte“, Ceres „Feldfrüchte“). Erst ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. begannen die Römer unter dem vermittelnden Einfluss der Etrusker die Götterwelt der Griechen zu importieren. So entsprechen etliche Gestalten des römischen Götterhimmels denen der griechischen Mythologie, doch ist die römische Mythologie nicht so stark wie die griechische mit Göttern und Heroen bevölkert. Die Gleichsetzung fremder Götter mit eigenen, die so genannte Interpretatio Romana, wurde zum besonderen Charakteristikum des römischen Umgangs mit fremden Kulten und Religionen.

Die römischen Götter

Der römische Götterhimmel war recht umfangreich und beinhaltete neben den Göttern auch noch Geisterwesen, Personifikationen, Halbgötter und auch viele Ungeheuer. Hierzu traten noch zahlreiche Gottheiten, die in den Provinzen verehrt wurden oder deren Verehrung über die Provinzen in das Römische Reich gelangte.

Die Römer befürchteten sehr, dass man einen Gott vergessen könnte. So verehrten sie die Novensiles, was der Historiker Cincius Alimentus zu folgender Erklärung veranlasste:

„Die Römer pflegten den Götterglauben der unterworfenen Städte teils privat in den Familien zu verbreiten, teils zum Staatskult zu erheben. Damit nicht einer der Götter aufgrund der Zahl oder, weil er unbekannt wäre, übergangen würde, wurden sie kurzerhand alle zusammengefasst und mit dem einen und gleichen Namen ‚Novensiles‘ bezeichnet.“

Andere römische Historiker widersprachen dieser Herleitung von dem Wort „novus“ und legten das Wort „novem“ ihrer Erklärung zu Grunde: Es habe sich um neun Götter oder neun Musen gehandelt.[1]

Kult

Hauptartikel: Römische Religion

Der Kult sah die Opferung von Tieren, Pflanzen und anderen Dingen vor. Hierbei musste der Ritus genau beachtet werden, da jeder Fehler den Zorn der Gottheit hervorrufen würde und nach einem Sühneopfer erneut vollzogen werden musste. Bereits ein Versprecher im Text reichte aus, um Gefahren heraufzubeschwören. Eine wichtige Rolle spielten auch Vorzeichen und Weissagungen. Diese waren teils mit den Opfern verknüpft; so wurde z. B. aus den Organen der geopferten Tiere herausgelesen, ob die Götter ein Vorhaben begünstigten. Auch die Beobachtung des Vogelflugs diente diesem Zweck. An der Spitze der Priester stand der Rex sacrorum, die Pontifices, in welchen die Flamines zusammengefasst waren und die Vestalinnen. Neben den genannten gab es noch zahlreiche Kollegien (Auguren, Haruspices, Quindecimviri, Septemviri) und Kultvereine (Arvalbrüder, Fetialen, Luperci, Salier, Titier, Augustales Claudiales, Augustales Flaviales, Augustales Hadriani, Augustales Antoniani).

Auch der Wohnsitz und das Haus der römischen Familie waren Orte, an denen Riten vollzogen wurden, siehe hierzu Genius loci, Laren und Penaten.

Dei Consentes

Zwölf-Götter-Altar im Louvre

Besonders verehrt wurden die zwölf Dei Consentes. Zu ihren Ehren gab es auf dem Forum Romanum einen gemeinsamen Tempel, die Porticus Deorum Consentium. Die Etrusker verehrten eine Zwölfzahl von obersten Göttern, identifiziert wurden die römischen Götter aber mit den olympischen Göttern der Griechen. Man bezeichnet die ursprünglichen Götter heute als Dei ingentes und deren Nachkommen Dei novensiles.

Es gab keine festgelegte Rangfolge (abgesehen davon, dass Jupiter der oberste Gott und Juno die oberste Göttin war). Livius nennt an einer Stelle folgende Paare männlicher und weiblicher Gottheiten: Jupiter – Juno, Neptun – Minerva, Mars – Venus, Apollo – Diana, Vulcanus – Vesta, Mercurius – Ceres.[2] Ennius gibt folgende Reihenfolge: Iuno, Vesta, Minerva, Ceres, Diana, Venus, Mars, Mercurius, Jupiter, Neptun, Vulcanus, und Apollo.[3] Die folgende Tabelle orientiert sich an Livius:

Name: Rom Name: Griechenland Funktion/Besonderheiten Kennzeichen
Jupiter Zeus Göttervater, zuständig für Blitz, Donner und Luft Adler, Blitzbündel, Zepter
Juno Hera Familien-Göttin, zuständig für Hochzeit, Mutterschaft und Geburt, Helferin in den Nöten der Entbindung Pfau, königliche Kopfbinde
Neptun Poseidon Gott des Meeres, der Erdbeben und Pferde Dreizack, Streitwagen
Minerva Athene jungfräuliche Göttin der Weisheit, Schutzherrin der Helden, der Städte, des Ackerbaus, der Künste und Wissenschaften, des Handwerks, des (strategischen) Krieges und des Friedens Helm, Schild, Lanze und Eule
Mars Ares Gott des zerstörerischen Krieges und der Schlachten Schwert, Schild, Helm
Venus Aphrodite Göttin der Liebe und der Schönheit Taube, Muschel, Gürtel, Spiegel
Apollo Apollon Gott der Poesie, des Lichtes, der Mäuse, der Pest und der Prophetie Saiteninstrument Kithara, Pfeil und Bogen
Diana Artemis jungfräuliche Göttin der Jagd und des Mondes Pfeil und silberner Bogen, Köcher, Hirschkuh, Mondsichel
Vulcanus Hephaistos Gott der Vulkane, des Feuers und der Schmiedekunst Schmiedehammer bzw. -zange, Pilos (Handwerkerkappe)
Vesta Hestia jungfräuliche Göttin des Herdfeuers und der Familieneintracht
Mercurius Hermes Gott der Diebe, des Handels und der Reisenden; Götterbote Petasos oder Flügelhelm, Hermesstab, Flügelschuhe, Geldbörse
Ceres Demeter Erdgöttin, Fruchtbarkeitsgöttin Ähren, Fackel

Weitere römische Götter

  • Acca Larentia – Amme von Romulus und Remus
  • Aeolus – Gott der Winde, gr. Aeolus
  • Aesculapius – Gott der Heilkunst, gr. Asklepios
  • Alemonia – Sie soll das ungeborene Kind nähren, dass es voll entwickelt geboren werden kann.
  • Amor – Gott der Liebe, gr. Eros
  • Anna Perenna – Göttin des Frühlings und des jungen Jahrs
  • Aurora – Göttin der Morgenröte, gr. Eos
  • Bellona – Göttin des Krieges und des Kampfes
  • Bona Dea – Göttin der Fruchtbarkeit, Heilung, Jungfräulichkeit und Frauen
  • Bubona – Schutzgöttin der Ochsen und der Rinderzucht
  • Cardea – Göttin der Gesundheit, der Schwellen, der Türscharniere und der Türgriffe
  • Carmenta, Nicostrata – Göttin der Weissagung und der Geburt
  • Carna – Göttin des Herzens und der inneren Organe
  • Consus – Gott der eingebrachten Ernte
  • Dea Dia – Göttin des Wachstums
  • Epona – Göttin der Pferde
  • Faunus – Gott der Wälder und Weiden, gr. Pan
  • Feronia – Frühlings- und Erdgöttin
  • Flora – Göttin der Blumen und Blüten
  • Fons – Gott der Quellen, Brunnen und fließenden Gewässer
  • Fortuna – Göttin des Glücks und des Zufalls, gr. Tyche
  • Furien – die Rachegöttinen oder griechisch Erinyen
  • Furrina – Göttin der Diebe
  • Hercules – Heil- und Orakelgott, Beschirmer der Sportstätten, gr. Herakles
  • Janus – zweigesichtiger Gott des Anfangs und des Endes, der Ein- und Ausgänge, der Türen und der Tore
  • Laverna – Schutzgöttin der Diebe und Betrüger
  • Levana – Schutzgöttin der Neugeborenen
  • Luna – Göttin des Mondes, gr. Selene
  • Maia – Mutter des Hermes, gr. Maia
  • Moneta – Göttin, die die Herstellung der Münzen überwachte
  • Mutunus Tutunus – Gott der Hochzeitsfeier
  • Ops – Gattin des Saturnus, Mutter von Jupiter, gr. Rhea
  • Pales – Göttin der Weide und der Hirten
  • Picus – Gott der Felder und Wälder, Sohn des Saturnus
  • Pluto – Herrscher der Unterwelt, gr. Hades
  • Plutus – Gott des Reichtums
  • Pomona – Göttin des Obstsegens
  • Portunus – Gott der Häfen
  • Proserpina – Göttin der Erneuerung und Herrscherin der Unterwelt gr. Persephone
  • Quirinus – Gott der Quelle
  • Robigus – Gottheit der Getreidekrankheiten wie Getreiderost
  • Saturnus – Gott des Ackerbaus (Vater Jupiters), gr. Kronos
  • Silvanus – Gott der Hirten und Wälder
  • Sol – Sonnengott, gr. Helios
  • Strenia – Göttin des neuen Jahres, der Gesundheit, der Tatkraft, des Fleißes
  • Tellus – Gottheit der mütterlichen Erde, gr. Gaia
  • Veiovis – „Anti-Jupiter“, Jupiter der Unterwelt, Gott der Sühne und der entlaufenden Verbrecher oder der Heilung
  • Vertumnus – Gott des Wandels und der Veränderung
  • Volturnus – Gott des Wassers und der Flüsse

Geisterwesen

Geniuskopf aus dem 2. Jh. n. Chr., bei Vindobona gefunden

  • Genius – persönlicher innerer Geist eines Mannes, der ihm die Zeugungsfähigkeit verleiht
  • Laren – Schutzgötter oder Schutzgeister bestimmter Orte und Familien
  • Penaten – Schutzgötter der Vorräte
  • Manen – Geister der Toten, auch einige Unterweltgeister
  • Lemures, Larvae – Geister von Verstorbenen

Personifikationen

Fremde Götter

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Hans Beck: Die frühen römischen Historiker. Bd. 1, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2001, ISBN 3-534-14757-X, S. 146.
  2. Livius ab urbe condita 22.10
  3. Ennius Annalen 62



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Ozeanische Mythologie

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Neopagane Mythologie‎

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Koreanische Mythologie

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Keltische Mythologie‎

Keltische Mythologie ist eine von der Literaturwissenschaft (Philologie) und Religionswissenschaft geprägte Sammelbezeichnung für die Gesamtheit der sagenhaften profanen (weltlichen) und religiösen Erzählungen (Mythen) der Kelten von der Zeit vor ihrer Christianisierung bis ins christliche Mittelalter hinein. Dagegen bedeutet der Begriff keltische Religion die Summe der Institutionen, Riten oder Zeremonien zu bestimmten den Göttern oder den Verstorbenen gewidmeten Anlässen vor der Christianisierung.

Für die keltische Mythologie der vorgeschichtlichen und antiken Zeit sind praktisch keine direkten schriftlichen Quellen überliefert, die innerkeltische Tradierung erfolgte in vorchristlicher Zeit nahezu ausschließlich durch die mündliche Überlieferung. Die Berichte antiker griechischer und römischer Autoren sowie die viel später von christlichen Mönchen verfassten Manuskripte von den Britischen Inseln geben weitere Informationen. Bei den antiken Autoren ist wegen der Interpretatio Graeca und der Interpretatio Romana (Gleichsetzung altkeltischer mit griechischen und römischen Gottheiten) ein klares Bild erschwert und eine Tendenz in Richtung der klassischen Mythologie zu erkennen.

Aus allen diesen deshalb mit gebotener Vorsicht zu verwendenden Quellen ist zu erkennen, dass es für den keltischen Raum (das Celticum) keine einheitliche mythologische Tradition gab. Die große Zahl regionaler Mythen standen nur in sehr geringem Umfang in Einklang untereinander.[1]

Ursprünge und Überlieferung

Da es eine politische oder kulturelle Einheit der Kelten nicht gab, weist die keltische Mythologie ebenfalls keine Einheit auf, sondern ist regional unterschiedlich ausgebildet. Die bisher aufgefundene Überlieferung ist bruchstückhaft, da es in der keltischen Frühzeit lediglich eine mündliche Tradierung gab. Ein schriftliches Festhalten der überlieferten Mythen war üblicherweise im Kreis des Kultpersonals (Druiden, Druidinnen, Vates, Filid) verpönt, da dieses Wissen nur ihren Adepten zugängig gemacht werden sollte.[2] Schriftliche Aufzeichnungen der Mythen gibt es für die Festlandkelten erst durch die antiken griechischen und römischen Ethnographen, die allerdings vom jeweiligen Götterbild der Autoren geprägt sind. Die von ihnen dabei angewandten Interpretationes Graeca und Romana sind hier zusätzlich wenig bis gar nicht hilfreich.

Mönch im Skriptorium;
William Blades (1891)

Die inselkeltischen Aufzeichnungen ab dem frühen Mittelalter (6. bis 11. Jahrhundert) durch irische und britannische Mönche, die oft noch den alten Druiden- und Bardengeschlechtern entstammten und deshalb eine enge Beziehung zu den Mythen ihrer Vorfahren pflegten, sind dagegen durch die christliche Sicht verändert – wenn auch erstaunlich zurückhaltend.[3] In Irland traf gewissermaßen die heidnische Gedächtniskultur auf die christlich-monastische Schriftkultur, die es sich zur Aufgabe machte, die alten Legenden in der traditionellen Form zu bewahren.[4][5]

Helmut Birkhan nennt folgende nach ihrer Verlässlichkeit sortierten Quellen für die Erforschung der keltischen Mythologie:[4]

Sprachwissenschaftlich werden in der keltischen Mythologie analog zur geographischen Aufteilung der keltischen Volks- und Sprachgruppen mehrere Zweige unterschieden:

Die auf den britischen Inseln, in Irland und der Bretagne überlieferten Mythen beschreiben Heroen, die auf ursprüngliche Gottheiten zurückzuführen sind. Göttergeschlechter wie die irischen Túatha Dé Danann sind in den frühmittelalterlichen Legenden zu mythischen Helden geworden, die im Volksmärchen zu Kobolden, Elfen und anderen Sagenfiguren umgedeutet werden.[4] In die Heiligenviten werden in den klösterlichen Skriptorien immer wieder Begegnungen der christlichen Heiligen mit längst verstorbenen heidnischen Helden(göttern) hineingeschrieben.[7] Ein Beispiel dafür ist Acallam na Senórach („Die Unterredung der Alten“) aus der Zeit um 1200 n. Chr., wo ein Gespräch zwischen mythischen Helden und dem heiligen Patrick von Irland (4./5. Jahrhundert n. Chr.) erzählt wird.

Die Probleme der richtigen Bewertung dieser Euhemerisierung (Entstehung von Gottesvorstellungen durch mythische Überhöhung historischer Personen) zeigt die Legende der heiligen Brigida von Kildare: sie ist eng verbunden mit den Mythen um die keltische Göttin Brigid, wobei unter Wissenschaftlern diskutiert wird, ob Brigida einerseits als historische Person oder Vermenschlichung der alten Göttin zu sehen sei – oder ob andrerseits Brigid als „Vorbild“ der Heiligen erfunden worden war, um diese zugunsten des Nationalheiligen Patrick von Irland als heidnische Sagengestalt abzuwerten.[8]

Fremde Einflüsse und Wechselwirkungen

„Direktverbindungen mit den Etruskern und den Skythen erweiterten den keltischen Horizont, und damit Mythologie und Weltbild.“

Sylvia & Paul F. Botheroyd[9]

Diese vermutlich um das Ende des 5. Jahrhunderts v. Chr. beginnenden Kontakte über die Alpen (in Etrurien um 400 v. Chr.)[10] und auf die Balkanhalbinsel (in Illyrien um 360 v. Chr.)[11] waren einer der Auslöser für den Übergang der Hallstatt- in die La-Tène-Kultur. Die keltische Mythologie, grundsätzlich indoeuropäisch ausgerichtet, wurde davon offenbar zwar beeinflusst, behielt jedoch ihre spezielle Sicht der engen Verbundenheit der materiellen, diesseitigen mit der spirituellen, jenseitigen Welt bei.[9]

Die besonders wichtige germanisch-keltische wechselseitige Beeinflussung ist älteren Datums und beginnt erst mit der Späthallstattzeit (ab 6./5. Jahrhundert v. Chr.). Zur Zeit der Römerherrschaft im Rheinland waren Germanen und Kelten schon jahrhundertelang Nachbarn, was an den Matronenkulten ablesbar ist. In welcher Richtung allerdings die Beeinflussung ging, ist nur unzureichend belegbar, da die dazugehörenden Mythen nicht überliefert sind und die Etymologie sowohl die Wanderung keltischer Matronennamen ins Germanische als auch umgekehrt annimmt. Aus der Bildhaftigkeit inselkeltischer Mythen und ihrer nordgermanischen Gegenstücke ist anzunehmen, dass es sowohl eine wechselseitige Befruchtung gab, als auch ein keltisch-germanischer Kulturverband des Nordseeraumes bestand, der Gemeinsamkeiten in der Formulierung der Überlieferungen förderte. Besonders alle Erzählungen, die sich um die Gefolgschaftstreue drehen, sind nach derzeitiger Erkenntnis von den Germanen aus dem keltischen Kulturraum übernommen worden. Dies ist unter anderem am altgermanischen Wort *ambaχtaz („Diener“, „Gefolgschaftsmann“) zu sehen, das vom altkeltischen *ambaχtos („der Herumgeschickte“) herkommt.[12]

Wie schwierig ein Mythenzusammenhang herzustellen ist, ist beispielhaft an der keltischen Gottheit Taranis und ihrer germanischen Entsprechung Thor/Donar zu sehen. Etymologisch als „Donner(er)“ zu deuten (kymrisch taran), mit der entsprechenden nordgermanischen literarischen Mythen-Überlieferung, die im Keltischen fehlt, wird er bei den Galliern mit Dispater/Iuppiter identifiziert. Bei den Matronen steht der keltische Name der Ollogabiæ („Alles Nehmende“?)[13] dem germanischen Alagabiæ („Alles Gebende“)[14] gegenüber, wobei der germanische Name der ältere sein dürfte.[15] Das Fehlen überlieferter Mythen im kontinentalen Celticum ist oft Grund für problematische Deutungsversuche.[16]

Im Laufe der mündlichen Überlieferung veränderten sich die Inhalte der dieser Mythologie zu Grunde liegenden Mythen und nahmen zudem Einflüsse spätantiker (römischer) und frühmittelalterlicher (vor allem wikingerzeitlicher und angelsächsischer) Quellen auf. Bei der schriftlichen Niederlegung kamen biblische Überlieferungen (durch die mönchischen Sagen-Aufzeichner) oder frühritterliche Tradition (aus der Matière de Bretagne) vom europäischen Festland dazu, deshalb bieten die inselkeltischen Mythen zusätzlich einen Einblick in die früh- und hochmittelalterliche Sagen- und Gedankenwelt der Britischen Inseln.

Regionale Mythologien

„Von den Festlandskelten kennen wir (zum Teil wenigstens) die Religion, aber keine Mythologie, wogegen die Inselkelten die Mythologie in einer Zeit literarisch gestalteten, als die zugrundeliegende Religion nicht mehr existierte“

Helmut Birkhan[4]

Festlandkeltischer Bereich

Die Mythologie der Festlandkelten ist weitestgehend verschollen. Bildmotive wie der Kessel von Gundestrup oder der Nautae Parisiaci (Pfeiler der Pariser Schiffergilde) scheinen vom Mythos der Tötung eines Stieres, des Tarvos Trigaranos inspiriert zu sein. Außerdem werden der Sieg des Gottes oder Heroen Smertrios über eine mythische Riesenschlange und die Fällung eines Baumes durch den Gott Esus wiedergegeben. Aufgrund fehlender antiker Quellen ist die Deutung der abgebildeten Szenen überaus schwierig und umstritten.[17]

Als Beispiel dient eine Darstellung des Gottes Ogmios, auf der zu sehen ist, dass von seiner durchbohrten Zungenspitze Ketten von Gold und Bernstein ausgehen, mit denen er eine große Menge von Menschen hinter sich herzieht, deren Ohren am anderen Ende der Ketten hängen. Die Menschen leisten nicht nur keinen Widerstand, sondern folgen ihrem Führer offenbar freudig, der ihnen, den Kopf nach hinten gedreht, zulächelt. Lukian von Samosata berichtet in seinem Werk Ἡρακλῆς (Hercules, auch „Der gallische Herkules“), ein „weiser“ Kelte – offenbar ein Druide – habe ihm die dazugehörende Deutung gegeben, dass dies die Macht des Wortes versinnbildlichen solle, der die Menschen gerne folgen. Ob es sich dabei tatsächlich um eine überlieferte mythologische Erzählung oder „nur“ um einen Erklärungsversuch durch den griechischen Autor oder dessen gallischen Gewährsmann handelt, lässt sich nicht klären.[18][19]

Jupiter-Taranis, Reiter einer Gigantensäule in Obernburg am Main

Lateinische Inschriften auf Gallo-römischen Jupiter-Gigantensäulen aus den römischen Provinzen Germania superior, Germania inferior und dem nördlichen Gallien deuten zusätzlich auf einen keltischen Mythos hin, in dem der keltische Gott Taranis/Jupiter gegen Giganten kämpft. Manche Keltologen vermuten in den Säulen eine Weiterführung der Verehrung heiliger Bäume.[20]

Die festlandkeltische Götterwelt ist fast nur durch ihre aufgezeichneten Namen überliefert, Funktion oder Kultus können lediglich durch den Fundort der Weihesteine oder anderer Artefakte unzureichend vermutet werden. Caesar[21] berichtet über einen „Heiligen Hain“ (nemetom, „das Geweihte“) als Kultzentrum und Versammlungsort beim Aufstand des Vercingetorix (52 v. Chr) im Gebiet der Karnuten als „Zentrum Galliens“. Dort fanden die alljährlichen Druidenversammlungen statt.[22]

Aus der Bretagne, Aremorica genannt, gibt es nahezu keine überlieferten Mythen, die wenigen vorhandenen beziehen sich auf Kontakte mit Wales und Cornwall, wie einige spätere Artus-Sagen, die unter dem Begriff Matière de Bretagne die höfische Dichtung in altfranzösischer und mittelhochdeutscher Sprache beeinflussten. Obwohl schon ab dem 4. Jahrhundert offenbar die ersten Siedler von den britischen Inseln das Festland erreichten, hat eine kontinuierliche schriftliche Tradierung erst ab dem 14. und 15. Jahrhundert begonnen. Die bretonischen Märchen und volkstümlichen Erzählungen können möglicherweise auf altes Sagengut zurückgehen, dafür gibt es derzeit jedoch keine gesicherten Quellen.[23][24] Im 12. Jahrhundert wurden von der Dichterin Marie de France zwölf bretonische Lais (kurzes Gedicht in französischer Sprache mit keltischem Thema) gesammelt und veröffentlicht. Ein Beispiel davon ist das Lai Lanval. Erst im 19. Jahrhundert gab Théodore Hersart de La Villemarqué unter dem Namen Barzaz Breiz („Poesiesammlung der Bretagne“) eine Sammlung bretonischer Volksmärchen heraus.[25]

Kleinasien

Über Mythos und Kultus der kleinasiatischen Galater ist wenig bekannt. Sie hielten den Großen Rat der 300, die Versammlung der Vertreter der drei Galater-Stämme, in einem drunémeton (δρυνέμετον), einem „Heiligen Hain“ ab, der von Druiden als Kultplatz betreut wurde. Der Vergleich mit dem gallischen Hain im Karnutenwald drängt sich hier auf. Die abgehaltenen Riten sind nicht überliefert, jedoch werden von den Druiden ekstatische Praktiken berichtet. Ein Priesterkönigtum ist bezeugt, es gab Menschenopfer[26], der gallische Genius cucullatus hat sein Gegenstück im galatischen Heilgott Telesphoros („Vollender“), Zeus wurde unter verschiedenen keltischen (Bei-)Namen verehrt (Boussourigios, „mit dem königlichen Mund“, Bennios, vom gallischen benna, „Wagen“). Namen der Tetrarchen (Stammes-Anführer), wie De(i)otaros, „Himmelsstier“ und Brogitaros, „Stier das Landes“, deuten auf einen Stierkult hin und die späteren galatischen Kybelepriester wurden „Gallier“ (Γάλλοι) genannt.[27][28]

Irland

Hauptartikel: Irische Mythologie

„Irland machte eine ungebrochene Sonderentwicklung durch und beschert uns deshalb noch einen reichen Sagenschatz, der die keltische Mythologie am besten bewahrt hat, wiewohl erst christliche Schreiber vom 7. Jahrhundert an die Erzählungen aufschrieben.“

Sylvia & Paul F. Botheroyd[9]

Die schriftlich tradierten Mythen des alten Irland beginnen mit dem Lebor Gabála Érenn („Das Buch der Landnahmen Irlands“). Es wurde in seiner überlieferten Fassung von irischen Mönchen aufgeschrieben, die die keltische mit der christlichen Überlieferung zu verbinden suchten. Das Lebor beschreibt die Besiedlung Irlands und wurde bis ins 17. Jahrhundert nicht als Teil des irischen Sagenzyklus, sondern als Geschichtswerk angesehen. Heute ist diese Einstellung auf Grund neuerer archäologischer Befunde einer großen Skepsis gewichen.[29]

Geschildert wird im Lebor Gabála Érenn die Reihenfolge der Besiedlungen oder Eroberungen der Insel, wobei sechs Etappen unterschieden werden: Zuerst kam Cessair, dann Partholon und Nemed, die Firbolg, die Túatha Dé Danann und schließlich die Milesier, die als die eigentlichen Vorfahren der irischen Gälen genannt werden. In der Form des Euhemerismus (Überhöhung quasi-historischer Personen) sollen diese Gestalten der vorchristlichen Mythologie als Götter, später aber als historische Personen dargestellt werden. Nachdem sich die jeweils unterlegenen Besiedler in die Anderswelt zurückzogen, in das Reich der Toten, auf Inseln weit jenseits des Horizonts, in die unterirdischen Höhlen (Síd) oder in magische Reiche unterhalb des Meeres, wurden sie von den Menschen als Götter oder Naturgeister verehrt.

In den Sagen des mythologischen Zyklus wird ausführlich von diesem áes sídhe („Volk der [Grab-]Hügel“) erzählt, das meist mit den Legenden um die Túatha Dé Danann in Verbindung gebracht wird.[30] Spätere Sagen sind zum Beispiel der Ulster-Zyklus, der hauptsächlich vom Helden Cú Chulainn und dem Epos des Táin Bó Cuailnge („Der Rinderraub von Cooley“) handelt, der Finn-Zyklus über Fionn mac Cumhaill und den sagenhaften Kriegerbund der Fianna, der Königs- oder Historische Zyklus über die späteren vor- und frühchristlichen Königsgeschlechter Irlands und die Imrama über Reisen in die Anderswelt. In allen diesen jüngeren Zyklen sind die früheren Gottheiten bereits zu mythischen Helden mit übersinnlichen Gaben mutiert.

Ein wesentliches, bis heute nachwirkendes Brauchtum bilden die vier Hauptfeste des irisch/keltischen Jahres, Samhain (1. November), Imbolc (1. Februar), Beltaine (1. Mai) und Lughnasadh (1. August), die alle auf alte Mythen und die damit eng verbundenen Gottheiten zurückzuführen sind.[31][32]

Britannien

König Arthur, Miniatur im Flores Historiarum, 13. Jh.

Die schriftlich überlieferte britannische Mythologie lässt sich in drei Gruppen aufteilen: mittelalterliche Texte in kymrischer sowie bretonischer Sprache und mittelalterliche Texte in lateinischer oder angelsächsischer Sprache. Während für Wales, ebenso wie für Irland, die mönchischen Manuskripte Basis der Überlieferung sind, ist es in Schottland eine mündliche Tradierung in Form von balladenähnlichen Liedern, die bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts noch immer gesungen wurden.[4]

Als sagenhafter Stammvater der Britannier gilt Prydein, Britus genannt. Eine Überlieferung in der geschichtlich unzuverlässigen Historia Regum Britanniae („Die Geschichte der Könige Britanniens“) des Geoffrey von Monmouth über einen Britto oder Brutus erwähnt die Landnahme in Britannien und die Kämpfe gegen die Ureinwohner.

Aus Wales sind vor allem die Pedeir Ceinc y Mabinogi („Die Vier Zweige des Mabinogi“) zu nennen, in denen es um die euhemerisierten walisischen Gottheiten aus verschiedenen Göttergeschlechtern geht, im Besonderen aus dem Hause Dôn und dem Hause Llŷr, vergleichbar den irischen Túatha Dé Danann. Die vier Zweige tragen die Titel Pwyll Pendefig Dyfed („Pwyll, Fürst von Dyfed“), Branwen ferch Llŷr („Branwen, Tochter des Llyr“), Manawydan fab Llŷr („Manawydan, Sohn des Llyr“) und Math fab Mathonwy („Math, Sohn des Mathonwy“). Sowohl die britannische Mythologie, als auch Sagen und Märchen sind als Quellen dieser Erzählungen anzusehen.[33][4]

Die frühe Artussage ist ein wesentlicher Teil der walisisch/britisch/cornisch/bretonischen Mythen, wozu die Y Tair Rhamant („Die drei Romanzen“), nämlich Iarlles y Ffynnawn („Die Herrin des Brunnens“), Peredur fab Efrawg („Peredur, Sohn des Evrawg“) und Gereint fab Erbin („Gereint, Sohn des Erbin“), dazu noch Culhwch ac Olwen („Kulhwch und Olwen“), Breuddwyd Rhonabwy („Der Traum Ronabwys“), Breuddwyd Macsen („Der Traum Macsens“) und Preiddeu Annwfn („Die Beraubung von Annwfn“) gezählt werden. Außerdem damit verbunden sind auch die Sagen um Taliesin (Hanes Taliesin, „Die Geschichte Taliesins“ und Llyfr Taliesin „Das Buch Taliesins“). Die späteren Artusromane der Autoren Chrétien de Troyes, Hartmann von Aue, Ulrich von Zatzikhoven, Wolfram von Eschenbach, Wirnt von Grafenberg, Heinrich von dem Türlin, Der Stricker und Konrad von Stoffeln, die ab dem 12. Jahrhundert entstanden, zusammengefasst unter dem Begriff Matière de Bretagne („Thema aus Britannien“), fußen auf diesem britannischen Artus-Mythos.

Hinweise auf weitere, bereits verschollene Mythen enthalten die Trioedd Ynys Prydein („Walisische Triaden“).[29]

Tiermythologie

Dass Tiere in der keltischen Mythologie eine wichtige Rolle spielen, ist aus ihrer Bedeutung für das tägliche Leben, vor allem aber für die Opferzeremonien, erklärbar. Ein Beleg dafür ist die wesentlich häufigere Darstellung in der Kunst im Vergleich zu menschlichen Abbildungen. Viele Götter und Göttinnen stehen in enger Beziehung zu bestimmten Tieren, was sich durch Tierbilder als Attribut vieler Götterbilder zeigt. Die jedenfalls damit verbundenen Mythen sind im Festlands-Celticum nicht mehr rekonstruierbar.[34] In den inselkeltischen Mythen spielen Tiere sehr oft eine handlungsauslösende Rolle.

Lir und die Schwäne;
H.R.Millar (1905)

  • Vögel beeindruckten die Menschen vermutlich häufig durch ihre vielfältigen Fähigkeiten (Fliegen, Schwimmen, Tauchen), die Kelten zusätzlich durch ihre geheimnisvolle Abwesenheit in der kalten oder warmen Jahreszeit (Zugvögel) – ein Aufenthalt in der Anderswelt schien eine plausible Erklärung dafür zu sein. Trotz der ihnen zugeschriebenen Verbindungsfunktion zwischen der Welt und den Himmelshöhen sowie zwischen den Elementen Erde, Luft und Wasser schrieben die eisenzeitlichen Kelten einzelnen Vogelarten entweder positive oder negative Kräfte zu. Vögel der Muttergöttinnen waren lebensfördernd und heilend, Vögel der Kriegsgottheiten bedrohlich und zerstörerisch. Auch freiwillige oder unfreiwillige Verwandlungen in Vogelgestalt sind ein häufiges Mythenthema.[35]
    • Dem Adler wurde zugeschrieben, er könne direkt in die Sonne fliegen, deshalb wird er als würdiger Begleiter der Hauptgottheit Taranis gesehen. In inselkeltischen Mythen gilt der Adler häufig als eines der ältesten und damit weisesten Geschöpfe (so in Culhwch ac Olwen). Llew Llaw Gyffes verwandelt sich nach einem Mordanschlag in einen Adler. In der arthurianischen Sage Eachtra Mhacaoimhan-iolair („Die Abenteuer des Adlerknaben“) rettet ein Adler ein gefährdetes Kind.[35]
    • Eulen gelten als Symbol der Muttergottheit Rigani, in inselkeltischen Sagen ist Blodeuwedd nach ihrer Verfluchung durch Gwydyon zur Eule geworden.[35]
    • Seit der späten Hallstattzeit ist das Haushuhn nördlich der Alpen nachweisbar. Bei Caesar[36] ist zu lesen, dass die Britannier den Verzehr von Hühnerfleisch aus Tabugründen ablehnten. Ein Fibel-Amulett in Form eines Hahnes als Schadensabwehrzauber wurde im Grab der Fürstin von Reinheim gefunden.[37] Der Gallische Hahn als Symbol- und Wappentier Frankreichs dürfte als Begleiter Merkurs seine Stellung eingenommen haben, da dieser in der Interpretatio Romana gallischer Götter am häufigsten genannt wird. Der Hahn als sein Begleittier ist aus diesem Grund ebenfalls auf Darstellungen im Gebiet des heutigen Frankreichs sehr präsent. Eine Ente mit einer Sonnenkugel im Schnabel (ein häufiges mythologisches Motiv) ziert den Bug von Sequanas Boot.[35] Auch die Gans war in Britannien als Speise tabu, nicht jedoch im Festland-Celticum, wie Gräberfunde in Ost-Tschechien (besonders häufig in Kriegergräbern) beweisen. In Risingham (Northumberland) wurde ein namenloser Gott verehrt, der die Gans als Sympathietier hatte.[38]
    • Der Kranich, oft in Verbindung mit dem Stier ein beliebtes Motiv auf Schildern, Helmen und Waffen, wird in einer Sage über Midir in der Form der „drei Kraniche der Knausrigkeit“ (corr diúltada) dargestellt, die er dem geizigen Aithirne überlassen muss. Der erste ruft unentwegt „Komm nicht!“, der zweite „Geh weg!“ und der dritte „Vorbei am Haus!“. Wer diese drei Kraniche auch nur ansah, konnte an diesem Tag keinen Kampf siegreich bestehen. Bis ins Mittelalter galt in Irland ein striktes Verbot des Verzehrs von Kranichfleisch.[35]
    • In der Gründungssage von Lyon (Lugdunum) wird berichtet, dass vom Himmel Raben heruntergekommen wären und die Stadt deshalb den Namen Lugdunum erhalten habe (nach Pseudo-Plutarch, de fluviis 6, 14, soll „Rabe“ auf gallisch lugos heißen). Es gibt dafür zwar keine etymologische Bestätigung, aber die Münzen und einige Medaillons der Stadt zeigen ein rabenähnliches Tier. Auf einer Silberschale (Beginn 1. Jh. n. Chr.) ist der Gott Lugus mit einem über ihm flatternden Raben zu sehen. Das Rabenorakel in einem nicht lokalisierten Atlantik-Hafen mit dem Namen „Zwei Raben“ (Δύο κοράκων) fußt ebenfalls auf einer örtlichen Legende. Im inselkeltischen Bereich ist der Rabe stets mit kriegerischen Handlungen verbunden. Die irischen Kriegsgöttinnen Bodb und Morrigan sowie die Kriegsdämoninnen Scathach, Uathach und Aife sind von Raben begleitet oder können sich in solche verwandeln. In der walisischen Sage Branwen ferch Llŷr sind die Namen Brân Fendigeid („Gesegneter Rabe“) und Branwen („Weiße Rabin“) zu finden. Einen dressierten Star sendet Branwen mit einem Hilferuf an ihren Bruder Brân von Irland nach Wales.[39] Im Mythos der beiden Gottheiten Nantosuelta und Sucellus dürften Raben als Verbindung zur Welt der Toten eine wichtige Rolle gespielt haben. Die Raben des Londoner Tower sind bis heute mit der Legende verbunden, sie würden dort Brâns Haupt bewachen und Englands Existenz beschützen. Da sich König Arthur nach seinem Schlachtentod bei Camlann in einen Raben verwandelt haben soll, war das Töten eines solchen Vogels in Cornwall bis ins ausgehende Mittelalter verboten.[35]
    • In vielen irischen Sagen verwandeln sich Götter und Helden in Schwäne oder werden in solche verwandelt, so beispielsweise Midir in Tochmarc Étaíne („Das Werben um Étaín“), Fand und Lí Ban in Serglige Con Chulainn („Cú Chulainns Krankenlager“) und die Kinder Lirs in Oidheadh Chlainne Lir („Die Geschichte der Kinder Lirs“).[40] In der Sage Aislinge Oenguso („Oengus‘ Traumgesicht“) ist die Geliebte von Oengus, Cœr Ibormeit eine von 75 Schwänen.[35]

Artio-Plastik, Historisches Museum Bern

  • Als Jagdwild beliebt, wird der Bär zum Symbol der Stärke und des Kriegers. Die Götternamen Andarta, Artaius, Artio und Matunus sind von *artos (ir. art, kymr. arth „Bär“) und *matus (ir. math „Bär“) abgeleitet.[41][42] Die Bärin als Vorbild der Mutterliebe wurde mit der Göttin Artio in ihrer Funktion als Muttergottheit zusammengebracht. Auch dem Bären wird wegen seines Winterschlafes in dunklen Höhlen und dem Wiederauftauchen im Frühjahr ein zeitweiser Verbleib in der Anderswelt nachgesagt.[43]
  • Der Hase war nach Caesar[44] für die Britannier eine verbotene Speise wie Huhn und Gans. Die britannische Königin Boudicca ließ vor ihrem Aufstand gegen die Römer einen Hasen als Opfer für die Göttin Andraste frei. Als Symbol der Jagdgöttin Abnoba gilt ebenfalls der Hase.[45] Als die erzürnte Hexe Ceridwen den kleinen Gwion Bach (den späteren Dichter Taliesin) fangen will, verwandelt sie sich in einen Hund, der Knabe in einen flüchtenden Hasen (in der Erzählung Hanes Taliesin, „Die Geschichte Taliesins“).[46]
  • Als Begleiter und Attribut einer Gottheit wird der Hirsch in der keltischen Kunst häufig abgebildet. Außerdem gibt es Götter mit Hirschkopf oder -geweih, wie Cernunnos. Im Finn-Zyklus Irlands trägt der Hauptheld Fionn mac Cumhaill den Jugendnamen Demne („Hirschkalb“), sein Sohn ist Oisín („Hirschlein“), sein Enkel Oscar („Hirschlieb“). In einigen Sagen, auch außerhalb des Celticums, kommen Hirsche vor, die menschliche Gestalt annehmen können.[47][48] Der Wachstumsrhythmus des Geweihs vom Abwerfen im Februar/März bis zum Bastfegen im August entspricht dem Aussäen und Ernten des Getreides; das Hirschgeweih galt deshalb als Zeichen der Fruchtbarkeit und des Lebenslaufes. In Wales wurde erzählt, dass das Lebensalter eines Hirschen 243 Jahre betrage.[49]

Der Tod von Culanns Hund;
Stephen Reid (1904)

  • Als Haustier und Jagd- sowie Kriegshelfer war der Hund ein ständiger Begleiter der Kelten. Attribute waren Hunde vor allem bei Heilgöttern, Muttergöttinnen und Jagdgottheiten wie Abnoba. In einem Heiligtum in Wiltshire ist der Fund eines Gottes mit dem Namen Cunomaglus („Herr der Hunde“) zu verzeichnen, der von den Römern mit Apollon gleichgesetzt wurde. In Irland ist „Hund“ oft ein Synonym für „Krieger“ – so bedeutet Cú Chulainn „Hund des Culann“ (siehe Macgnímrada Con Culainn, „Cú Chulainns Knabentaten“).[50] Der treue Hund Gelert ist Mittelpunkt einer Sage aus Gwynedd (Wales).
  • Der nächste Hunde-Verwandte, der Wolf, zeigt dies schon im Namen: cuallaidh (irisch, „Wildhund“). Ähnlich wie Romulus und Remus in der römischen Sagenwelt wird Cormac mac Airt gleich nach der Geburt von einer Wölfin verschleppt und gemeinsam mit ihren Jungen aufgezogen. Als er König wird, nimmt er seine Wolfsfamilie mit nach Tara an den Königshof. In der Erzählung Math fab Mathonwy („Math, der Sohn Mathonwys“) aus dem Mabinogion werden die Brüder Gwydyon und Gilfaethwy zur Strafe in Wolf und Wölfin verwandelt und bekommen einen Welpen. Auf dem Kessel von Gundestrup ist eine Szene dargestellt, wo ein Gott mit Hirschgeweih (Cernunnos?) einen Wolf offenbar davon abhält, sich auf einen Hirsch zu stürzen; die dazugehörende Legende ist nicht bekannt.[51]
  • Eine besonders wichtige Rolle in der keltischen Mythologie spielen die Pferde. Als Opfertiere kommen sie nach den archäologischen Funden sehr häufig vor, besonders bei Fürstenbestattungen waren Pferde eine Grabbeigabe. Bei der Königsinauguration in Nordirland soll nach Giraldus Cambrensis die Kopulation des zukünftigen Herrschers mit einer weißen Stute ein wesentlicher Punkt der Zeremonie gewesen sein.[52] Auf Münzen sind sehr oft Pferde abgebildet. Eng mit dem Pferdekult verbunden waren die gallische Göttin Epona und ihr walisisches Gegenstück Rhiannon.[53] In Irland ist die Gründungssage von Emain Macha, Noínden Ulad („Die Schwäche der Ulter“), die Schilderung eines Wettlaufes zwischen der Fee Macha und einem Pferd, in dem die schwangere Macha zwar siegt, aber daran stirbt.[54] Cú Chulainns Lieblingspferd Liath Macha versucht ihn vor der Todesgefahr zu warnen und holt Conall Cernach herbei, den Tod seines Herrn zu rächen (Aided Chon Culainn, „Der Tod Cú Chulainns“).
  • Ihrer wichtige Rolle in der Viehzucht, dem Lebensmittelpunkt der keltischen Bauern, entspricht die mythologische Bedeutung der Rinder, besonders des Stieres. Als Opfertiere waren bei Grabungen ihre Knochen häufig auf Kultplätzen zu finden. In der irischen Mythologie sind die bekanntesten der Stier von Ulster und sein Gegenstück von Connacht, Donn Cuailnge und Findbennach, die Auslöser der Táin Bó Cuailnge. Ihre Entstehung wird in der Sage De chophur in da muccida („Von der [Verwandlung?] der beiden Schweinehirten“) erzählt.[55]
  • Nach den Rindern waren die Schweine die wichtigsten Haustiere der Kelten, sie sollen nach einigen inselkeltischen Sagen aus der Anderswelt stammen (siehe Pwyll). Als Grabbeigaben für das Weiterleben in der Anderen Welt waren sie besonders beliebt, als Helmzimier bei Kriegern (beispielsweise auf dem Kessel von Gundestrup) und als Verzierung auf Torques („Halsringen“) vorzufinden. Im walisischen Sagenkreis des Mabinogion sind Schweine, besonders Eber, oft der Auslöser für Kriege und Beutezüge. Die bekanntesten Eber von Wales sind der Twrch Trwyth mit seinen Söhnen und der Ysgithyrwyn. In Irland wird das Geschehen um den Heldenbissen in vielen Mythen erzählt, so in Scéla mucce Meic Dathó („Die Geschichte von Mac Dathós Schwein“).[56] Die magische Sau Henwen wirft auf ihrer Wanderung durch Wales gute (Weizen, Gerste und Bienen im Süden) und schlechte (Wolf, Adler und ein Katzenungeheuer im Norden) Gaben für die Menschen.[57]
  • Als Verbindung zweier typisch keltisch-mythischer Fruchtbarkeitssymbole, Widder (ein frühes Teutates-Symboltier) und Schlange, kann die Widderkopfschlange gesehen werden, deren Mythik vermutlich von den Skythen über die Thraker zu den Kelten kam. Eine dem Widder eng verbundene Gottheit war Moltinus.[58][59] In der Táin Bó Froích („ Das Wegtreiben der Rinder Froechs“) wird in einer Episode der Handlung die Schlangensympathie Conall Cernachs geschildert.[60] Die wechselwarmen Schlangen leben nach den Jahreszeiten ober- und unterirdisch, was die Kelten als Symbole der bäuerlichen Jahreszeiten, von Leben und Tod, sowie wegen ihrer Häutung als Symbol der Wiedergeburt deuteten.[61]
  • Ebenfalls eine Tierkombination stellt das Greif-Motiv dar. Im 5. Jahrhundert v. Chr. wurde der Greif aus dem mediterranen Raum in die La-Tène-Kultur übernommen. Die Kombinationen sind nicht einheitlich, im Grab von Glauberg ist es ein Pferdekopf auf einem Löwenkörper; in Funden von Parsberg und Ossarn sind es Raubvogelkopf mit Löwenkörper. Als mythologische Bedeutung ist aus den Darstellungen die Bewacherfunktion des Lebensbaumes zu erkennen; der Greif kann mit der Gestalt (Raubtierkopf, Löwenkrallen, Flügelschlangen-Körper) und mythischen Funktion des latènezeitlichen Drachenmotivs gleichgesetzt werden.[62]
  • Bei den Fischen sind besonders die Forelle und der Lachs für die Mythologie von Bedeutung. Von der Forelle wird behauptet, sie könne nicht gebraten werden, da sie sofort vom Grill herunterrutsche – dies soll die schwarzen Streifen mancher Forellenarten erklären. Der Lachs von Llyn Llyw zählt zu den ältesten Lebewesen, wie in Kulhwch ac Olwen von der Befreiung Mabons berichtet wird; bei den Metamorphosen, die die am längsten lebenden Menschen durchmachen (Túan mac Cairill, Fintan mac Bóchra und die beiden Schweinehirten in De chophur in da muccida) ist stets eine Lachs-Phase zu finden; in Macgnímartha Finn („Fionns Jugendtaten“) nascht der junge Fionn mac Cumhaill versehentlich vom gebratenen „Lachs der Weisheit“ (eó fis) und erringt dadurch das geheime Druidenwissen.[63] In der Navigatio Sancti Brendani („Die Seereise [des Abtes] Sankt Brendan“) wird der größte Fisch der Welt Jasconius genannt; Sankt Brendan und seine Mönche können auf ihm landen und umherspazieren.[64]

Pflanzenmythologie

Druiden mit Eichenblätter-Kränzen bei der Mistelernte; Joseph Martin Kronheim (1810–96)

Nach Plinius dem Älteren, wahrscheinlich auf einem Bericht von Pomponius Mela fußend, war die Eichenmistel (Loranthus europaeus) die heiligste Pflanze der Druiden, ebenso der Baum, auf dem sie wuchs. Am sechsten Tag nach dem Neumond wurde sie unter Einhaltung bestimmter Vorschriften geschnitten:[65]

„Die Mistel ist jedoch ziemlich selten zu finden und wenn sie gefunden wird, so wird sie mit großer Feierlichkeit geerntet, insbesondere am sechsten Tage des Mondes (womit bei ihnen die Monate und Jahre beginnen) und nach dem dreißigsten Jahr eines Zeitabschnittes, weil sie dann Kraft im Überfluss hat und nicht nur die Hälfte. […] Ein Priester in weißen Gewand steigt auf den Baum und schneidet die Mistel mit einer falce aurea [goldenen Sichel oder Hippe] ab.“[66]

Da in Britannien die Eichenmistel zu dieser Zeit nicht vorkam, haben die Druiden der Insel wahrscheinlich die Weißbeerige Mistel (Viscum album) verwendet, die im Gegensatz zur relativ wirkungslosen Eichenmistel eine narkotisierende und krampflösende Wirkung hat. Im Darm der MoorleicheLindow-Mann“ wurden tatsächlich Pollenkörner dieser giftigen Pflanze gefunden.[67]

Schon im Namen des Druiden, nach Plinius dem Älteren auf das altgriechische Vokabel δρῦς (drys, „Eiche“) zurückzuführen und im bei Strabon genannten galatischen Drynemeton (keltisch dru-nemeton, „Eichen-Hain“) kommt die Eiche als wichtiges mythisches Symbol vor. Als Träger der heiligen Mistel galt die Eiche ebenfalls als heilig und Eichenlaub war nach Berichten der antiken Autoren der Kopfschmuck für Mensch und Tier bei Opferhandlungen und anderen Zeremonien. Nach den Berner Lukan-Scholien führt der Genuss von Eicheln durch den Druiden zum Blick in die Zukunft. Im inselkeltischen Raum hat dagegen nach den tradierten Legenden die Eiche keine besondere Bedeutung gehabt.[68] Der kymrische Name der Druiden, derwydd, von derwen, derw („Eiche“, „Eichen“) lässt dennoch auf eine gewisse Bedeutung schließen.[69]

Als Zeichen der Anderen Welt galt der Apfel, der von dort zu den Menschen gekommen sein soll. Geoffrey of Monmouth nennt die mythologische Insel Avalon in seiner Historia Regum Britanniae (1135) auf lateinisch Insula Avallonis; in seiner 1150 verfassten Vita Merlini wird der Ort Insula Pomorum („Apfelinsel“) genannt. Avalon kommt von kymrisch abal („Apfel“) oder aball („Apfelbaum“). In den Artusmythen spielt diese Insel eine wichtige Rolle.[70]

In einer Legende aus Tara wird erzählt, ein Riese namens Trefuilgid habe fünf Beeren in Irland verstreut. Aus ihnen wären die fünf heiligen Bäume Irlands entsprossen, die in einem Dindsenchas-Merkspruch angeführt sind: Der Baum von Ross (Eibe), die Bäume von Dathis, Tortus und Uisneach (Eschen) sowie der Baum von Mugnas (Eiche). In Wales wurde von mittelalterlichen Schreibern die alte Legende aufgezeichnet, dass die Eibe 19.683 Jahre alt werde und somit das langlebigste Geschöpf der Welt sei.[71]

Dingbeseelung

Den an sich toten Dingen eine „Seele“ zuzugestehen, kommt in der keltischen Mythologie häufig vor, überliefert ist dies in einigen inselkeltischen Legenden. So verkündet der Stein Lia Fáil in Emain Macha durch einen lauten Schrei die Rechtmäßigkeit eines irischen Königs; er ist zusammen mit dem unten beschriebenen Kessel des Dagda, dem Speer Lughs und dem Schwert des Nuada einer der „vier Schätze der Túatha Dé Danann“, die sämtliche ein vom Besitzer oder Benutzer unabhängiges Eigenleben haben. Vergleichbar ist diese Ansammlung von Gegenständen mit den „dreizehn Schätzen der Insel Britannien“ (Tri Thlws ar ddeg Ynys Brydain), zu denen Arthurs Kessel (siehe unten), Schwert, Schild, Schiff usw. gehören. Die beseelte Wunderharfe des Dagda kehrt nach ihrem Raub durch den Fomoren-König Bress von selber in die Hände ihres Besitzers zurück, wobei sie mit einschläfernden Melodien die feindlichen Krieger außer Gefecht setzt und einen sogar erschlägt. Neben dem Lia Fáil sind auch noch die beiden Steine Bloc und Blugne in der Lage, den richtigen König zu erkennen, indem sie ihm freiwillig Durchlass gewähren.[72] Bei der Königs-Prüfung von Conaire Mór rücken zuerst die beiden Steine auseinander, dann brüllt der Lia Fáil seinen Namen und zuletzt lässt ihn der Königswagen, der jeden Unrechtmäßigen abwirft, aufsteigen und die beiden Pferde, die sonst bocken, ziehen ihn in die Königsresidenz hinein.[73]

Kessel-Mythen

Hauptartikel: Keltischer Kesselkult

Pryderi und Rhiannon gefangen vom Zauberkessel;
Albert Herter (1898)

Der Kessel spielte bei den Kelten und teilweise bei den Germanen[74] eine wichtige Rolle als mythisches Gerät und ist in vielen Sagen präsent. Im festlandskeltischen Bereich sind Kessel als Grabbeigaben häufig archäologisch nachweisbar, eventuell damit verbundene Mythen konnten bisher leider noch nicht erschlossen werden. In der frühmittelalterlichen Literatur der Inselkelten ist ein Kessel mit wunderbaren Eigenschaften ein immer wiederkehrendes Motiv.[75] Es werden drei Arten von Wunderkesseln unterschieden: der Kessel des Reichtums und der Fülle, der Kessel als Beutestück aus der Anderswelt und der Kessel der Heilung oder Wiedergeburt.[74]

So besitzt der „Gute Gott“ Dagda, Mitglied der Túatha Dé Danann, einen Kessel, der unerschöpflich Speisen spendet. In Aided Chon Culainn („Der Tod Cú Chulainns“) wird Cú Chulainn von Hexen gezwungen, unter Verletzung seiner geis (Tabu) aus ihrem Kessel zu essen, in dem sie Hundefleisch gekocht hatten.

Auch im Mabinogion werden Kessel als wesentliches Requisit der Handlung erwähnt. In Branwen ferch Llŷr gibt es einen Kessel, der in der Schlacht gefallene Krieger wiederbeleben kann und der von Efnisien zerstört wird. In Manawydan fab Llŷr werden Pryderi und Rhiannon von einem Zauberkessel festgehalten. In Culhwch ac Olwen ist der Wunderkessel, der gut und böse unterscheiden kann, Ziel eines Raubzuges von König Artus. Ebenfalls um den Raub eines Kessels aus Annwn (der Anderswelt), den der Atem von neun Jungfrauen erhitzt, geht es in Preiddeu Annwfn. Aus der Jugendzeit des Dichters Taliesin (Hanes Taliesin) wird berichtet, dass er aus Ceridwens Kessel seine Gabe der Dichtkunst empfängt.

Als literarische Vorgänger der Erzählungen um den Heiligen Gral können alle diese Sagen durchaus gesehen werden.[76][77]

Neopagane Rezeption und Literatur

Die unvollständige Quellenlage der keltischen Mythologie begünstigt eine spekulative und fantasievolle Interpretation im Neopaganismus (Neuheidentum) und seinen Versionen Keltischer Neopaganismus, Neuzeitliches Druidentum, dem anti-patriarchalischen Wicca-Kult und anderen. Auch Autoren wie James Macpherson („Ossian“), Iolo Morganwg („Barddas“) und in neuerer Zeit Rudolf John Gorsleben („Hoch-Zeit der Menschheit. Das Welt-Gesetz der Drei“), Martha Sills-Fuchs („Wiederkehr der Kelten“), Robert Graves („Die weiße Göttin“) oder Ingeborg Clarus („Keltische Mythen“) haben durch ihre Werke dazu beigetragen.[78]

Die Werke der genannten Autoren – mit Ausnahme eventuell von James Macpherson und Ingeborg Clarus – werden von Birkhan unter dem Begriff „fiktionale Literatur und Wissenschaft“ zusammengefasst. Die Intention der Autoren beschreibt er als

„[…] ‚fiktionale Wissenschaft‘. Richtig betrachtet kommt es bei solchen Werken nicht primär auf den wissenschaftlichen Wahrheitsgehalt der Aussagen, sondern auf die Originalität der Erfindung, den Lustgewinn (des Wiedererkennens) und die Ästhetik des Argumentierens an.“[79]

Dem „Ossian“ (Originaltitel: The Works of Ossian, Son of Fingal, ab 1760) Macphersons liegt eine bewusste Täuschung des Lesers zugrunde, da der Autor behauptete, diesen Text als Original in schottisch-gälischer Sprache besessen zu haben. Tatsächlich hat er ihn aus Elementen des Finn-Zyklus‚ zusammengesetzt und die vorgeblichen Originale aus dem Englischen ins Gälische rückübersetzt, womit er einen ungeheuren Erfolg im Zeitalter der romantischen Literatur erzielte. Dies führte zu einem hohen Interesse an den alten keltischen Mythen, was allerdings nicht vor Fehlinterpretationen und früher nicht vorhandenen Zuordnungen bewahrte, die besonders in neopaganen Kreisen bis heute anhalten.[80]

Im „Barddas“ („Poesie“, „Dichtkunst“, ab 1862) von Iolo Morganwg (Edward Williams), einem Werk, das er unter dem Pseudonym Llewellyn Sion schrieb, behauptet der Autor, während der Regierungszeit von Kaiser Macsen Wledig (335–388) wären die Barden zu ihrer Unterstützung besonders bevorrechtet worden. Dem trotzdem folgenden Niedergang des Bardentums habe König Arthur durch Gründung seiner Tafelrunde im 6. Jahrhundert entgegenwirken wollen, die deshalb eigentlich ‚an arrangement of the arts, sciences, usages and privilegy of the Bards‘ gewesen sei. Auch eine Pseudo-Runenschrift namens Coelbren y beirdd („Loshölzer der Barden“) erfindet Williams in diesem Kontext (Barddas, S. 55–167), die von den Neudruiden noch immer als „überlieferte Schriftform“ verwendet wird.[81]

Rudolf John Gorsleben verknüpft in „Hoch-Zeit der Menschheit. das Welt-Gesetz der Drei oder: Entstehen – Sein – Vergehen in Ursprache – Urschrift – Urglaube aus den Runen geschöpft“ (1930) germanische Traditionen mit dem Christentum und verwendet dafür keltische Begriffe, die er linguistisch frei assoziierend verwendet („Gallien“ zu „Galiläa“, „Druide“ zu „Troja“ (einer Dichterschule [sic!]), aus der Insel „Iona“ wird „Zion“).[82]

In Martha Sills-Fuchs‘ Werk „Wiederkehr der Kelten“ (1983) wird von der Autorin auf nachvollziehbare Angaben zu Zeit und Ort sowie sämtliche Belegversuche verzichtet. Kern der Aussagen sind verschiedene „Zeitalter“, die Kelten (die sie mit den Indoeuropäern gleichsetzt) erschienen im „Stierzeitalter“ (4000–2000 v. Chr.), im folgenden „Widderzeitalter“ sei ihr Höhepunkt bereits überschritten (das entspricht allerdings archäologisch der Hallstattzeit, dem Beginn der Keltisierung Mitteleuropas). Aus den Torques entsteht der Christbaumschmuck, die Mohnmehlspeisen Böhmens und des österreichischen Waldviertels, der Heimat von Sills-Fuchs, sind direkt überlieferte Rezepte der Kelten.[83]

Robert (von Ranke-)Graves ist der Anreger einer bestimmten Form der Keltenrezeption in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sein Buch „Die weiße Göttin“ (1948) wurde für Esoteriker und Vertreter der Matriarchatstheorie bald zum Standardwerk, auch gilt er als Schöpfer des neukeltischen Baum- und Pflanzenmythos‘. Er vertritt die Ansicht, eine „alteuropäische Weiße Göttin der Geburt, der Liebe und des Todes“ sei die Grundlage aller Göttinnengestalten der einzelnen Mythologien. Dabei stützt er sich auf eine fehlinterpretierende spekulative Etymologie, ausgehend von den inselkeltischen Überlieferungen.[84]

Ingeborg Clarus versucht die inselkeltischen Mythen in ihrem Buch „Keltische Mythen“ (1991) teilweise auf den Geschlechterkampf im Zuge der von ihr als Theorie verfochtenen Ablösung des Matriarchates durch das Patriarchat bei den Kelten zu reduzieren.[78]

Auch außerhalb organisierter neopaganer Gruppierungen sind fehlerhafte Interpretationen keltischer Mythen anzutreffen. Birkhan nennt die zugrunde liegende Idee „Keltenfascinosum“, die auf die Frage „Wo kommen wir her?“ eine sentimentalistisch-neoromantische Antwort zu geben sucht. Mittel zum Zweck sind unter anderem Scheinetymologien, zum Beispiel: der Name des archäologisch interessanten Kalenderbergs bei Mödling wird auf ein erfundenes keltisches Wort †kal für „Mutterbauch; Geborgenheit“ zurückgeführt, der Gaisberg im Süden Wiens auf ein ebenso erfundenes †gais für „geheiligter Platz, Tabuzone“, wobei offenbar ein Lautzusammenhang mit dem altirischen geis (Tabu, siehe oben bei „Mythische Praktiken“) gesucht und gefunden wurde – allerdings geht geis, auch geiss, auf altkeltisch *gʷed-, altirisch guidiu („ich bitte“) zurück. Die auf dem Gaisberg stehenden Kalkfelsen natürlichen Ursprungs wurden deshalb zu „Druidensteinen“ erklärt. Ein Beispiel aus der Pflanzenmythologie ist der sogenannte „Lebensbaumkreis am Himmel“ in Wien/Döbling.[85][86]

Fantasy und Popkultur

In den Fantasy-Romanen von J. R. R. Tolkien (Der Herr der Ringe, ab 1969), Marion Zimmer Bradley (Die Nebel von Avalon, 1983), Joanne K. Rowling (Harry Potter, ab 1998), Lloyd Alexander (Die Chroniken von Prydain, ab 1964) und anderen Autoren sind keltische Mythen, kombiniert mit germanischer Mythologie als Grundlage der fantasievollen Erzählungen zu erkennen.

In der Comicserie Asterix (Originaltitel Astérix le Gaulois, ab 1959) von René Goscinny und Albert Uderzo ist manchmal keltische Mythologie zu finden, besonders der Kessel, die goldene Hippe und die Mistelsuche des Druiden Miraculix (Originalname Panoramix) oder die Sorge der Gallier, dass ihnen „der Himmel auf den Kopf falle“[87][88] (siehe auch Liste der Gottheiten in den Asterix-Comics)

Hier ist auch die Fantasy-Comicserie Slaine (ab 1983) von Pat Mills einzuordnen, die starken Bezug auf keltisches Sagengut mit gleichzeitig sehr freier Variation desselben verbindet. Die Zeichentrick- und Filmfigur Conan von Robert E. Howard entfernt sich von den mythologisch/keltischen Wurzeln noch weiter, es bleibt davon lediglich die Verwendung einiger Namen und Begriffe übrig.[89]

Siehe auch

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Literatur

Weblinks

 Commons: Keltische Religion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur.S. 245.
  2. Ingeborg Clarus: Keltische Mythen. Der Mensch und seine Anderswelt. S. 11 f.
  3. Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. S. 245, 274.
  4. a b c d e f Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 431 f.
  5. Ray Dunning: Die Kelten. S. 77.
  6. Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 778 f.
  7. Ray Dunning: Die Kelten. S. 92 f.
  8. Lisa M. Bitel: St. Brigit of Ireland: From Virgin Saint to Fertility Goddess auf http://monasticmatrix.org/commentaria/article.php?textId=6 [26. September 2006]
  9. a b c Sylvia & Paul F. Botheroyd: Lexikon der keltischen Mythologie, Vorwort S. 8 f.
  10. Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 85 f.
  11. Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 130 f.
  12. Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 320 f; 517 f; 937; 1040.
  13. CIL XIII, 7280 Mainz-Kastel: Olloga/biabus / Apiuva / Messo[r]
  14. CIL XIII, 8529 Offenbach-Bürgel: Matroni[s] / Alagabiabus / Iul(ia) Pusua / pro se et Iuli(i)s f(iliis) / Peregrino / Sperato / Severo / v(otum) s(olvit) l(ibens) m(erito)
  15. Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 518.
  16. Wolfgang Meid: Keltische Religion im Zeugnis der Sprache, S. 25.
  17. Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. S. 153, 246 f.
  18. Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 564.
  19. Sylvia & Paul F. Botheroyd: Lexikon der keltischen Mythologie, S. 261.
  20. Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. S. 182.
  21. Caesar, De bello Gallico. VI, 13.
  22. Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 753.
  23. Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 265 f.
  24. Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. S. 52.
  25. Ray Dunning: Die Kelten. S. 96.
  26. Titus Livius, Ab urbe condita XXXVIII, 47.
  27. Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 146 f., 626, 747.
  28. Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. S. 136 f.
  29. a b Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 471 f.
  30. Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 507 f.
  31. Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. S. 195 f.
  32. Ray Dunning: Die Kelten. S. 791 f.
  33. Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. S. 217.
  34. Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. S. 313.
  35. a b c d e f g Sylvia & Paul F. Botheroyd: Lexikon der keltischen Mythologie, S. 346 f.
  36. Caesar, De bello Gallico V, 12.
  37. Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. S. 158.
  38. Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 721.
  39. Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 654, 722 f.
  40. Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 720 f.
  41. Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. S. 35.
  42. Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 713 f.
  43. Sylvia & Paul F. Botheroyd: Lexikon der keltischen Mythologie, S. 28 f.
  44. Caesar, De bello Gallico V, 12.
  45. Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. S. 163.
  46. Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 730.
  47. Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. S. 167 f.
  48. Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 702.
  49. Sylvia & Paul F. Botheroyd: Lexikon der keltischen Mythologie, S. 161 f.
  50. Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. S. 174.
  51. Sylvia & Paul F. Botheroyd: Lexikon der keltischen Mythologie, S. 367 f.
  52. Giraldus Cambrensis: Topographia Hibernica 3,25.
  53. Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. S. 267.
  54. Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 714.
  55. Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. S. 298 f; 95 f.
  56. Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. S. 287.
  57. Sylvia & Paul F. Botheroyd: Lexikon der keltischen Mythologie, S. 290 f.
  58. Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. S. 336.
  59. Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 725 f.
  60. Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 700 f.
  61. Sylvia & Paul F. Botheroyd: Lexikon der keltischen Mythologie, S. 288 f.
  62. Sievers/Urban/Ramsl: Lexikon zur Keltischen Archäologie. A–K und L–Z; S. 439, 693.
  63. Sylvia & Paul F. Botheroyd: Lexikon der keltischen Mythologie, S. 126 f.
  64. Carl Selmer: Navigatio Sacti Brendani Abbatis. Veröffentlichungen zur Mittelalter-Forschung Band IV, University of Notre Dame Press, Notre Dame Campus/Indiana 1959.
  65. Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. S. 235.
  66. Plinius der Ältere: Naturalis historia XVI, 95.
  67. Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 902 f.
  68. Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. S. 108 f.
  69. Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 898 f.
  70. Helmut Birkhan: Kelten, Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 523, 843, 920.
  71. Sylvia & Paul F. Botheroyd: Lexikon der keltischen Mythologie, S. 31 f.
  72. Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. Wien 2009, S. 813 f.
  73. Sylvia & Paul F. Botheroyd: Lexikon der keltischen Mythologie, S. 62 f.
  74. a b Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. Wien 2009, S. 809 ff.
  75. Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. S. 193.
  76. Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. S. 150.
  77. Ingeborg Clarus: Keltische Mythen. Der Mensch und seine Anderswelt. S. 316 f.
  78. a b Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 13 f.
  79. Helmut Birkhan: Nachantike Keltenrezeption. S. 571.
  80. Helmut Birkhan: Nachantike Keltenrezeption. S. 361 f.
  81. Helmut Birkhan: Nachantike Keltenrezeption. S. 782.
  82. Helmut Birkhan: Nachantike Keltenrezeption. S. 576 f.
  83. Helmut Birkhan: Nachantike Keltenrezeption. S. 579 f.
  84. Helmut Birkhan: Nachantike Keltenrezeption. S. 566 ff.
  85. Helmut Birkhan: Beobachtungen zum mystischen Keltenbild besonders in Österreich. Referat bei der Kelten-Tagung in Hallein 2010. S. 2 f, 7 f.
  86. Helmut Birkhan: Nachantike Keltenrezeption. S. 586, Anm. 3.
  87. 335 v. Chr. sagt ein keltischer Abgesandter auf die Frage Alexander des Großen, was er am meisten fürchte: „Nicht dich, sondern dass der Himmel einstürzen könnte.“ Conchobor meint ebenfalls: „Aber wenn nicht das Firmament herabfallen wird, […]“; Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 131, 782.
  88. Helmut Birkhan: Nachantike Keltenrezeption. S. 513 f.
  89. Helmut Birkhan: Nachantike Keltenrezeption. S. 521 f.
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Jüdische Mythologie

Die jüdische Mythologie umfasst die Gesamtheit der Sagen, Mythen und Märchen des jüdischen Volkes. Hauptsächlich finden sich die Charaktere der jüdischen Mythologie schon im Tanach. Um viele hat sich eine über den biblischen Text hinausgehende Geschichtenwelt gebildet.

Eine Hauptquelle der jüdischen Mythologie sind die Midraschim, rabbinische Kommentar zur Bibel. Einige Sagen haben sich jedoch erst in der mittelalterlichen jüdischen Diaspora gebildet, wie der Zyklus um den Prager Rabbi Judah Löw und seinem Golem. Eine Sammlung der Sagen und Legenden findet sich im Ma’assebuch.

Literatur

  • René Bloch, Moses und der Mythos: die Auseinandersetzung mit der griechischen Mythologie bei jüdisch-hellenistischen Autoren. Brill: Leiden, Boston 2011 (Supplements to the Journal for the study of Judaism, 145). Rez. von Gábor Buzási, in: Bryn Mawr Classical Review 2012.04.59



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Japanische Mythologie‎

Unter japanischer Mythologie (jap. shinwa 神話) versteht man landläufig die in den ältesten schriftlichen Chroniken Japans festgehaltenen Geschichten und Legenden aus vorhistorischer Zeit, die von der Entstehung der Welt bis zu den teilweise historisch verifizierbaren frühen Herrschern Japans reichen. In diesen Geschichten wird besonderer Wert auf die genealogischen Verbindungen zwischen den japanischen Göttern (kami) und Herrschern (tennō) gelegt. Diese sogenannten klassischen Mythen Japans zählen darüber hinaus zu den wichtigsten Texten des Shintō, der einheimischen Religion Japans. Sie werden daher manchmal auch als „Shintō-Mythen“ bezeichnet.

Der Unterschied der klassischen Mythen zu späteren Geschichten, in denen die Welt des Übernatürlichen eine Rolle spielt, ist allerdings fließend. Die späteren mythenartigen Traditionen sind oft stark vom japanischen Buddhismus beeinflusst.

Die Mythen des japanischen Götterzeitalters

Quellenlage

Die Zeitspanne zwischen der Entstehung der Welt und dem Beginn der Herrschaft der tennō-Dynastie wird in der Sprache der Mythen als „Zeitalter der Götter“ (神代, kamiyo oder jindai) genannt. Die Mythen dieser Zeit sind vor allem in den zwei Chroniken Kojiki (古事記, „Chronik alter Begebenheiten“, 712) und Nihon shoki (日本書紀, „Chronik Japans“, 720) aus dem 8. Jahrhundert niedergeschrieben, die zusammenfassend als Kiki (記紀) bezeichnet werden. Die Erzählungen sind chronologisch gereiht, wobei zu vielen Episoden mehrere Varianten vorliegen, die sich zum Teil nur geringfügig, zum Teil erheblich von der Hauptvariante unterscheiden. Diese Unterschiede innerhalb der Kiki können teilweise auf verschiedene regionale Überlieferungen zurückgeführt werden, könnten aber auch politisch unterschiedlichen Gruppierungen, die an der Abfassung der Chroniken beteiligt waren, zuzuschreiben sein. Insgesamt weist die Mythologie der Kiki jedoch einen hohen Grad an innerer Kohärenz auf.[1]

Weitere frühe Quellen, die Fudoki (風土記, „Regionalchroniken“ ab 713), enthalten ebenfalls mythologisches Material, das allerdings — im Unterschied zu den Kiki — nicht in eine kohärente Erzählung gefasst ist und überraschend wenige Übereinstimmungen mit den Kiki aufweist.

Spätere Quellen, angefangen vom Kogo shūi und dem Sendai kuji hong aus dem frühen 9. Jahrhundert, geben die Kiki-Mythen des Götterzeitalters in einer synthetisierten Form wieder (wobei an einigen Punkten Neuerungen eingeführt werden, die hier nicht berücksichtigt sind). (Mehr zur Mythenrezeption, s.u.)

Weltentstehung

Kobayashi Eitaku, „Izanami und Izanagi“, farbige Tusche auf Seide, ca. 1885

Beide Chroniken, sowohl das Kojiki als auch das Nihon shoki, beginnen mit der Erschaffung der Welt. Am Anfang teilt sich die sogenannte Urmaterie in Himmel und Erde und dazwischen entstehen drei Himmelsgötter[Anm. 1] und sieben Göttergenerationen, die jeweils in Paaren auftreten. Besondere Aufmerksamkeit liegt hier auf der siebten und somit letzten Generation, bestehend aus einem Urgötterpaar, das für die eigentliche Welterschaffung verantwortlich ist.

Das Urgötterpaar Izanagi und Izanami, die sowohl Geschwister als auch ein Ehepaar sind, steht zunächst auf der schwebenden Himmelsbrücke und beobachtet das Chaos unter sich. Schließlich rührt Izanagi mit einem Speer im Wasser umher, und als er den Speer zurückzieht, fallen salzige Tropfen zurück ins Wasser und eine Insel – Onogoroshima (淤能碁呂島, „die von selbst geronnene Insel“) – entsteht. Das Götterpaar steigt nun auf das neu entstandene Land herab, errichtet einen „Himmelspfeiler“ und vollführt eine Art Hochzeitsritus. Daraufhin entstehen zahlreiche Inseln, darunter auch die acht großen Inseln Japans (大八島, Ōyashima), sowie eine große Anzahl von Göttern.[Anm. 2]

Nachdem zahlreiche Gottheiten in Form von Landmassen oder natürlichen Elementen gezeugt worden sind, verbrennt sich Urmutter Izanami bei der Geburt des Feuergottes so schwer, dass sie „stirbt“ und in die Unterwelt („Yomi“) kommt. In seiner Trauer schlägt Vater Izanagi den Feuergott mit einem Schwert in Stücke, wodurch neue Götter entstehen, und macht sich anschließend auf die Suche nach Izanami. Er findet sie schließlich in der Unterwelt, verstößt jedoch gegen ihre Bitte, sie nicht anzusehen, woraufhin ihn Izanami zusammen mit ihren Kreaturen aus der Unterwelt verjagt. Als er das Tor zur Unterwelt passiert hat, verschließt er es mit einem Felsen und trennt somit die Welt der Lebenden von der Welt der Toten. Izanami schwört aus Rache, täglich eintausend Leben zu vernichten, und wird dadurch zur Herrscherin der Unterwelt. Izanagi dagegen wird zum Gott des Lebens, indem er schwört, täglich eintausend Gebärhütten (Geburten) zu erschaffen. Auf diese Weise wird der Kreislauf von Leben und Tod in Gang gesetzt.

Nach seinem Besuch in der Unterwelt vollzieht Izanagi eine rituelle Reinigung in einem Fluss. Dabei entstehen wiederum mehrere Gottheiten, darunter auch die Sonnengöttin Amaterasu, die bei der Waschung des linken Auges entsteht, der Mondgott Tsukiyomi no Mikoto (auch Tsukuyomi genannt) bei der Waschung des rechten Auges und der Gott Susanoo, der bei der Waschung der Nase erscheint. Bevor Izanagi sein schöpferisches Werk beendet und sich „zurückzieht“, teilt er diesen Kindern verschiedene Herrschaftsgebiete zu: Amaterasu erhält die Hohen Gefilde des Himmels, Tsukiyomi die Gefilde der Nacht und Susanoo die Gefilde des Meeres oder– in einigen Varianten — das Erdreich.

Was in allen mythologischen Versionen von der Zuteilung der Herrschaftsbereiche gleich bleibt, ist, dass Susanoo, anstatt sich um seinen Bereich zu kümmern, sich wie ein trotziges Kind gebärdet, furchtbar weint und dadurch Flüsse und Wälder vertrocknen lässt; er leitet das Sterben auf der Welt ein. Daher wird er in das Wurzelland (根の国, „Ne no kuni“) verbannt, über das er fortan herrschen soll.

Amaterasu und Susanoo

Bevor sich Susanoo in sein neues Herrschaftsgebiet aufmacht, möchte er sich allerdings von seiner Schwester Amaterasu verabschieden. Er steigt zu ihr in den Himmel hinauf, lässt dabei die Erde beben und setzt Berge und Hügel in Bewegung. Amaterasu erwartet einen Angriff und vermutet, dass er ihr Land rauben möchte. Daher rüstet sie sich zum Kampf und ändert ihr Aussehen, sodass sie nun einem Mann gleicht. Oben angekommen, beteuert Susanoo jedoch, „reinen Herzens“ zu sein. Um dies zu beweisen, lassen sich die göttlichen Geschwister auf einen Wettstreit ein. Es handelt sich dabei um eine Art Beschwörung (ukehi), bei der ein vorher ausgemachtes Zeichen als positive oder negative Antwort auf eine gestellte Frage gilt. In diesem Fall geht es um die Erschaffung von Kindern aus den Waffen der jeweiligen Geschwistergottheit, deren Geschlecht schließlich auch Aufschluss über Susanoos Gesinnung geben soll. Wie genau dies vonstattengeht, ist von Version zu Version unterschiedlich – jedoch haben sie alle gemein, dass das Ergebnis stets zu Susanoos Gunsten interpretiert wird.

So kommt es, dass Susanoo sich Zugang zu Amaterasus Reich verschafft. Er begeht dort acht „himmlische Sünden“ (ama-tsu-tsumi); zum Beispiel zerstört er die Reisfelder, lässt die Pferde los oder beschmiert die heilige Halle, in der Amaterasu den frisch geernteten Reis verkostet, mit seinem eigenen Kot. Amaterasu unternimmt zunächst nichts gegen diese Sabotageakte, doch als er schließlich einem Pferd durch „Rückwärtsschindung“ die Haut abzieht, es in die heilige Webhalle wirft und sich eine Weberin dort vor Schreck mit dem Weberschiffchen in die Scheide sticht und daran stirbt, hat er es zu weit getrieben: Amaterasu ist so erbost, dass sie sich in einer Felsenhöhle einschließt, wodurch das Licht der Welt verlischt.

Hervorlockung aus der Felsenhöhle

Shunsai Toshimasa, „Tanz vor der Felsenhöhle“, Farbholzschnitt, 1887

Die Götter schmieden daraufhin einen Plan, um die Sonnengöttin wieder aus ihrer Höhle zu locken, damit das Licht auf die Welt zurückkehrt. Zunächst beginnen sie mit der Herstellung verschiedener Opfergaben wie einem Spiegel oder Krummjuwelen und entwurzeln zum Schluss einen Sakaki-Baum, der sich auf dem himmlischen Kagu-Berg befindet.

Auf die Darbringung der Opfergaben, die mit schmeichelnden Ritualworten einhergeht, folgt ein Tanz der Göttin Ame no Uzume, die dabei – gleichsam in Trance – ihre Brüste und Genitalien entblößt. Dieses Vorgehen bringt die umstehenden Götter zum Lachen, worauf Amaterasu, neugierig geworden, das Tor der Höhle öffnet und ins Freie blickt. Dies nützt der Gott Ame no Tachikarao („Mann der starken Hand des Himmels“), der sich neben dem Eingang positioniert hat, und zieht Amaterasu aus ihrer Höhle ins Freie, woraufhin die Welt sich wieder erhellt. Der Gott Ame no Futotama spannt sofort ein Seil quer über den Eingang, um Amaterasu daran zu hindern sich wieder in der Höhle zu verstecken.

Varianten dieser Episode erwähnen auch Hähne, die von den Göttern zum Krähen gebracht werden, möglicherweise um Amaterasu vorzugaukeln, dass die Sonne ohne sie aufgegangen sei.

Susanoo und das achtköpfige Ungeheuer

Tsukioka Yoshitoshi, „Susanoos Kampf“, Farbholzschnitt, 1887

Susanoo wird nach Wiedererscheinen der Sonnengottheit endgültig aus dem Himmel verbannt. Er steigt in die Provinz Izumo herab, wo er ein altes Ehepaar trifft, das ihm von seinem Unglück erzählt. Das achtköpfige Ungeheuer Yamata no Orochi hat bereits sieben seiner acht Töchter verschlungen und bald kommt die Zeit, wo es auch die achte Tochter Kushinadahime verschlingen wird. Susanoo verspricht ihnen das Ungeheuer zu töten, wenn er dafür Kushinadahime zur Frau bekommt. Das Paar willigt ein und so weist Susanoo die beiden an, acht Fässer Reiswein (Sake) zu brauen und einen Zaun mit acht Öffnungen zu errichten, hinter den sie die Fässer mit Sake stellen sollen.[Anm. 3]

Als Yamata no Orochi schließlich kommt, um sich Kushinadahime zu holen, bietet Susanoo dem Ungeheuer ehrerbietig den Sake an. Yamata no Orochi trinkt, schläft ein und kann von Susanoo in Stücke gehauen werden. Im Schwanz des Ungeheuers findet er das Schwert Ama no Mura-kumo (天叢雲, „Himmlische Wolkenhaufen“), das später den Namen Kusanagi no Tsurugi erhält (siehe unten: Yamato Takeru).[2]

Ōkuninushi

Als Nächstes erzählen die Mythen von Ōkuninushi (大国主 oder auch Ōnamuchi 大己貴・大穴牟遅, Ōmononushi 大物主), einem Nachkommen (oder Sohn) des Susanoo. Im Kojiki gibt es sehr ausführliche und schon fast märchenhafte Beschreibungen von Ōkuninushi.

Der Weiße Hase von Inaba

Beispielsweise macht sich Ōkuninushi mit seinen 80 Halbbrüdern auf nach Inaba (因幡), wo die Brüder die „Prinzessin Yakami“ (八上) heiraten möchten. Ōkuninushi folgt ihnen und trägt das Gepäck der Brüder. Auf ihrer Reise treffen die Brüder auf einen weißen (nackten) Hasen, der sich vor Schmerzen am Boden windet. Ōkuninushi fragt ihn, warum er nackt ist. Er erklärt ihm, dass er von der Insel Oki auf das Festland gelangen wollte und deshalb die Seeungeheuer (wani) mit einer List täuschte und dass ihm ein getäuschtes Seeungeheuer mit einem Schnapp das Fell abzog. Ōkuninushi rät dem leidenden Tier, in frischem Wasser zu baden und sich in Blütenstaub zu wälzen und lindert somit seinen Schmerz. Der Hase, der in Wirklichkeit eine Gottheit ist, prophezeit ihm, dass er Prinzessin Yakami heiraten wird. Als sich die Prophezeiung des Hasen bewahrheitet und Prinzessin Yakami Ōkuninushi zum Gemahl nimmt, schlägt die Verachtung der Brüder in Hass um.[3]

Aufstieg zum „Herren des Landes“

Nachdem er mehreren Anschlägen auf sein Leben entkommen ist, flieht Ōkuninushi in die Unterwelt, wo er auf Susanoos Tochter Suseri-bime (須勢理毘売) trifft, die er zur Ehefrau nimmt. Susanoo ist wenig angetan von seinem neuen Schwiegersohn und stellt ihm drei Aufgaben, die Ōkuninushi durch die Hilfe seiner Ehefrau und einer Rattenfamilie alle bewältigt. Ōkuninushi stiehlt das Schwert des Lebens, Pfeile und Bogen des Lebens und die himmlische Verkündungszither und flieht mit Suseri-bime auf seinem Rücken. Susanoo erwacht, verfolgt Ōkuninushi und ruft ihm nach, er solle seine Brüder töten und sich zum Gott Ōkuninushi („Großer Herrscher des Landes“) machen. Er erteilt ihm somit einen Herrschaftsauftrag.[4]

Ōkuninushis Abenteuer werden besonders im Kojiki sehr ausführlich beschrieben, während im Nihon shoki nur kurz erwähnt wird, dass er sich mit Sukunabikona no Kami (少名毘古那神), einer Art Medizingott aufmacht, die Menschheit von Krankheit zu heilen und mittels Abwehrzauber vor gefährlichen Tieren zu schützen. Beide Gottheiten werden in zahlreichen Schreinen Japans verehrt; unter anderem besteht zum Ōmiwa-Schrein in der heutigen Präfektur Nara eine alte Verbindung.

Landübergabe

Im Nihon shoki besteht Ōkuninushis (bzw. Ōnamuchis) wichtigste Rolle in der sogenannten Landübergabe (kuniyuzuri 国譲り), im Zuge derer er sein Reich mehr oder weniger freiwillig an die himmlischen Götter abtritt. Amaterasu entsendet zu diesem Zweck zunächst verschiedene Vorboten, u. a. Futsunushi und Takemikazuchi, um das „Mittelland der Schilfgefilde“ (Japan) zu unterwerfen. Diese beiden Gottheiten steigen am Strand Inasa in Idzumo vom Himmel herab, demonstrieren mit einigen Schwertkunststücken ihre kriegerische Überlegenheit und fragen Ōkuninushi, ob er den himmlischen Gottheiten nicht das Land übergeben wolle. Nach manchem Hin und Her (das in einigen Varianten mit Kompensationsleistungen an Ōkuninushi verbunden ist)[Anm. 4] willigt Ōkuninushi schließlich ein und dankt ab. (Die Episode kann als Erinnerung an die Übernahme der einst mächtigen Provinz Izumo in das Yamato-Reich gedeutet werden.)[5]

Herabkunft des Himmlischen Enkels

Der folgende Teil des Mythos beschäftigt sich mit dem Auftrag der himmlischen Gottheiten Amaterasu und Takamimusubi an Ninigi no Mikoto, den Himmlischen Enkel (tenson 天孫), vom Himmel hinunterzusteigen und das „Land der Schilfgefilde“ (Japan, die irdische Welt) zu beherrschen.

In den Chroniken hat der Mythos zwei stark divergierende Versionen: In der ersten, weitaus bekannteren Version, übergeben Amaterasu und Takamimusubi dem himmlischen Enkel die drei Throninsignien (三種の神器, sanshū no jingi)– den Spiegel, das Schwert und die Juwelen– und verkünden seinen Herrschaftsauftrag. Einige andere Gottheiten werden aufgefordert, den himmlischen Enkel auf die Erde zu begleiten und dort im Sinne der himmlischen Gottheiten Aufgaben zu verrichten. So etwa die sogenannten „Fünf Berufsgruppenhäupter“, eine Gruppe aus Gottheiten, die je nach Chronik unterschiedlich zusammengestellt ist. Als der himmlische Enkel Ninigi und die Gottheiten den Abstieg beginnen, eröffnet sich ihnen ein erstes Problem: Eine „grimmige“ Gottheit stellt sich ihnen auf den himmlischen Pfaden entgegen. Ame no Uzume, eine weibliche Gottheit, die bereits im Mythos der Felsenhöhle (s. o.) aufgetreten ist, wird voraus geschickt, um die störende Gottheit zu befragen. Vor Ame no Uzume offenbart sich der vermeintliche Störenfried als die Gottheit Sarutahiko, dessen eigentliche Intention es war, den himmlischen Enkel auf die Erde zu geleiten und den Tross der absteigenden Gottheiten anzuführen. So zeigt Sarutahiko also Ninigi den Weg und dieser steigt auf den Gipfel des Berges Takachiho hinunter. Dieser Berg lässt sich noch heute lokalisieren und befindet sich in der heutigen Präfektur Miyazaki in Kyūshū, der südlichsten der vier Hauptinseln Japans.

Die zweite Version des Mythos ist wesentlich knapper als die erste. Hier wird berichtet, dass Takamimusubi (ohne Zutun Amaterasus) den himmlischen Enkel mit einer „alles bedeckenden“ Decke umhüllt und ihn sodann auf die Erde hinuntersteigen lässt. Ninigi landet allein auf dem Berg Takachiho und wandert einige Zeit im zerklüfteten Land umher, bis eine einheimische Gottheit, die diesmal Koto-katsu-kuni-katsu Nagasa heißt, ihm ein geeignetes Land zuweist. Dort baut Ninigi seinen Palast.

Schließlich vermählt sich Ninigi mit der Tochter der lokalen Berggottheit Ōyamatsumi (大山津見) und begründet mit ihr eine Dynastie, aus der schließlich der erste japanische „Kaiser“ (tennō) hervorgehen wird. Ninigis Gemahlin heißt in manchen Mythenvarianten Konohanasakuyahime (木花之開耶姫, die „Prinzessin, die die Blüten der Bäume zum blühen bringt“) und wird auch als Gottheit des Berges Fuji verehrt. Diese Blütenprinzessin besitzt eine Schwester namens Iwanaga-hime („Prinzessin Langer Felsen“), die Ninigi wegen ihrer Hässlichkeit verschmäht. Da er der Schönheit den Vorzug vor der Festigkeit gegeben hat, ist das Leben seiner Nachkommen (der Menschheit) kurz wie das der Blüten.

Bergglück und Meerglück

Dieser Mythos beschreibt die Vereinigung der himmlischen Herrschaft mit der Herrschaft des Meeres.

Die Geschichte handelt vom Schicksal der beiden Brüder Hoderi und Hoori, Söhne von Ninigi und seiner Ehefrau Konohana-sakuya-hime, und endet mit der Geburt Jinmu Tennōs und seiner drei Geschwister. Hoderi, der „Meerglückprinz“ (海幸彦, Umisachihiko), tauscht seinen Angelhaken gegen den Jagdbogen seines jüngeren Bruders Hoori, dem „Bergglückprinzen“ (山幸彦, Yamasachihiko). Hoori stellt sich beim Fischen ungeschickt an und verliert den Angelhaken seines Bruders. Während Hoori über den großen Verlust klagt, taucht der Gott der Seefahrt Shiotsuchi no kami (塩椎神) auf, mit dessen Hilfe Hoori den Palast des Meeresgottes Watatsumi (綿津見) erreicht.

Im Reich des Meeresgottes lernt Hoori Toyotama-hime (豊玉姫), die Prinzessin und Tochter Watatsumis, kennen und sie verlieben sich ineinander. Nach drei Jahren im Meerespalast kehrt Hoori mit dem Angelhaken seines Bruders sowie Flutsteige- und Flutsinkejuwelen, die er von Watatsumi erhalten hat, an Land zurück. Hoori übergibt Hoderi den Angelhaken. Hoderi aber verlässt nach und nach das Glück, wofür er seinen Bruder verantwortlich macht und ihn angreift. Hoori wehrt sich mit den Juwelen des Meeresgottes und quält Hoderi, bis dieser sich ihm unterwirft.

Toyotama-hime verlässt das Meer, um an der Küste ihren Sohn Hiko Nagisatake Ugayafukiahezu (彦波瀲武鸕鶿草葺不合尊) zu gebären, den Vater Jinmu Tennōs. Da Hoori bei der Geburt das Tabu bricht, Toyotama-hime unter keinen Umständen anzusehen, kehrt diese beschämt zu ihrem Vater Watatsumi zurück und verschließt hinter sich den Pfad in das Meeresgefilde.

An Stelle von Toyotama-hime übernimmt ihre Schwester Tamayori-hime die Pflege des Neugeborenen und wird schließlich sogar Hooris Frau. Gemeinsam zeugen sie vier Nachkommen, darunter Jinmu Tennō.[Anm. 5] Es beginnt das Zeitalter der irdischen Kaiser.

Allgemeine Charakteristika des Götterzeitalters

In den oben skizzierten Geschichten stößt man immer wieder auf die Kategorien „himmlische Götter“ (天津神, amatsukami) und „irdische Götter“ (国津神, kunitsukami). Es handelt sich offensichtlich um Götter von verschiedenem Status, wobei die himmlischen Götter eine Art Aristokratie darstellen, die die angestammten Bewohner der irdischen Welt, die „irdischen Götter“, unterwirft und beherrscht. Der Himmel, aus dem die himmlischen Götter herabsteigen, heißt in den Mythen Takamanohara (高間原, die „Hohen Himmlischen Gefilde“) und scheint in vielen Aspekten ein getreues Abbild des politischen Zentrums im frühhistorischen Japan zu sein. Tatsächlich fungierten alle namentlich genannten himmlischen Götter auch als Ahnengottheiten jener Familien, die zur Zeit der Abfassung der Mythen im frühen achten Jahrhundert bei Hof die wichtigsten Ämter innehatten.

Diese genealogische Verbindung des Adels mit den Göttern ist wahrscheinlich mit ein Grund dafür, dass der Unterschied zwischen Göttern und Menschen ein gradueller ist und in den Mythen nirgends eindeutig festgemacht wird. Der Unterschied zwischen „himmlischen“ und „irdischen“ Familien scheint bisweilen entscheidender als der Unterschied zwischen kami (Gottheit) und Mensch. Umgekehrt machte es die vage Differenzierung zwischen kami und Menschen sicher verhältnismäßig leicht, den Tennō als manifeste Gottheit (arahitogami 現人神 oder akitsu mikami 現御神) zu bezeichnen, wie es vor allem im 8. Jh. (Shoku Nihongi) und viel später, unter dem Staatsshinto im 20. Jh., in Japan der Fall war.

Andererseits werden die himmlischen Götter von vielen modernen Mythenforschern mit dem Kontinent, vor allem mit Korea, gleichgesetzt. Es werden daher aus den Mythen immer wieder Theorien wie die sogenannte „Reitervolk-Hypothese“ (騎馬民族説, kiba minzoku setsu) des Archäologen und Historikers Egami Namio abgeleitet, denen zufolge die Aristokratie Japans aus einem nomadischen Volk hervorging, das erst in relativ später Zeit (4. Jh. u.Z.) in Japan eingefallen sei und ein staatliches Gebilde errichtet habe.[6]

In jedem Fall offenbaren die Mythen des Götterzeitalters einen besonderen Mix aus weit verbreiteten mythologischen Motiven (s. u.) mit sehr spezifischen genealogischen Episoden, die für die politischen Verhältnisse des frühen Kaiserhofes normative Bedeutung hatten.

Mytho-historische Herrscher und Helden

Aus heutiger Sicht geht die mythische Erzählung mit dem Beginn der tennō-Dynastie langsam in den Bereich der Geschichte über. Bereits die allerersten Herrschaftsperioden werden in den japanischen Chroniken sorgfältig mit Jahresdaten versehen, die heute allerdings nicht als historische Fakten gelten, denn viele Geschichten der frühen tennō tragen nach wie vor mythische Züge. Auch sind ihre Lebens- und Herrschaftsspannen (ähnlich den mythologischen Kaisern Chinas) unrealistisch lange. Zu den bekanntesten mythologischen bzw. semi-mythologischen Herrschern Japans zählen:

Jinmu Tennō

Ginko Adachi, „Jinmu Tennō und seine Getreuen“, Farbholzschnitt, 1891

Jinmu Tennō, ein Nachfahre Ninigi no Mikotos, nimmt in der mythologischen Geschichte des Kaiserhauses einen wichtigen Platz ein, da er als erster menschlicher Herrscher (tennō, „Kaiser“) angesehen wird und einen großen Teil Japans (von Kyūshū bis Yamato, heute Präfektur Nara) unter seiner Herrschaft vereint haben soll. Zentrales Element im Mythos um Jinmu ist sein Feldzug von Kyūshū aus in Richtung Osten, der u. a. im Kojiki und Nihon shoki ausführlich behandelt wird. An mehreren Stellen wird beschrieben, wie Jinmu mit List und göttlicher Hilfe seine Widersacher (verschiedene menschliche Armeeführer, aber auch feindliche Götter/Dämonen, z. B. jene aus Kumano) besiegen kann. Die Krähe Yatagarasu leitet in den Bergen von Uda die kaiserliche Armee. Nachdem Jinmu seine Feinde unterworfen hat, bestimmt er Kashiwara in Yamato zu seiner Residenz. Damit erklärt der Mythos die Verlagerung des japanischen Reiches von West- nach Zentraljapan.

Yamato Takeru

Versionen der Legende von Yamato Takeru (日本武尊, etwa: „der Held von Yamato/Japan“) finden sich neben Kojiki und Nihon Shoki auch in den Fudoki (Lokalchroniken aus dem frühen 8. Jahrhundert). Die meisten Geschichten konzentrieren sich auf die Feldzüge von Yamato Takeru und die göttliche Kraft des Schwertes Kusanagi.

Auf Befehl seines Vaters Keikō Tennō, des zwölften japanischen „Kaisers“, reist Yamato Takeru in die westlichen Provinzen (Kyūshū), um die rebellischen Kumaso, eine Volksgruppe im Süden von Kyūshū, zu bestrafen. Nach ihrer Unterwerfung kehrt Takeru nach Yamato zurück, um diesmal nach Osten zu ziehen und die „barbarischen“ Emishi zu bekämpfen. Auf diesen Feldzügen besiegt er eine Unzahl an ungebärdigen „Gottheiten“ und rebellischen Sippen. Laut den Chroniken gelingt es Yamato Takeru, die Macht des kaiserlichen Hofs in den entfernten Gebieten des Landes durchzusetzen und die Grundsteine für die Einigung des Landes unter einer zentralen Macht zu legen. (Eine Generation später entsendet Seimu Tennō Mitglieder der kaiserlichen Familie in die entlegenen Regionen des Reiches, um die einzelnen Provinzen abzugrenzen.)

Das Schwert Kusanagi spielt in der Geschichte von Yamato Takeru eine wichtige Rolle als ein Teil der drei Reichsinsignien. Es wird unter dem elften tennō Suinin wegen seiner furchterregenden Kraft vom kaiserlichen Palast in den Ise-Schrein gebracht. Dort verwahrt es die Hauptpriesterin Yamato Hime, eine Tante Yamato Takerus, gibt es aber an ihren Neffen weiter, als er sie vor seinem Feldzug nach Osten besucht. Mit dem Schwert gelingt es Yamato Takeru, seine Eroberungen im Osten erfolgreich durchzuführen. Insbesondere hilft es ihm, einen Steppenbrand zu löschen, wovon auch der Name Kusanagi, „Grasmäher“, abgeleitet sein soll.[Anm. 6] Takeru stirbt schließlich auf dem Rückweg in die Hauptstadt, nachdem er das Schwert leichtsinnig abgelegt hat. Das Schwert bleibt in den Händen seiner Frau und wird danach zum zentralen Kultobjekt des Atsuta-Schreins im heutigen Nagoya.

In den Fudoki wird Yamato Takeru teilweise als tennō dargestellt und mit zahlreichen Ortsnamen in Verbindung gebracht. Die heldenhafte Rolle Yamato Takerus wurde in der Heian-Zeit und im japanischen Mittelalter in Form verschiedener Schreinlegenden weiter ausgeschmückt.

Jingū Kōgō und Ōjin Tennō

Jingū Kōgō (Okinaga Tarashi no Mikoto) war eine legendäre Herrscherin (möglicherweise eine fiktionale Amalgamierung von mehreren Herrschern) und tritt in den Chroniken als die Ehefrau und spätere Witwe des vierzehnten Herrschers, Chūai Tennō, auf. Sie soll Hundert Jahre lang, von 169 bis 269 n. Chr., gelebt haben.

Durch Jingūs Mund geben vorerst anonyme Gottheiten ihrem Ehemann Chūai den Befehl, das koreanische Königreich Silla zu erobern. Dieser zweifelt jedoch an der Echtheit der Botschaft, was die Gottheiten wütend macht und zu seinem raschen Tod führt. Daraufhin nimmt die kaiserliche Witwe Jingū selbst die Führung der Truppen in die Hand und erobert Korea in einem drei Jahre lang dauernden Feldzug. Während dieser Zeit verzögert sie die Geburt ihres Sohnes mit Steinen, die sie an ihrem Unterleib befestigt hat.

Ihr Sohn, der spätere Ōjin Tennō, kommt schließlich nach ihrer Rückkehr in Kyūshū zur Welt. Er trägt ein Mal in Gestalt eines Bogenschützen-Armbandes (homuda) am Unterarm, was als gutes Omen gedeutet wird und ihm den Eigennamen Homuda beschert. Im Alter von Siebzig beerbt er seine Mutter, um viele weitere Jahre zu herrschen, und erntet dabei die Früchte ihrer kriegerischen Eroberungen: Unter ihm sollen erstmals Schriftgelehrte aus Korea ins Land gekommen sein und hier die Kenntnis der chinesischen Schriftzeichen verbreitet haben. In späterer Zeit wird Ōjin mit Hachiman, einer ebenfalls aus Kyushu stammenden Gottheit, identifiziert.

Historische Heldenfiguren

Katsushika Hokusai „Die 47 Ronin“, Farbholzschnitt, 1806

Auch die historische Zeit Japans kennt zahlreiche Heldenfiguren, um die sich mythenartige Legenden ranken, die noch heute jedem Kind in Japan bekannt sind. Dazu zählen unter anderem:

  • Minamoto no Yorimitsu (源頼光, auch Raikō, 948–1021) und seine vier Vasallen, die sich Monstern wie dem Dämon des Stadttores Rajōmon (auch Rashōmon), der „Erdspinne“ (tsuchigumo), oder dem Menschfresser Shuten Dōji (酒呑童子) stellen.
  • Minamoto no Yoshitsune (1159–1189) und sein Vasall Benkei (1155–1189), die trotz ihrer Heldentaten im Gempei-Krieg auf Befehl von Yoshitsunes Bruder Yoritomo (1147–1199) hinterhältig ermordet wurden. Spätere Legenden dichteten Yoshitsune eine Ausbildung im Schwertkampf bei den kriegerischen Berggeistern, den tengu, an oder ließen ihn in die Mongolei entkommen, von wo aus er als Dschingis Khan fast ganz Asien eroberte.
  • Die 47 Rōnin, die ihren Herren Asano Naganori rächen, der im Jahr 1701 dazu verurteilt wurde seppuku zu begehen, weil er einen Hofbeamten des Shogunats mit einem Dolch angegriffen hatte. Dieser war dazu beauftragt gewesen, Asano in Hofetikette zu unterweisen, hatte ihn jedoch nur mit Herablassung behandelt und öffentlich beleidigt. Asanos Vasallen schwören daraufhin Rache, die sie auch mit Erfolg durchführen. Die rōnin werden zum Tode verurteilt, aufgrund ihres ehrenhaften Verhaltens wird ihnen der Ehrentod durch seppuku erlaubt.

Sonstige Mythen und Legenden

Buddhistische Legenden

Neben dem Leben des Buddha, das als Bestandteil einer organisierten Religion nicht wirklich als „Mythos“ zu bezeichnen ist, gelangten mit dem Buddhismus auch eine große Anzahl indischer („hinduistischer“) Mythen nach Japan und fanden hier Eingang in die mythologische Erzähltradition des Landes. Beispielhaft wären hier die Sieben Glücksgötter zu nennen, insbesondere die von indischen Gottheiten abgeleiteten Figuren Benzaiten (skt. Sarasvatī), Bishamonten (Vaiśravaṇa) und Daikokuten (Mahākāla), oder die Figur des legendären indischen Mönchs Bodhidharma.

Auch diverse buddhistische Bodhisattvas erlangten in Japan große Popularität und wurden durch in Japan entstandene Legenden fest in der religiös-mythologischen Geisteswelt verankert. Zu den bekanntesten dieser buddhistischen Heilsfiguren zählen Kannon (観音, skt. Avalokiteśvara), Jizō (地蔵, Kṣitigarbha) und Fudō Myōō (不動明王, Acala Vidyārāja).

Schließlich ranken sich auch um einige historische buddhistische Figuren komplexe Legenden, die im Laufe der japanischen Geschichte eine mindestens ebenso bedeutsame Stellung erhielten wie die Erzählungen der mythologischen Götter. Zu diesen „buddhistischen Volkshelden“ Japans zählen Figuren wie Shōtoku Taishi, En no Gyōja oder der bedeutende Mönch Kūkai. Die älteste buddhistische Legendensammlung, in der japanische buddhistische Figuren zu mythologischen Helden hochstilisiert wurden, ist das Nihon Ryōiki (um 800).

Chinesische Legenden

Die chinesische Mythologie hat wahrscheinlich schon in vor-historischer Zeit einen Einfluss auf die japanische Mythologie ausgeübt. Dennoch sind die Gemeinsamkeiten nicht so stark, dass man daraus eine direkte Verwandtschaft zwischen japanischen und chinesischen Mythen ableiten könnte. In historischer Zeit wurden chinesische Mythen und Legenden jedoch Bestandteil des japanischen Bildungskanons, ähnlich wie die klassischen Sagen der Antike in Europa. Zu den bekanntesten Figuren, die in der japanischen Erzählkunst immer wieder aufgegriffen werden, zählen z. B.:

  • Pangu (盘古), das erste Wesen zwischen Himmel und Erde, oft als menschlicher Riese gedacht, aus dessen Körper die Erde in ihrer heutigen Form entsteht.[Anm. 7]
  • Yao und Shun, zwei „Urkaiser“ Chinas, die oft in einem Atemzug als Sinnbild idealer Herrscher genannt werden. Es handelt sich um zwei der mythologischen Fünf Urkaiser (五帝, wudi). Yao soll von 2333–2234 v. Chr., Shun von 2233–2184 v. Chr. gelebt haben. Japanische Herrscher wurden bisweilen mit diesen Vorbildern verglichen.
  • Die Weberin und der Kuhhirte: In Japan als Tanabata-Legende (chin. qixi 七夕) bekannt, handelt es sich um eine chinesische Sage von der Liebe einer Himmelsgottheit (der Weberin) und eines Menschen (dem Kuhhirten), die allerdings auf Dauer nicht möglich ist. Die verzweifelten Liebenden werden schließlich in die Sterne Altair und Wega verwandelt, die üblicherweise durch einen „Fluss“ (die Milchstraße) getrennt sind, einander jedoch einmal im Jahr nahe kommen. An diesem Tag (laut traditionellem Kalender der 7. Tag des 7. Monats) finden sowohl in China als auch in Japan traditionelle Sommerfeste statt.

Märchenmotive

Auch gibt es viele Märchen in Japan, die sich (wie in der westlichen Welt auch) um schöne Prinzessinen und tapfere Burschen ranken.

  • Urashima Tarō ist ein Fischer, der eine Schildkröte vor ein paar Kindern rettet. Daraufhin besucht ihn eine große Schildkröte und erklärt ihm, dass die gerettete Schildkröte eine Tochter des Meeresgottes Ryūjin ist und um einen Besuch bittet. Am Meeresboden im Palast des Meeresgottes trifft er die kleine Schildkröte Otohime wieder, die nun eine hübsche Königstochter ist. Urashima Tarō verbringt mit ihr einige vergnügte Tage, bittet aber schließlich zurückkehren zu dürfen, um nach seiner alten Mutter zu sehen. Sie lässt ihn gehen und gibt ihm ein Kästchen (tama tebako) mit, das er aber nie öffnen darf. Wieder an Land findet Urashima weder seine Mutter noch sein Dorf wieder und muss erkennen, dass dreihundert Jahre vergangen sind. Er öffnet das Kästchen, verliert die Gabe der ewigen Jugend, altert plötzlich und stirbt.
  • Kaguyahime oder auch Taketori Monogatari erzählt die Geschichte der schönen Prinzessin des Mondes Kaguya. Sie wird von einem Bambussammler im Wald gefunden. Sie ist, ähnlich wie Däumeline, sehr klein. Doch bald wächst sie zu einer wunderschönen Frau heran, die jeder Mann gerne zur Frau haben möchte. Keiner der Männer kann jedoch die Aufgaben, die ihnen von Kaguyahime gestellt werden, erfüllen. Schlussendlich verlässt die strahlende Prinzessin die irdische Welt und kehrt zurück zum Mond.

Mythenüberlieferung und Mythenforschung

Textpflege durch Priester und Mönche

Neben den Primärquellen Kojiki, Nihon shoki und Fudoki entstanden im japanischen Altertum noch weitere Texte, die Varianten der Göttermythen enthalten. Dazu zählen vor allem das Kogo shūi (古語拾遺, möglicherweise 807) von Inbe no Hironari (斎部広成) und das apokryphe Sendai kuji hongi (先代旧事本紀, auch Kujiki, um das 9. Jahrhundert).

Die Tradierung dieser klassischen Mythentexte war bis zum Beginn der Edo-Zeit (1600–1867) auf einen engen Zirkel höfischer („shintoistischer“) Priester-Beamter beschränkt, die die wenigen Abschriften eifersüchtig hüteten, aber von Zeit zu Zeit am Hof des tennō Vorlesungen dazu abhielten. Die ältesten erhaltenen Manuskripte stammen zumeist aus den Bibliotheken dieser Familien, vor allem der Urabe (卜部).[7] Daneben sind die Mythen auch in Form von Schreinlegenden tradiert. Hier wurden einzelne Episoden den Bedürfnissen des jeweiligen Schreins entsprechend oft weitläufig ausgeschmückt.

Im japanischen Mittelalter (12. bis 16. Jahrhundert) begannen buddhistische Mönche die klassischen Mythen in theologische Traktate einzubauen, meist um sie in Übereinstimmung mit der buddhistischen Lehre zu erklären. Ein frühes Beispiel ist das Kuji hongi gengi (旧事本紀玄義, 1333) von Jihen (慈遍), einem Tendai-Mönch, der der erwähnten Urabe-Familie entstammte.

Rationalistische Mythen-Interpretationen

Der Beginn des 17. Jahrhunderts markiert mit der Gründung der militärischen Regierung (bakufu) der Tokugawa sowohl politisch als auch intellektuell eine große Wende in Japan. Der Buddhismus wurde verstärkt mit militanten Sekten assoziiert und in ein negatives Licht gerückt, was die Durchsetzung einer frischen, aus China importierten Lehre, des Neo-Konfuzianismus erlaubte. Das neo-konfuzianische Denken wurde als ein universales Gerüst in allen wissenschaftlichen Disziplinen der Edo-Zeit (1600–1868) eingesetzt und markiert gleichzeitig den Beginn der modernen historischen Forschung in Japan.[8]

Hayashi Razan (1583–1657) gilt mit seinem Werk Honchō Tsugan (本朝通鑑), das von seinem Sohn Hayashi Gahō (1618–80) fertiggestellt wurde, als Gründer der modernen Geschichtsforschung in Japan, die durch kritische Textanalysen und eine in gewisser Weise rationalistische bzw. „positivistische“ Geschichtsauffassung geprägt ist. Dennoch scheint Hayashi im Honchō Tsugan die mythologische Darstellung von der Herkunft der japanischen Inseln und der kaiserlichen Linie im „Zeitalter der Götter“ zu akzeptieren. Er versucht lediglich, sie an konfuzianisch-metaphysische Vorstellungen anzupassen und im Sinne des Konfuzianismus zu interpretieren. Ähnlich ist auch die Mitō-Schule,[Anm. 8] die Loyalismus (unkritischen Akzeptanz der Legitimität des Kaisers und seiner himmlischen Herkunft) und Rationalismus im Sinne moderner historischer Forschung verbindet, von der Geschichtlichkeit der japanischen Mythen überzeugt.[9]

Eine weitere Wende in Richtung der modernen japanischen Geschichtsforschung bedeutete der orthodoxe Konfuzianer Arai Hakuseki (1657–1725), der sich nicht nur mit den klassischen Chroniken, sondern auch mit dem Werk Sendai Kuji Hongi (先代旧事本紀), das er für authentisch hielt, auseinandersetzte. Mit seiner Interpretation der Gottheiten als Menschen (eine Interpretation, die man als Euhemerismus bezeichnet) gilt er als der erste reine Rationalist Japans.[10]

Yamagata Bantō (1748–1821), der von westlicher Wissenschaft beeinflusst war, anerkannte zwar die konfuzianischen Vorstellungen von moralischer und sozialer Ordnung, lehnte aber alle metaphysischen Konzepte ab. Im Gegensatz zum Hakuseki leugnete Yamagata in seinem Werk Yume no Shiro (夢の代) das Zeitalter der Götter und fühlte sich nicht dazu verpflichtet, eine rationalistische Erklärung seiner Historizität zu liefern.[11]

Die nationale Schule

Obwohl die japanische Geschichte unter dem Einfluss der Konfuzianer eine neue Aufmerksamkeit erfuhr, blieb die philologische Beschäftigung mit den klassischen Mythen einer Denkrichtung vorbehalten, die rückblickend als „nationale Schule“ (kokugaku 国学) bezeichnet wird und unter Motoori Norinaga (1730−1801) ihre Blütezeit erlebte. Die kokugaku-Gelehrten griffen auf die Originaltexte der frühen Chroniken zurück,[Anm. 9] die zu dieser Zeit kaum mehr verstanden wurden, rekonstruierten aufgrund von Textvergleichen die alten Lesungen und etablierten auf diese Weise ein Textverständnis, das noch heute die Grundlage der japanischen Mythenforschung darstellt. Motiviert wurde diese intensive Textpflege von einer Nostalgie nach einem goldenen Zeitalter, das die kokugaku in der vorschriftlichen Zeit, als Japan noch nicht von kontinentalen Einflüssen– sei es der Buddhismus, sei es der Konfuzianismus– „verdorben“ war, zu erkennen meinte. Insofern mischt sich in die durchaus ernst zu nehmende philologische Arbeit auch eine stark xenophobe Grundtendenz, die die japanischen Mythen als originär japanisches, von äußeren Einflüssen völlig freies kulturelles Erbe darstellt. Damit verbunden war auch eine Idealisierung des antiken tennō-Kults, die im 19. Jahrhundert eine wichtige Rolle bei der Restauration der kaiserlichen Herrschaft darstellte.

Vergleichende Mythologie

Während die Aufwertung des tennō durch die Meiji-Restauration (1868) mit einer vermehrten Aufmerksamkeit gegenüber den kaiserlichen Ahnengöttern Hand in Hand ging, geriet die akademische Öffentlichkeit zugleich auch unter den Einfluss der Mythenforschung im Europa des 19. Jahrhunderts. Sowohl westliche als auch japanische Gelehrte begannen nun, die japanischen Mythen aus vergleichender Perspektive zu betrachten, das heißt mit den Mythen anderer Kulturen in Beziehung zu setzen und erstmals nicht als historische Tatsachenberichte zu lesen. Statt dessen ging es zumeist um die Frage nach dem Ursprung der Mythen, die oft mit der Frage nach dem Ursprung der japanischen Kultur gleichgesetzt wurde.

So interpretierte etwa Kume Kunitake (1839–1932), der im konfuzianischen Positivismus geschult war, die japanische Mythologie auf völlig neue Weise. 1891 publizierte er einen Artikel mit der Überschrift „Shintō ist ein altes Brauchtum der Himmelsverehrung“, in dem er behauptete, dass die Sonnengottheit, Throninsignien sowie der Ise-Schrein nur Teil eines alten primitiven Naturkultes, des Shintō, sind, der sich nur dank der Einführung von Buddhismus und Konfuzianismus weiterentwickelt hatte.[12] Obwohl Kumes Absicht eine moderne und rationelle Interpretation von Shintō war, wurde sein Artikel als eine Kritik an Shintō und somit an den Grundlagen des neuen Japanischen Staates empfunden.[13] Kume musste daraufhin sein Professorenamt an der kaiserlichen Universität in Tokio aufgeben.[14]

Gleichzeitig setzten Pioniere der westlichen Japanologie wie William George Aston (1841–1911), Basil Hall Chamberlain (1850–1935) oder Karl Florenz (1865–1939), die die japanischen Mythen auch in ihre jeweilige Landessprache übersetzten, auf diesem Gebiet neue Impulse. Diese wurden schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts von japanischen Historikern und Religionswissenschaftlern aufgegriffen und weiter entwickelt. Dabei formierten sich in Japan zwei Hauptrichtungen, die „Nordthese“ (hoppōsetsu 北方説), die die japanische Mythologie in erster Linie mit koreanischen und mongolischen Einflüssen in Verbindung brachte, und die „Südthese“ (nanpōsetsu 南方説), die die Gemeinsamkeiten mit den Mythen Südostasiens und des südpazifischen Raums hervorhebt.

Korea

Japanische Mythenforscher wie zum Beispiel Mishina Shōei (三品彰英) (1902–1971), Matsumae Takeshi (松前健, 1922–2002) oder Ōbayashi Taryō (大林太良, 1929–2001) haben mehrfach auf Motive, die sowohl in japanischen als auch in koreanischen Legenden vorkommen, hingewiesen. Vor allem Abstiegsmythen wie die von Ninigi (s. o.) finden sich häufig in der koreanischen Mythologie.

  • In den klassischen japanischen Mythen begegnen wir neben Ninigi (s. o.) auch seinem Bruder, Nigihayai, der mit zehn Schätzen vom Himmel steigt.[Anm. 10] Es gibt darüber hinaus auch das Motiv der Rückkehr in den Himmel, etwa im Fall von Amewaka-hiko, der nach seinem Abstieg auf die Erde stirbt, aber im Himmel beigesetzt wird.
  • Laut der koreanischen Mythensammlung Samguk yusa steigt der Himmelsgott Hwan’ung ebenfalls mit drei heiligen Reichsinsignien und einer großen Gefolgschaft auf den Berg Taebaek vom Himmel herab, heiratet eine lokale Prinzessin und zeugt mit ihr König Dangun, welcher 1500 Jahre gelebt haben soll. Ähnlich verhält es sich mit dem Ahnengott Hyeokgeose.[15]
  • Der Mythos von König Suro besagt, dass dieser zusammen mit fünf Brüdern aus sechs goldenen Eiern geboren wurde, die in einer roten Schatulle auf die Erde herabschwebten.[Anm. 11]

Pazifischer Raum

Die Inselwelt des Pazifik ist ein weiterer kultureller Raum, der auf mythologischem Gebiet starke Verwandtschaften mit den japanischen Mythen aufweist. Hier wird oft ein gemeinsamer Ursprung in Südchina bzw. Südostasien angenommen. Als erster bedeutender Verfechter dieser sogenannten „Südthese“ gilt Matsumoto Nobuhiro (1897–1981), der in Paris studierte und dort mit Marcel Mauss zusammenarbeitete.[Anm. 12] Ozeanische Mytheme, die Parallelen zu Japan enthalten, sind laut Matsumoto:

  • Der Maori Held Māui fischt Land aus dem Meer, ähnlich wie Izanagi und Izanami die erste Insel im Meer erzeugen.
  • Die Heirat von Izanagi und Izanami auf dieser Insel hat Parallelen zur Geschwisterheirat in den Mythen der Amis, einer Ureinwohnergruppe in Taiwan.

Der Japanologe Klaus Antoni hat darüber hinaus auf Parallelen der Geschichte des Weißen Hasen von Inaba (Kojiki, Ōkuninushi-Zyklus, s. o.) und Mythen des zirkumpazifischen Raums hingewiesen.[16] Der Mythenforscher Claude Levi-Strauss (1908–2009) weist allerdings auf Gemeinsamkeiten mit südamerikanischen Mythen hin und reiht die Geschichte unter das „Motiv des empfindlichen Fährmanns“ (der in diesem Fall durch Krokodile verkörpert wird).[17]

Universelle Motive

Die japanische Mythologie verfügt darüber hinaus über zahlreiche Motive, die beispielsweise auch in der antiken Sagenwelt Europas anzutreffen sind. Ein Beispiel unter vielen ist die oben erwähnte Unterwelt-Episode Izanagis und Izanamis, die Parallelen zum griechischen Orpheus-Mythos aufweist. In der Episode von Bergglück und Meerglück, genauer in der Gestalt der Meeresprinzessin Toyotama-hime, finden sich außerdem überraschende Parallelen zum europäischen Melusine (bzw. Undine) Mythos.

Ein Forschungsansatz, der weniger die geschichtlichen als die psychologisch-mentalen Grundlagen solcher Motive zum Gegenstand hat, wird im Fall der japanischen Mythenforschung durch die deutsche Mythenspezialistin Nelly Naumann (1922–2000) vertreten.

Anmerkungen

  1. Ame no Minakanushi no Kami, Takamimusubi no Kami und Kamumimusubi no Mikoto
  2. Das erste Kind Hiruko ist eine Missgeburt, welche einem Fehler der Frau beim Hochzeitsritus zugeschrieben wird.
  3. Vgl. Florenz: Die historischen Quellen der Shinto-Religion, 1919, S. 41, 156–182, 424. Die Zahl Acht, die in dieser Episode besonders hervorgehoben wird, fungiert auch in anderen Episoden als ein Symbol für eine Vielzahl oder Totalität, etwa bei der Zeugung der „Acht Inseln“ (= Japan) durch Izanagi und Izanami oder in der Bezeichnung der „achtfach sich türmenden Wolken von Izumo” (yakumo tatsu Izumo 八雲立つ出雲).
  4. So soll Ōkuninushi für die „göttlichen Angelegenheiten“ zuständig sein, also eine Art Priesterrolle übernehmen und/oder im Palast Ama no Hisumi wohnen (der für ihn errichtet werden soll).
  5. Unter anderem auch bekannt als Kamu Yamato Iwarehiko no Mikoto (神日本磐余彦尊).
  6. Diese Etymologie erscheint heute unglaubwürdig, wird aber in den Primärquellen mehrfach wiederholt.
  7. Dasselbe Motiv findet sich im übrigen auch in Gestalt des indischen Purusha oder des Ymir der nordeuropäischen Mythologie. Im japanischen Mythos erscheint dieses universelle Mythenmotiv in Form der Urmutter Izanami (s. o.), aus deren totem Körper Feldfrüchte entstehen.
  8. Die Mitō-Schule beginnt mit dem Geschichtswerk Dai Nihon Shi (大日本史, „Große Geschichte Japans“), das von Tokugawa Mitsukuni (1628–1700), Daimyō von Mitō, initiiert wurde.
  9. Diese waren dank neuer Drucktechniken erstmals weiteren Kreisen zugänglich.
  10. Diese Episode ist nur im Sendai kuji hongi enthalten. Ōbayashi: Japanese Myths of Descent from Heaven and their Korean Parallels, 1984, S. 171–172.
  11. Matsumae Takeshi bringt dies mit jener Variante des Ninigi in Verbindung, laut der Ninigi als Kind, eingewickelt in königliches Bettzeug, auf die Erde herabkommt. Vgl. Matsumae: The myth of the descent of the heavenly grandson, 1983, S. 163.
  12. Er publizierte sein erstes bedeutendes Werk dazu auch auf Französisch: Essai sur la mythologie japonaise (1928).

Einzelnachweise

  1. Der Mythenforscher Levi-Strauss hebt dieses Merkmal der japanischen Mythologie ganz besonders hervor. (Vgl. Levi-Strauss 2012, S. 23ff.)
  2. Vgl. Florenz: Die historischen Quellen der Shinto-Religion, 1919, S. 42–44, 164–170, 424–425.
  3. Vgl. Florenz: Die historischen Quellen der Shinto-Religion, 1919, S. 46–48.
  4. Vgl. Florenz: Die historischen Quellen der Shinto-Religion, 1919, S. 49–51.
  5. Vgl. Florenz: Die historischen Quellen der Shinto-Religion, 1919, S. 60–61.
  6. Aufgrund der archäologischen Befunde gilt diese Theorie heute als überholt, findet aber immer wieder neue Vertreter.
  7. Vgl. dazu Scheid: Two Modes of Secrecy in the Nihon shoki Transmission, 2006.
  8. Brownlee: Japanese Historians and the National Myths, 1600–1945, 1997, S. 15–19.
  9. Brownlee: Japanese Historians and the National Myths, 1600–1945, 1997, S. 19–41.
  10. Brownlee: Japanese Historians and the National Myths, 1600–1945, 1997, S. 42–49.
  11. Brownlee: Japanese Historians and the National Myths, 1600–1945, 1997, S. 49–53.
  12. Brownlee: Japanese Historians and the National Myths, 1600–1945, 1997, S. 86–87; Sakamoto 1970, S. XX.
  13. Isomae: Japanese mythology: Hermeneutics on scripture, 2010, S. 99.
  14. Brownlee: Japanese Historians and the National Myths, 1600–1945, 1997, S. 105.
  15. Ōbayashi: Japanese Myths of Descent from Heaven and their Korean Parallels, 1984, S. 172–173.
  16. Antoni: Der Weiße Hase von Inaba: Vom Mythos zum Märchen. Analyse eines japanischen „Mythos der ewigen Wiederkehr“ vor dem Hintergrund altchinesischen und zirkumpazifischen Denkens, 1982
  17. Levi-Strauss: Die andere Seite des Mondes: Schriften über Japan, 2012, S. 70–80.

Literatur

  •  Klaus J. Antoni: Der Weiße Hase von Inaba: Vom Mythos zum Märchen. Analyse eines japanischen „Mythos der ewigen Wiederkehr“ vor dem Hintergrund altchinesischen und zirkumpazifischen Denkens (= Münchner ostasiatische Studien. Band 28). Franz Steiner, Wiesbaden 1982, ISBN 3-515-03778-0 (Nachdruck der Dissertation von 1980, PDF, 14 MB).
  •  John S. Brownlee: Japanese Historians and the National Myths, 1600–1945. UBC Press, Vancouver 1997, ISBN 0774806443.
  •  Karl Florenz: Die historischen Quellen der Shinto-Religion. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1919.
  •  Jun’ichi Isomae: Japanese mythology: Hermeneutics on scripture. Equinox, London 2010, ISBN 1845531825.
  •  Claude Lévi-Strauss: Die andere Seite des Mondes: Schriften über Japan. Suhrkamp, Berlin 2012.
  •  Takeshi Matsumae: The myth of the descent of the heavenly grandson. In: Asian Folklore Studies. 42, Nr. 2, 1983, S. 159–179.
  •  Nelly Naumann: Die einheimische Religion Japans. 2 Bde, Brill, Leiden 1988–1994.
  •  Nelly Naumann: Die Mythen des alten Japan. C.H. Beck, München 1996, ISBN 3866475896.
  •  Taryō Ōbayashi: Japanese Myths of Descent from Heaven and their Korean Parallels. In: Asian Folklore Studies. 43, Nr. 2, 1984, S. 171–184.
  •  Tarō Sakamoto: The six national histories of Japan. UBC Press, Vancouver 1970 (übersetzt von John S. Brownlee).
  •  Bernhard Scheid: Two Modes of Secrecy in the Nihon shoki Transmission. In: Bernhard Scheid, Mark Teeuwen (Hrsg.): The Culture of Secrecy in Japanese Religion. Routledge, London, New York 2006, S. 284–306.

Weblinks

 Commons: Japanische Mythologie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Klaus Antoni (Hrsg.): Kiki: Kojiki – Nihonshoki (Stand: 19. Januar 2013).
  • Kamigraphie (Stand: 19. Januar 2013). Ein Wiki-Projekt zur Ikonographie und Ikonologie japanischer Gottheiten, hrsg. von Bernhard Scheid (Universität Wien, seit 2012).
  • Bernhard Scheid: Mythen, Legenden und Glaubensformen (Stand: 19. Januar 2013). In: Bernhard Scheid (Hrsg.): Religion-in-Japan: Ein Web-Handbuch (Universität Wien, seit 2001).



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Indische Mythologie

Shiva und seine Gemahlin Parvati
(Statue aus Marmor)

Die indische Mythologie beruht weitgehend auf den Vorstellungen des Hinduismus, jedoch haben auch andere indische Religionen, wie z. B. der Jainismus und die indische Volksreligion, eigene Mythen. Die hinduistische Mythologie lässt sich zurückführen bis auf die Hymnen des Rigveda (ab 1200 v. Chr.), auf die Epen wie das Mahabharata (400 v. Chr. bis 400 n. Chr.) und das Ramayana sowie die Puranas. Der Hinduismus beruht auf der Vorstellung der permanenten Wiedergeburt (Reinkarnation) sowie dem ewigen Kreislauf von Werden und Vergehen (Samsara).

Götter

Der indische Götterhimmel hat mehrfach Wandlungen durchgemacht: Die alten vedischen Götter wie Indra, Agni und Varuna wurden im Laufe der Zeit durch Shiva, Vishnu und Krishna verdrängt. Vishnu wird zwar auch schon im Veda erwähnt, hatte jedoch noch keinen hohen Stellenwert, Shiva findet unter dem Namen Rudra Erwähnung und der heute populäre Name Krishna tauchte erst später auf.

Die Götter manifestieren sich in der irdischen Welt in Form von Inkarnationen (Avatars), um den Dharma (kosmisches Gesetz) zu schützen. Das trifft besonders auf Vishnu zu, der meist in zehn Inkarnationen verehrt wird, wie etwa in den beliebtesten der göttlichen Helden, Rama und Krishna.

Hauptgötter

Die höchsten indischen Götter bilden eine Trimurti (Dreieinigkeit), die das Werden und Vergehen darstellt: Brahma als Schöpfer, Vishnu als Erhalter und Shiva als Zerstörer. Ihre Gattinen sind Sarasvati (Göttin der Weisheit), Lakshmi (Göttin des Glücks) und Parvati, die auch als Durga (eine Allgöttin) oder Kali (die Schwarze) verehrt wird. Ganesha, der beliebte elefantenköpfige Gott, ist der Sohn von Shiva und Parvati, ein weiterer Sohn ist Karttikeya. Maya ist die Göttin der Illusion. Im Shaktismus wird Gott in weiblicher Form (Shakti, Devi) als das Höchste verehrt.

Nebengötter, Reittiere, Dämonen

Neben den Hauptgöttern gibt es auch mythologische Wesen, die gleichfalls von zentraler Bedeutung sind. Ebenso gibt es kosmologische Mythen. Die Reittiere der Hauptgötter haben jeweils eine eigene Mythologie. Für Vishnu ist das Reittier beispielsweise der Garuda, für Shiva der Stier Nandi, für die Göttinnen ist es ein Tiger oder Löwe, Ganesha reitet auf einer Ratte. Die Reittiere symbolisieren die Macht des Gottes in der Welt. Ebenso gibt es auch mythologische Kosmologien, der Berg Meru ist so eines der wichtigsten Mythologeme, der Mythos vom Milchozean und der Ganges spielen gleichfalls eine bedeutsame mythologische Rolle. Von Bedeutung sind auch verschiedene Dämonen (Asuras), die in der Mythologie von den Gottheiten bekämpft werden, so z. B. Mahishasura

In der Volksreligion erscheinen auch lokale Traditionen um Götter, Helden und andere Wesen, Yakshas und Nagas sind hier zu nennen, und in einigen Teilen Indiens spielt das Pferd mythologisch und rituell eine große Rolle. Auch von lokaler Tradition sind unzählige Göttinnen, die nur zu einem Dorf gehören und fast überall vorhanden sind.

Schriften und Verbreitung

Die am meisten verbreiteten Werke der indischen Mythologie sind das Ramayana, das Mahabharata und die verschiedenen Puranas. Dabei hat jede hinduistische Glaubensrichtung und Schule eigene zentrale Werke, die besonderer Hingabe gepflegt und überliefert werden. So haben die Anhänger des Vishnu und Krishna das Bhagavatapurana, Anhänger der Göttin (Devi) dagegen das Devi Bhagavata und das Devi Mahatmya aus dem Markandeyapurana. In der vedisch-brahmanischen Orthodoxie haben diese Werke zwar nicht den Stellenwert der Veden und Upanishaden, in der Praxis aber sind sie es, die den Gläubigen das gesamte religiöse Wissen vermitteln. Vordergründig erzählen die meist märchenhaften Geschichten von Kampf und Abenteuer der Vorzeit, von Göttern, Helden und Dämonen – von unzähligen menschlichen Schicksalen, für Gläubige dagegen vermitteln die verschiedenen Bedeutungsebenen religiöse Weisheit.

Vieles in diesen Erzählungen scheint der Phantasie entsprungen – im Kern jedoch findet sich auch Historisches: Sie tradieren die Geschichte des Landes sowie der Vorfahren und verherrlichen deren Taten. Mündlich auf dem ganzen indischen Subkontinent durch Jahrhunderte weiter getragen, sind sie noch heute äußerst lebendig. Hörten die Kinder früher bei Eltern und Großeltern die alten Geschichten, so sind es heute Medien wie Film, Fernsehen und vor allem Comics, in denen die mythischen Erzählungen vermittelt werden. Auch die zeitgenössische indische Kunst setzt sich immer wieder mit diesen Werken auseinander.

Bildsprache

Das Wesen der personal dargestellten Götter ist am besten erkennbar an ihren Attributen; nicht nur was sie in den Händen halten ist wichtig, sondern auch die Handstellung (Mudras) selbst, Begleittiere, Haartracht, Bekleidung und Sitz. Die Ikonographie dieser ‚Murtis‘ ist bis ins Detail in den Puranas festgelegt. Trotzdem sind sie nicht eindeutig erklärbar. Keine Lehre lässt sich daraus ableiten, aber der Verehrer kennt die Botschaft: Die rechte erhobene Hand mit der Innenfläche auf den Verehrer gerichtet, verspricht Schutz und Trost, die Hand nach unten gerichtet, etwa bei Lakshmi, der Göttin des Glücks, ist Ausdruck ihrer Gnade und verspricht spirituelle ebenso wie materielle Geschenke.

Siehe auch

Literatur

deutsch:

  • Hans Wilhelm Haussig (Hg.): Götter und Mythen des indischen Subkontinents. In: Wörterbuch der Mythologie Abt. 1, Bd. 5. Klett, Stuttgart 1984, ISBN 3-12-909850-X
  • Jan Knappert: Lexikon der indischen Mythologie. Heyne, München 1994. NA: Seehamer-Verlag, Weyarn 1997, ISBN 3-932131-23-1
  • Eckard Schleberger: Die indische Götterwelt. Gestalt, Ausdruck und Sinnbild. Ein Handbuch der hinduistischen Ikonographie. Diederichs, Köln 1986, ISBN 3-424-00898-2
  • Heinrich Robert Zimmer: Indische Mythen und Symbole. Schlüssel zur Formenwelt des Göttlichen. Diederichs Gelbe Reihe 33. 7. Aufl. Diederichs, München 2000, ISBN 3-424-00693-9

englisch:

  • Roshen Dalal: Hinduism: An Alphabetical Guide. Penguin, New Delhi 2010, ISBN 9780143414216
  • Anna Libera Dallapiccola: Dictionary of Hindu Lore and Legend. Thames & Hudson, New York, NY 2002, ISBN 0-500-51088-1
  • John Dowson: A Classical Dictionary of Hindu Mythology and Religion, Geography, History, and Literature. Trübner & Co., London 1888, Digitalisat
  • John Garrett: A classical dictionary of India. Madras 1871, Digitalisat; Supplement 1873, Digitalisat
  • T A Gopinatha Rao: Elements of Hindu Iconography. 2 Bde. Law Printing House, Madras 1914-1916, Bd. 1.1, Bd. 2.1
  • William Joseph Wilkins: Hindu Mythology: Vedic and Purānic. Calcutta 1882, Digitalisat
  • George M. Williams: Handbook of Hindu mythology. ABC-CLIO, Santa Barbara, Calif. 2003, ISBN 1-576-07106-5



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